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Symbolbild Männchen mit roten Kreuz (Bild:  colourbox.com)
 

Wer entscheidet, in welches Krankenhaus die Betroffenen kommen?

In einer Notfallsituation entscheiden zunächst der Notarzt oder das erfahrene Team des Rettungswagens anhand der von ihnen erhobenen Befunde, welche medizinische Hilfe der Betroffene jetzt benötigt. Die Rettungsleitstelle sucht nach den von den professionellen Rettern erhaltenen Informationen ein geeignetes Krankenhaus, in dem der Betroffene dann auch umgehend behandelt werden kann. Sollte der Betroffene einen Krankenhauswunsch äußern, entscheiden die medizinischen Erfordernisse und die unmittelbare Verfügbarkeit darüber, ob dieser Wunsch erfüllt werden kann.
 

Wichtig zu wissen ...

Das Allerwichtigste für Helfer in einer Notfallsituation ist es, selbst Ruhe zu bewahren. Zwei Mal tief durchatmen, so lautet der Tipp für Ersthelfer, dann sofort professionelle Hilfe, also Rettungsdienst oder Feuerwehr, rufen. Die richtige Notrufnummer dafür ist die 112!

Was muss ich am Telefon sagen?
Hier geht es um die berühmten W-Fragen: Wer ruft an, was ist passiert, wo genau ist es passiert, wie viele Verletzte oder Betroffene gibt es, wenn möglich vielleicht auch noch mitteilen, ob jemand bewusstlos ist, stark blutet, oder ob weitere Gefahren wie der Einsturz eines Hauses, die Ausbreitung eines Feuers o.ä. drohen. Mit diesen Informationen kann die Rettungsleitstelle auch die richtigen Rettungsmittel in ausreichender Zahl auf den Weg zu Ihnen schicken.

Wie schnell kommt der Rettungsdienst?
Wer akut und schwer erkrankt oder einen Unfall erleidet, soll in jedem Winkel Hessens durchschnittlich innerhalb von zehn Minuten vom Rettungsdienst erreicht und versorgt werden. Das ist gesetzlich verankert und gehört zur Daseinsfürsorge so wie die Brandbekämpfung durch die Feuerwehr oder der Katastrophenschutz.

Ärztlicher Notdienst und Notarzt
Der Arzt, der nachts, an Wochenenden oder feiertags zu Ihnen kommt, ist nicht immer ein Notarzt. Handelt es sich um Erkrankungen, für die Sie tagsüber auch Ihren Hausarzt aufsuchen würden, beispielsweise einen fieberhaften Infekt, Durchfall, einen Hexenschuss oder eine Blasenentzündung, dann ist der Ärztliche Notdienst (ÄND) der richtige Ansprechpartner. Er vertritt Ihren Hausarzt außerhalb der Sprechzeiten, stellt Rezepte aus und kommt zum Hausbesuch. Das allerdings kann - wie beim Hausarzt - auch mal mehrere Stunden dauern. Die Telefonnummer des für sie zuständigen ÄND finden Sie meist in der Zeitung.
Der Notarzt dagegen wird bei schweren, lebensgefährlichen Erkrankungen oder Unfällen alarmiert (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall, größere Verletzungen, schwere Unfälle), und kann nicht direkt angerufen werden. Er kommt in der Regel mit Blaulicht und Martinshorn (zudem kommt ein Rettungswagen), das Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF) ist mit Notfallmedikamenten ausgestattet, die meist über eine Vene gegeben werden müssen. Rezepte ausstellen oder Kontrollbesuche kann der Notarzt im Gegensatz zum ÄND nicht machen.


Tipp:

Ob Unfall oder schwere Erkrankung, in solchen Fällen kann der Betroffene oft selbst keine Auskunft mehr geben über persönliche Daten, Vorerkrankungen, Allergien oder Ähnliches. Deshalb sollte jeder seine Krankenkassenkarte, den aktuellen Medikamentenplan, am besten auch einen Notfallausweis, Allergiker den Allergiepass oder andere Ausweise wie Marcumar-Pass, Schrittmacherausweis etc. in der Brieftasche bei sich tragen. Dazu eine Übersicht über die Medikamente, die man regelmäßig einnimmt und einen Zettel, wer im Notfall verständigt werden soll.
 

Wie oft sollte man einen Erste-Hilfe Kurs gemacht haben?

Auch Ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse sollten Sie regelmäßig auffrischen, zumal sich ja auch die Maßnahmen ständig weiter entwickeln und verändern. Beispielsweise wurde für die Wiederbelebung durch Laien bis vor drei Jahren ein Zyklus von 15 Herzdruckmassagen und dann zwei Beatmungen empfohlen. Das hat sich seither geändert, nun heißt es 30-Mal drücken und dann zwei Mal beatmen. Im Notfall, wenn der Betroffene beispielsweise im Gesicht stark blutet oder sich erbrochen hat, darf der Ersthelfer sogar in den ersten 3-5 Minuten auf die Beatmung verzichten - sollte aber unbedingt die Herzdruckmassage durchführen! Alle drei bis fünf Jahre sollte man also seine Kenntnisse in Erster Hilfe auffrischen.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Erste-Hilfe-Kursen: ein umfangreicher Kurs, der 2 x 8 Stunden umfasst und einen "kleinen" Kurs (2 x 4 Stunden) mit lebensrettenden Maßnahmen am Unfallort. Beide Kurse werden von allen großen Hilfsorganisationen (Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Arbeiter-Samariterbund, Johanniter-Unfallhilfe), aber auch vielerorts vom ADAC regelmäßig angeboten und kosten im Durchschnitt zwischen zehn und 30 Euro. In speziellen Kursen wird übrigens auch der Umgang mit den an öffentlichen Plätzen verfügbaren so genannten AED´s gelehrt (Automatische Externe Defibrillatoren).

Autorin: Eva Maria Siefert
 
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Redaktion: anfi
Letzte Aktualisierung: 27.07.2012, 8:43 Uhr
 
 

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