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27.02.2012

3D-Effekte für Hollywood

Ein Oscar geht nach Frankfurt

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Hugo vor Green Screen. Virtuelle Welt trifft auf Realität: Der Green-Screen-Effekt (Bild: Pixomondo)
Virtuelle Welt trifft auf Realität: Der Green-Screen-Effekt
Für Martin Scorseses 3D-Film "Hugo Cabret" animierte die Frankfurter Firma Pixomondo eine ganze Stadt in 3D. Dafür erhielt das hessische Unternehmen einen Oscar. Zu Recht - denn das Ergebnis ist atemberaubend.
 
Ein Bericht von Patrick Abele.

Paris 1931, es schneit. In einer riesigen Bahnhofshalle wimmelt es von Menschen, ewig lange Züge fahren ein und aus. Ein kleiner Junge beobachtet durch das ausgestanzte Ziffernblatt einer zimmerhohen Bahnhofsuhr das bunte Treiben. Hinter ihm halten gigantische Zahnräder das Uhrwerk am Laufen. All das sieht ganz real aus, doch weit gefehlt: Denn bis auf die Schauspieler und wenige Gegenstände ist hier definitiv nichts real. Die Filmkulisse wurde mit Hilfe von Computern animiert.
 

Vorher-Nachher: Ein Blick hinter die Kulissen 

 
Klicken Sie auf ein Bild, um in die Galerie zu gelangen (18 Bilder)
 

And the Oscar goes to...

Video: Making Of: Das virtuelle Paris entsteht 9:10 Min
(© Pixomondo, 22.02.2012)
Diese digitale Spielfilmwelt stammt aus der Effektschmiede Pixomondo. Die Mitarbeiter der hessischen Firma griffen für Scorseses neuen 3D-Streich "Hugo Cabret" besonders tief in die Trickkiste. Und da die Computeranimationen so verblüffend realistisch aussehen, wurde der Film in der Kategorie "Beste visuelle Effekte" mit dem Oscar ausgezeichnet.

Einer der Hauptverantwortlichen ist Sven Martin. Er ist Visual Effects Supervisor bei Pixomondo und betreute das Projekt in der Frankfurter Niederlassung. "Ich übersetzte die kreativen Ideen des Regisseurs für unsere Techniker in konkrete Arbeitsschritte", sagt er lachend. Hergestellt wurde der Film über die ganze Welt verteilt. Die Mitarbeiter schickten mittels einer Software riesige Datenmengen zwischen den einzelnen Niederlassungen hin und her.
 
Foto aus dem Studio. Nur kleine Teile des Bahnhofs wurden im Studio nachgebaut. Der Rest wurde virtell erstellt. (Bild: Pixomondo)
Nur kleine Teile des Bahnhofs wurden im Studio nachgebaut.
854 virtuelle Einstellungen

Rund 62 der insgesamt 126 Minuten des Spielfilms wurden mit virtuellen Animationen angereichert. Über eineinhalb Jahre lang schufen die Mitarbeiter von Pixomondo das virtuelle Paris und die anderen Kulissen. Damit die Techniker den 3D-Effekt beim Arbeiten in Echtzeit sehen konnten, habe die Firma in neue Spezialmonitore und -brillen investiert. Hunderte von Rechnern waren im Dauereinsatz. "Darunter 20.222 Prozessoren", ergänzt Martin. Vor allem Scorseses extrem lange Kamerafahrten durch die digitale 3D-Welt brachten die Computer ordentlich zum Glühen.

"Wenn ein Film in einem Bahnhof spielt, ist es sehr schwer, ihn komplett real nachzubauen. Denken Sie allein an die fahrenden Züge", sagt Martin. Und genau hier kamen die Animationen von Pixomondo ins Spiel.

Auf Seite 2: Wie eine Mischung aus Mensch und Maschine entstand und warum Pixomondo geschickt die Zeitzonen der Kontinente nutzte.
 
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Redaktion: nrc / paab
Bilder: © Pixomondo (2)
Letzte Aktualisierung: 28.02.2013, 15:45 Uhr
 
 
 
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