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Symbolbild Männchen mit roten Kreuz (Bild:  colourbox.com)
 

Schlaganfall - jede Minute zählt!

Plötzlich wird alles unscharf, vernichtende Kopfschmerzen, ein Arm ist taub, wie gelähmt - typische Symptome eines Schlaganfalls. Jetzt zählt jede Minute, denn jeder Schlaganfall ist ein Notfall. Betroffene, Angehörige oder Zeugen dürfen nicht zögern, den zentralen Notruf "112" zu rufen, damit der schnellstmögliche Transport in die richtige Klinik sichergestellt wird. Je schneller ein Schlaganfall behandelt wird, desto mehr Hirngewebe lässt sich vor dem Untergang bewahren. Keinesfalls sollten Betroffene selbst in das nächste Krankenhaus fahren, denn unterwegs kann sich die Situation dramatisch verschlimmern und nicht jede Klinik ist für die optimale Behandlung akuter Schlaganfälle ausgerüstet.

Viele große Krankenhäuser verfügen über eine sogenannte Stroke Unit. Diese Spezialstation ist allein für die schnellst- und bestmögliche Diagnostik und Behandlung von Schlaganfällen zuständig und hält alle dafür notwendigen Geräte und Einrichtungen bereit. Nur in den ersten drei bis sechs Stunden haben die Ärzte die Chance, Schlaganfall-Patienten so zu behandeln, dass sie ohne bleibende Schäden überleben. Wird ein Patient mit Schlaganfall auf die Stroke Unit eingeliefert, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. In jeder Minute sterben 1,9 Millionen Nervenzellen. Die Ärzte müssen deshalb so schnell wie möglich herausfinden, wie lange der Schlaganfall zurückliegt. Die Kernspinuntersuchung zeigt nicht nur die Ursache des Schlaganfalls, sondern auch, wie stark die Nervenzellen geschädigt sind. Anhand der Bilder entscheiden die Ärzte, welche Therapien zum Einsatz kommen. Bei frischen Schlaganfällen, die auf ein verstopftes Hirngefäß zurückzuführen sind, kommt die sogenannte Lyse zum Einsatz: Dabei versuchen die Ärzte, das Blutgerinnsel im Gehirn mit einem Medikament aufzulösen. Bei älteren Schlaganfällen funktioniert die Lyse nicht mehr, hier kann eine Katheter-OP mehr erreichen.
 
Problem: Immunsystem reagiert über
Aber nicht nur die Zeit arbeitet gegen die Ärzte, sondern auch das Immunsystem des Patienten. Bekommen Nervenzellen durch den Schlaganfall keinen Sauerstoff mehr, sterben sie ab. Doch rund um das Zentrum des Schlaganfalls liegen Zellen, die eventuell noch zu retten wären, wenn das Immunsystem nicht überreagieren und diese Zellen zerstören würde. Forscher hoffen, künftig mit Medikamenten hier eingreifen zu können. So wäre es möglich, den Untergang des Nervengewebes zu verhindern. Doch bevor solche Medikamente verfügbar sind, werden noch Jahre vergehen. Weiter ist die Forschung bei der sogenannten Transkraniellen Gleichstrom-Stimulation. Diese Methode hilft, nach einem Schlaganfall die Beweglichkeit des Patienten wieder herzustellen, indem Strom durch das Gehirn geschickt wird und die Nervenzellen anregt, sich umzuorganisieren und die Funktionen der abgestorbenen Bereiche zu übernehmen.
 

Beim Schlaganfall zählt jede Minute

Nach Herzinfarkt und Krebserkrankungen ist der Schlaganfall (medizinisch Apoplex, apoplektischer Insult) die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Pro Jahr erleiden über 165.000 Menschen einen Schlaganfall, jeder Zehnte hatte vorher schon einen Schlaganfall. Die Sterblichkeit ist dank besserer Vorsorge und besserer Untersuchungs- und Behandlungsverfahren deutlich gesunken, seit 1970 um etwa 45 Prozent. Trotzdem stirbt immer noch jeder zehnte Schlaganfall-Patient und der Schlaganfall ist noch immer die Hauptursache für eine Pflegebedürftigkeit im späten Erwachsenenalter.

Die Ursachen
Bei der Mehrzahl der Patienten wird der Schlaganfall durch eine Thrombose einer Hirnarterie ausgelöst. Die wird, ähnlich wie beim Herzinfarkt, durch eine Arteriosklerose, also eine zunehmende Verkalkung der Gefäße, begünstigt. Bei etwa der Hälfte der Schlaganfall-Patienten finden sich Zeichen einer Hirnarteriosklerose. Ein Schlaganfall kann aber auch durch ein Gerinnsel ausgelöst werden, das aus dem Körper in die Hirnarterien eingeschwemmt wird. Am häufigsten stammt ein solches Gerinnsel aus dem Herzen (30-35%). Beispielsweise wenn durch Herzrhythmusstörungen beim Fluss des Blutes Verwirbelungen entstehen, wodurch sich häufiger Gerinnsel bilden. Besonders Patienten, die unter Vorhofflimmern leiden, sind gefährdet, weshalb sie meist Arzneimittel einnehmen müssen, die das Blut verdünnen (z. B. Marcumar®).

Bei jüngeren Patienten, die einen Schlaganfall erleiden, kommt es häufig zu Kreuzembolien durch ein so genanntes "Loch im Herzen". Mediziner sprechen von einem PFO (persistierendes Foramen ovale ), wodurch ein Gerinnsel, das normalerweise in der Lunge abgefangen und unschädlich gemacht wird, in die arterielle, also sauerstofftragende Blutseite und damit ins Gehirn gelangen kann. Das Gerinnsel "kreuzt" also unnatürlicherweise die sonst getrennten arteriellen und venösen Blutbahnen. Schlaganfälle können auch durch eine Hirnblutung ausgelöst werden (20-25%), seltener kommen Tumore oder Gefäßentzündungen in Betracht.
 
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Redaktion: anfi
Letzte Aktualisierung: 27.07.2012, 8:43 Uhr
 
 

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