Der "bilderbogen" reist durch Hessen, macht Halt an Stationen, deren einstige Bedeutung kaum mehr zu erahnen ist und erzählt Geschichten von Menschen, deren Leben fast ausschließlich um die Schiene kreist...
Einfach für alle. Der neue Rundfunkbeitrag.
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Der Frankfurter Hauptbahnhof
Beginn der Reise ist der Frankfurter Hauptbahnhof. Gerade erst wurde der größte Verkehrsknotenpunkt Deutschlands für 117 Millionen Euro generalsaniert. Über 300.000 Menschen eilen hier täglich die Bahnsteige entlang, da bleibt keine Zeit für einen Blick auf die architektonischen Schönheiten des Gebäudes.
Damals noch vor der Stadt, auf einem ehemaligen Galgenfeld, wurde das "Vorzeigestück" 1888 eröffnet, und schon bald danach erstmals erweitert. Die mächtige Atlasgruppe stammt aus der Entstehungszeit des Bahnhofs, die Reliefs am Südeingang sind eine Hommage an die Wandervogelbewegung der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts - so hat jede Zeit ihre Spuren an dem Gebäude hinterlassen.
Der Bahnhof ist von jeher ein Ort der Superlative: schon in den fünfziger Jahren wurden 15.000 Fahrkarten täglich gedruckt, später rollten jährlich 15 Millionen Stück Gepäck und Expressgut über das Fließband der Expressgutabfertigung, aus der Bahnhofsmetzgerei kamen 3.500 Würste täglich, aus der Bäckerei 2.500 belegte Brötchen, gut 1.000 Mitarbeiter regelten rund um die Uhr den Postverkehr, damals war der Bahnhof postalischer Nabel der Bundesrepublik!
Die Zeiten haben sich geändert, seit den Siebzigern flitzen U- und S-Bahnen durch die Tunnelwelt und spülen immer mehr Reisende in die Oberwelt der Stadt. Ob die sich der Bedeutung des Ortes bewusst sind, wenn sie den Bahnhof betreten? Immerhin ein hessisches Kulturdenkmal.