Von der Wiesbadener Innenstadt eine gute halbe Stunde entfernt stellt Michael Peißker Tag für Tag Marzipankonfekt her. Nach dem Originalrezept, das über hundert Jahre alt ist.
Die Zutaten: Feinstes Rosenöl, Mandeln und Zucker. Eigentlich ist Michael Peißker Chemiker. Nach dem Studium fand er aber keinen Job und lernte durch Zufall die Wiesbadener Konditorei Kurt Gehlhaar kennen. Kurz entschlossen sattelte er um, machte dort seinen Konditormeister und übernahm den traditionsreichen Betrieb. Aus dieser Teigmasse entsteht Königsberger Teekonfekt: Inbegriff von höchstem Gaumengenuss, nicht nur für Ostpreußen.
Jedes Stück ist ein Kunstwerk. Genau das erwarten die Kunden. Vor allem jene, die Gehlhaar noch von damals kennen. Und nun in Wiesbaden einkaufen.
Mit den schweren Messingstanzen, die Michael Peißker benutzt, wurden schon in der renommierten Königsberger Marzipanfabrik die Herzen ausgestochen.
Haupterkennungsmerkmal des Königsberger Marzipans ist das sogenannte "Flämmen" - also: Backen unter der heißen Gasflamme im Ofen. Und auch der ist noch ein Zeuge der guten alten Gehlhaar-Zeit.
Zwei Minuten dauert die Prozedur, von der auch die Witwe des Königsberger Marzipankünstlers, Herta Gehlhaar, erzählen kann: "Hier sind noch schöne alte Kartonagen. Die waren zum Verschicken oder wenn sie einer gekauft hat! Auch im Laden. Also Marzipan wurde überall hin verschickt: nach Amerika, nach Afrika, England, überall."
Diese Tradition behält Michael Peißker in Wiesbaden bei.
Michael Peißker liebt das alte Inventar und achtet auf höchste Qualität. Weder Konservierungsstoffe noch künstliche Aromen sind in seiner selbst gekochten Füllung aus Himbeer-Johannisbeer-Konfitüre. Einfach mal in dem alten kleinen Lädchen vorbeischauen - kosten und besser noch: kaufen!
Marzipankonfekt wie in den alten Königsberger Zeiten:
Konditorei Marzipan Gehlhaar
Klarenthaler Str. 3
65197 Wiesbaden
Tel 0611-442832
www.gehlhaar-marzipan.de