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Wie entsteht ein Hörspiel

voll funktionsfähiger Wasserbrunnen (Studio 6) (Bild: )
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Die Produktion eines Hörspiels beginnt mit der Aufnahme der Texte und Szenen, die von Schauspielern gelesen und gespielt werden. Dabei muss zuerst entschieden werden, ob Szenen, die in bestimmten Räumen spielen, z.B. Küche oder Wohnzimmer, auch in Räumen mit der entsprechenden Akustik aufgenommen werden sollen. Der Nachteil dieser Aufzeichnungsart ist, dass man sich damit klanglich ziemlich festlegt.
 
"schalltoter" Raum (Studio 7) (Bild: )
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Mit Hilfe der digitalen Effektprozessoren hat man die Möglichkeit, Räume in allen Größen und verschiedenen Klangfarben, auch unnatürlich klingende und dadurch skurril oder auch bedrohlich klingende, künstlich zu erzeugen. Das führt zu der zweiten Art die Grundaufnahmen herzustellen: Man nimmt alle Stimmen möglichst „trocken“, d.h. ohne jeglichen Raumklang auf und mischt künstliche Räume später dazu. Dadurch bekommt der schalltote oder auch reflexionsarme Raum eines Hörspielstudios eine sehr große Bedeutung, da dies der Raum ist, in dem sich die notwendige akustische „Trockenheit“ realisieren lässt.
 
Toningenieur Helmut Schick am Mischpult der Regie 7 (Bild: )
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Nun zum Herstellungsprozess eines Hörspiels mit Hilfe des 24-spurigen Harddiskrecorders. Während bei der analogen Mehrspurtechnik die einmal auf verschiedenen Spuren in einer bestimmten zeitlichen Abfolge aufgenommenen Stimmen oder auch Musikinstrumente nicht mehr oder nur sehr schwer zeitlich verschiebbar waren, ist das bei der digitalen Mehrspurtechnik auf Harddisk sehr leicht möglich. Das hat zur Folge, dass man die verschiedenen Stimmen einer Szene schon bei der Aufnahme auf verschiedenen Spuren aufnimmt, um sie nachträglich, falls gewünscht, noch verschieben zu können und somit Pausen einzufügen oder auch Überlappungen herstellen zu können.
 
Steckfeld (Leitungsführung) Regie 7 (Bild: )
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Außerdem bietet der Harddiskrecorder eine große Menge von Editiermöglichkeiten, z.B. Schnitt über 24 Spuren, Ein-Ausblenden, Kreuzblenden, selektives Filtern einzelner Clips, Tonhöhenveränderung, Zeitkommpression und Expansion.
Nachdem nun also alle Szenen und Stimmen - d. h. der gesamte Text eines Hörspiels - aufgenommen, im Recorder geschnitten und in der gewünschten zeitlichen Abfolge auf verschiedene Spuren angeordnet sind, werden auf weiteren Spuren Geräusche - z.B. Türen, Telefonklingeln, Musik aus dem Radio, Stadtatmo usw. - angelegt. Dabei können wir beim hr auf eine inzwischen recht große, selbst erzeugte Geräuschdatenbank zurückgreifen.
 
Ursula Potyra am Harddiskrecorder Fa. Fairlight (Bild: )
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Geräusche die dort nicht vorhanden sind, müssen entweder hergestellt oder von CD oder Band eingespielt werden. Abschließend werden die 24 Spuren über das Mischpult auf eine Stereospur zusammengemischt, wobei im Mischpult noch Lautstärkeanpassungen und Klangverbesserungen vorgenommen werden können. Auch die Richtungen im Stereoklangbild, sowie die für die Verteilung und Tiefenstaffelung im künstlichen Raum nötigen Hall- bzw. Raumanteile können über digitale Effektprozessoren zugemischt werden.
 
Tonträgerraum Regie 7 (CD-Spieler, Bandmaschinen, Plattenspieler, usw.) (Bild: )
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Dabei steht im Mischpult sowohl eine statische als auch eine dynamische Abmischhilfe zu Verfügung, was bedeutet, dass jeder Regelvorgang gespeichert und korrigiert werden kann.
Das endgültige Speichermedium für Hörspielproduktionen im Hessischen Rundfunk ist die CD, die nach dem Brennen für Archivzwecke noch auf Qualität geprüft wird.
 
Redaktion: su / SU
Letzte Aktualisierung: 5.05.2004, 12:19 Uhr
 
 

Wie entsteht

 

Helmut Schick

Helmut Schick (Bild: )

Toningenieur in der Hörspielproduktion

 

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