Große natürliche Seen, die gibt es in Hessen nicht - dafür aber wunderschöne Stau- und Baggerseen. Zu einigen hat sich der Bilderbogen aufgemacht. An allererster Stelle steht natürlich der...
Der Edersee, Hessens größter See, windet sich wie eine Schlange durch das Waldecker Upland. Allerdings ist er gerade mal hundert Jahre alt: ein Stausee. Als die Talsperre Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde, verloren 900 Menschen ihre Heimat, drei Dörfer versanken in den Fluten, weil das Wasser zur Regulierung der Schifffahrt benötigt wurde.
Nicht minder dramatisch die Zerstörung der Sperrmauer im Zweiten Weltkrieg: Eine sechs Meter hohe Flutwelle brandete bis nach Fritzlar und Kassel. Die Schrecken der Bombennacht sind nicht nur in altem Filmmaterial festgehalten, sondern auch noch in den Köpfen derer, die als Jugendliche alles miterlebt haben. Die Staumauer wurde dann in nur einem halben Jahr wieder aufgebaut.
Einfach für alle. Der neue Rundfunkbeitrag.
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Nach dem Krieg kamen die Urlauber. Heute lebt die Region vom Tourismus rund um den Edersee: Surfer, Segler, Angler, Taucher und Badegäste verteilen sich rund um den See, der mitten im Naturpark Kellerwald-Edersee liegt. Ein besonderes Schauspiel bietet sich, wenn das Ederseewasser bei Vollstau über die Mauerkrone schließt - oder wenn der See in trockenen Sommern die Ruinen der versunkenen Dörfer wieder freigibt.
Große natürliche Seen gibt es in Hessen nicht - dafür aber wunderschöne Stau- und Baggerseen. Am Ober-Mooser See im Vogelsberg dürfen sich Pflanzen und Tiere ungestört entwickeln - ein stilles Wasser also. Am Nieder-Mooser See hingegen haben die Menschen ihren Freizeitspaß.