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31.08.2011

RWE will Rückbau planen

Biblis B keine Kaltreserve

Atomkraftwerk Biblis (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Atomkraftwerk Biblis
Der Reaktor Biblis B wird nicht als Kaltreserve für Engpässe bei der Stromversorgung genutzt. Nach dieser Entscheidung der Bundesnetzagentur vom Mittwoch will der Betreiber RWE nun den Rückbau vorbereiten.
 
Video: Atomkraftwerk wird nicht mehr genutzt 2:24 Min
(© hr | hessenschau, 31.08.2011)
Biblis B als Kaltreserve sei für die Stabilität des Netzbetriebs nicht notwendig - das teilte die Behörde in Berlin mit. Die Bundesnetzagentur will keines der acht stillgelegten Atomkraftwerke bis 2013 zur Überbrückung möglicher Stromengpässe nutzen. "Es bleibt uns erspart, ein Kernkraftwerk zu reaktivieren", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth.

Es stünden mehrere Kohlekraftwerke zur Verfügung, die in Extremsituationen ausreichend Strom liefern könnten. Das sind in den Augen der Bundesnetzagnetur das Großkraftwerk 3 in Mannheim, das Kraftwerk 2 in Mainz-Wiesbaden und Block C des Kraftwerks in Ensdorf.

RWE schweigt zur Entscheidung

Biblis-Betreiber RWE wollte den Beschluss der Bundesnetzagentur nicht kommentieren. Jetzt gelte es, strategische Entscheidungen zum Rückbau vorzubereiten, sagte ein Sprecher von RWE.

Der energiepolitische Sprecher der hessischen CDU, Peter Stephan, erklärte angesichts der Entscheidung: "Es ist gut, dass die Energieversorgung ohne eine nukleare Kaltreserve sichergestellt werden kann. Ein Stand-By-Betrieb von Biblis bleibt Hessen erspart." Außerdem forderte er SPD und Grüne dazu auf, beim Thema Kohle "endlich über ihren ideologischen Schatten" zu springen.

Auch der energiepolitische Sprecher der hessischen FDP, René Rock, nahm SPD und Grüne ins Visier und forderte sie zu einer Entschuldigung auf: "Daher war die Panikmache von SPD und Grünen, die schon das Gespenst von Biblis als Kaltreserve in den düstersten Farben an die Wand gemalt hatten, in den letzten Wochen unverantwortlich gegenüber den Menschen in Hessen. Dafür muss sich Rot-Grün nun sofort entschuldigen."

Die SPD nannte die Entscheidung eine "gute Nachricht für die Menschen in Hessen und Deutschland". Allerdings hätte ein Gaskraftwerk als Kaltreserve einen größeren Schritt hin zur Energiewende bedeutet als die nun ins Auge gefassten Kohlekraftwerke, sagte Parteichef Thorsten Schäfer-Gümbel.
 
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Die Grünen sehen durch das Ende für Biblis B eines ihrer wichtigsten Ziele erreicht: "Die unverantwortbare Risikoenergie aus Atom ist in Hessen am Ende", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kordula Schulz-Asche. Die Linke sprach von einem "guten Tag für Hessen", damit sei ein mehr als drei Jahrzehnte währender Kampf um die Atommeiler A und B endgültig entschieden.

Umweltministerin Puttrich gegen Reserve Biblis B

Mit der Verabschiedung der neuen Energiegesetze hatte die Bundesnetzagentur den Auftrag erhalten, bis zum 1. September zu entscheiden, ob einer der im Zuge des Atommoratoriums stillgelegten Atomreaktoren zur Sicherung der Netzstabilität vorübergehend weiter in Bereitschaft gehalten werden soll - und wenn ja, welcher Reaktor.

In Hessen hatten sich Regierung und Opposition gegen eine Nutzung von Biblis B als Kaltreserve gewandt. Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) sagte vergangene Woche: "Mit dem Atomausstieg ist vereinbart worden, alte Kernkraftwerke abzuschalten." Ein solches Kraftwerk wieder ans Netz zu nehmen, sei nicht vermittelbar.

Die Netzagentur hatte aber beim Land abgefragt, wie die Genehmigungslage bei Biblis B ist und welche Nachrüstungen erforderlich seien, um den Meiler als Reserve nutzen zu können.
 
Redaktion: mad
Bild: © picture-alliance/dpa
Letzte Aktualisierung: 10.06.2014, 10:57 Uhr
 
 
 
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