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Studiengebühren

Proteste werden schärfer - Ein Schwerverletzter

Die Proteste gegen Studiengebühren in Hessen nehmen an Schärfe zu. In Frankfurt blockierten Studierende den Straßenverkehr. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. In Gießen wurde ein Student von einem Zug erfasst und schwer verletzt.
 

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In Gießen waren mehrere Hundert Studenten durch die Stadt gezogen und von der Polizei an der Blockade der Autobahn gehindert worden. Danach hatten nach Angaben der Polizei etwa 30 Studenten einen Bahnübergang blockiert. Der 21-Jährige habe sich auf die Gleise gelegt. Mehrfachen Räumungsanordnungen seien die Demonstranten nicht
nachgekommen. Vor einem heranfahrenden Zug hätten sich die meisten in Sicherheit bringen können, nur der 21-Jährige sei ausgerutscht, von der Lok erfasst und am Bein verletzt worden.

Nach hr-Informationen erlitt der Student einen offenen Oberschenkelhalsbruch und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden.
 

Studentenproteste gehen weiter - Mehr Bilder 

 
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Straßenblockaden in Frankfurt

Radio

Corts zu Gast bei YOU FM

Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU) war am Mittwoch zu Gast in der YOU FM-Sendung "Bursche am Nachmittag" und stellte sich der Diskussion mit Studenten-Vertretern.
In Frankfurt brachen im Anschluss an die außerordentliche Senatssitzung der Universität rund 1.500 Studierende zu einer Demonstration vom Uni-Campus in Richtung Messe auf. Am Messekreisel bildete die Polizei eine Kette aus Mannschaftswagen, um die Studierenden davon abzuhalten, auf die A648 zu laufen. Viele Studenten durchbrachen jedoch die Sperre und rannten zur Autobahn. Dabei kam es zu Rangeleien mit der Polizei, vereinzelt flogen Eier, Flaschen, Stöcke und Steine. Die Polizei setzte Pfefferspray und Wasserwerfer ein und nahm sieben Personen fest.

In der Senatssitzung hatte zuvor die Mehrheit der Universitätsprofessoren grundsätzlich die Einführung von Studiengebühren in Erwägung gezogen. Als einziger der fünf hessischen Universitäts-Senate hat das Gremium der Goethe-Uni damit keine Resolution gegen Studiengebühren verabschiedet. Der Senat sprach sich aber für eine sozialverträglichere Ausgestaltung des Gesetzes aus und forderte Nachbesserungen.
 

Hessenweite Proteste

Studentendemonstration auch in Darmstadt  (Bild:  dpa)
Studentendemonstration auch in Darmstadt
Die größte Demonstration des Tages fand in Darmstadt statt, wo die Technische Universität (TU) und die Hochschule (ehemals Fachhochschule) zu einer Protestkundgebung aufgerufen hatten. Die Polizei zählte 1.500 Teilnehmer, der Asta sprach von 6.000.

Mit Trillerpfeifen und Sprechchören, Samba und Lautsprechermusik machten die Studenten auf sich aufmerksam. Auf Plakaten forderten sie "Bildung für alle - sonst gibt's Krawalle". "Auf wichtigen Verkehrsadern geht nichts mehr. Deshalb wurden am Nachmittag die Abfahrten der Autobahnen 5 und 67 am Darmstädter Kreuz gesperrt", sagte ein Polizeisprecher. Ein Beamter wurde von einer Flasche getroffen und leicht verletzt. Mehrere Personen wurden vorübergehend festgenommen.

In Marburg setzten die Studenten die am Montag begonnene Besetzung des Universitätsverwaltungsgebäudes fort. Der Asta sprach von 100 bis 350 Teilnehmern. Sie protestierten nicht nur gegen die geplanten Studiengebühren, sondern auch gegen die Haltung von Uni-Präsident Volker Nienhaus, der sich einer mehrheitlichen Senatsentscheidung gegen die Gebühren nicht generell anschließen wollte. In Fulda setzten die Studierenden der dortigen Fachhochschule nach einwöchiger Pause am Mittwoch ihre Aktionen fortgesetzt. Rund 200 Demonstranten versammelten sich auf dem Campus und zogen durch die City der Barockstadt.
 

Corts: Uni-Zuschüsse werden nicht gekürzt

Unterdessen hat Wissenschaftsminister Udo Corts
(CDU) zugesichert, bei Einführung der Studiengebühren die bis 2010 festgeschriebenen Landeszuschüsse für die Hochschulen nicht zu kürzen. "Die Gebühren kommen auf die im Hochschulpakt vereinbarten Mittel oben drauf", versicherte Corts am Mittwoch. "Das gebe ich den Universitäten wenn nötig auch schriftlich", sagte Corts.

Mit Blick auf den Unfall in Gießen, bei dem ein protestierender Student von einem Zug angefahren und verletzt wurde, rief der Minister zu Sachlichkeit und Besonnenheit auf. "Es darf nicht sein, dass im Zusammenhang mit dieser Diskussion Menschen zu Schaden kommen", sagte der Minister.
 
Redaktion: kahu / aba
Bilder: © dpa (2)
Stand: 24.05.2006
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Glückskinder gesucht 41 Sek
(hr | hessenschau, 16.11.2009)

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Dolles Dorf der Woche: Lehnhausen

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