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Symbolbild Männchen mit roten Kreuz (Bild:  colourbox.com)
 
Diese Besonderheiten sollten vor allem Risikopatienten bedenken. Vor einem Inselurlaub ist es daher ratsam, die Reisepläne mit dem Hausarzt zu besprechen. Und im Urlaubsort sollten sie sich beim Inselarzt vorstellen. Denn hier draußen im Meer muss man für Notfälle besonders gewappnet sein. Auf den Inseln in Norddeutschland gibt es selten Fachärzte wie Kardiologen, Neurologen oder HNO-Ärzte.

Deshalb rät Inselarzt Dr. Helmer Zühlke einigen Menschen von einem Inselurlaub ab. Dazu zählt er Patienten mit instabilen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Frauen, in der Früh- und Spätschwangerschaft und Patienten mit Erkrankungen aus dem psychiatrischen Formenkreis, also Patienten mit Psychosen, da sich im Reizklima belastend auf die körperliche und seelische Verfassung auswirken kann.

Risikopatienten sollten eine Kopie ihrer Krankenakte mit in den Urlaub nehmen. Dann hat der Inselarzt im Notfall schnell einen Überblick über Medikamente und Vorerkrankungen. Außerdem empfehlen die Ärzte z. B. Herzkranken oder Diabetikern einen Notfallausweis und eine Medikamentenliste bei sich zu tragen. Nicht jede Insel hat eine Apotheke. Deshalb ist es wichtig ausreichend Medikamente mitzunehmen.

Gerd K. weiß, dass ihn ein Schlaganfall jederzeit wieder treffen kann. Deshalb wählt er seine Urlaubsziele jetzt ganz genau aus. "Im Moment mache ich keine Urlaube im Ausland. Und wenn ich hier in Deutschland Urlaub mache, achte ich darauf, dass eine Stroke Unit in der Nähe ist." Sicher ist sicher: Denn seine Freude am Reisen will sich Gerd K. jedenfalls nicht nehmen lassen.

Autorin: Judith Strunk
 

Tipps für den Notfall

6.000 Menschen sterben jedes Jahr bei ganz alltäglichen Handgriffen. Am häufigsten sind Unfälle durch Stürze und Schnittwunden im Haushalt, danach kommen Erstickungsunfälle, Verletzungen und Brandverletzungen, gerade in der beginnenden Grill-Saison.

Wenn jemand droht zu ersticken
Mit dem Schlag auf den Rücken liegen Sie schon richtig, hilfreich ist es auch (vor allem bei Kindern), den Mundrachenraum zu inspizieren und etwaige Essensreste mit den Fingern zu entfernen (geht leichter, effektiver und schneller mit einem Handtuch oder Taschentuch). Kleine Kinder kann man an den Füßen packen, kopfüber in die Luft halten und dabei auf den Rücken klopfen. Bei Erwachsenen ist im Notfall der so genannte "Heimlich"-Handgriff wirkungsvoll: dazu ohne Vorwarnung die Arme fest um den Bauch des Betroffenen legen, direkt unterhalb der Rippen, und dann fest drücken. Durch den Druck von unten löst sich der Bissen oft vom Luftröhreneingang und kann ausgehustet werden. Funktioniert aber in der Regel nur, wenn der Betroffene noch wach und ansprechbar ist.

Bekommt er aber gar keine Luft, ist gar schon bewusstlos, umgehend den Notruf 112 wählen und mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Auch wenn Sie erfolgreich helfen konnten, der Betroffene aber zwischenzeitlich wirklich drohte zu ersticken, sollte der Patient einem Arzt oder in einer Klinik vorgestellt werden. Denn der Fremdkörper kann die zarte Schleimhaut im unteren Rachenraum irritieren, so dass es auch nach einem Beinahe-Ersticken zu einer Schwellung der Schleimhaut und erneuter Atemnot kommen kann. Nach einem solchen Erstickungsanfall verspürt der Betroffene oft noch Angst. Deshalb sollten Sie immer beruhigend auf den Betroffenen einwirken, und lieber früher den Notruf wählen, um sich kompetente Hilfe zu holen. Wichtigste Maßnahme in Notfallsituationen: Selbst Ruhe bewahren, selbst versuchen, ruhig zu atmen (wer zu schnell atmet bekommt Schwindel und Panik) und auch den Betroffenen zu ruhiger Atmung auffordern.
 
Häufig und nicht nur bei Kleinkindern - was tun bei Vergiftungen?
Bunte Beeren sind für Kinder verlockend - die aber sind häufig giftig. Hat ein Kind Beeren oder andere Pflanzenteile gegessen oder die bunten Pillen, die Oma doch auch immer einnimmt, oder die herumliegenden Zigaretten, dann sollten Sie umgehend einen Arzt informieren. Das gilt selbstverständlich auch für Erwachsene, die beispielsweise versehentlich Medikamente fehlerhaft eingenommen haben. Bei kleinen Mengen können Sie auch bei einer Giftnotrufzentrale anrufen und dort das weitere Vorgehen erfragen. Allerdings benötigt auch die Giftnotrufzentrale einige Zeit, um die Wirkungsweise von Giften oder Medikamenten nachzuschlagen oder deren Folgen abzuschätzen. Im Zweifel, bei unklarer oder einer größeren Einnahmemenge sollten Sie lieber umgehend den Notruf 112 wählen. Insbesondere dann, wenn Sie bereits Symptome bemerken, die auf eine Vergiftung hinweisen können:

  • erhöhter Speichelfluss
  • Schläfrigkeit
  • komisches Gangbild (oder komische Bewegungen; Spielzeug, Gegenstände können nicht mehr gehalten werden etc.)
  • verwaschene Sprache
  • schnelle Atmung
  • veränderte Hautfarbe (Blässe, Rötung)


Beim Notruf beantworten Sie folgende Fragen so genau wie möglich:

  • Welche Pflanze, welche Medikamente, welche Flüssigkeiten?
  • Wie viel wurde davon eingenommen?
  • Wer (Alter, Gewicht, Geschlecht) ist betroffen?
  • Wann ist es passiert?
  • Welche Beschwerden sind bereits aufgetreten (Puls, Atmung, Bewusstsein, Hautrötungen)?
 
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Redaktion: anfi
Letzte Aktualisierung: 27.07.2012, 8:43 Uhr
 
 

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