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Symbolbild Haarausfall (Bild:  colourbox.de)

Sendung vom 08. Juni 2017

Haarausfall – was ist zu tun, wenn die Haarpracht schwindet?

Geheimratsecken, lichtes Haar, Halbglatze - Formen des Haarschwunds gibt es viele. Tatsache bleibt: Wenn mehr als 100 Haare am Tag ihren angestammten Platz auf dem Kopf verlassen, spricht man medizinisch vom Haarausfall.
 

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8.06.2017, 18:50 Uhr
Und der versetzt die Betroffenen in Alarmbereitschaft. Auch wenn Haarausfall in den meisten Fällen keinen unmittelbaren Krankheitswert hat, belastet er Betroffene mitunter schwer. Vor allem für Männer bieten Drogerien und Apotheken etliche Produkte gegen Haarausfall an. Doch welche Wirkstoffe und Präparate können wirklich etwas gegen den Haarschwund ausrichten?
 

Haare – mehr als nur ein Schönheitsideal

Video: Haarausfall - was ist zu tun, wenn die Haarpracht schwindet? 24:47 Min
(© hr | service: gesundheit, 08.06.2017)
Rund fünf Millionen Haare besitzt ein erwachsener Mensch. Die meisten sind kaum sichtbar am ganzen Körper und zart wie ein weicher Flaum. Etwa ein Fünftel tragen wir als mehr oder weniger füllige Haarpracht auf unserem Kopf. Sie prägen unser Erscheinungsbild und die Ausstrahlung, unterstreichen den Charakter, können sichtbares Zeichen für eine Gruppenzugehörigkeit oder den gesellschaftlichen Protest sein. Glaubt man Umfragen, dann halten Männer Frauen mit blonden, langen Haaren für besonders erotisch, kurzhaarige Frauen dagegen gelten mehrheitlich als intelligent und selbstbewusst. Kein Wunder also, dass es bei Heidi Klums TV-Modelsuche regelmäßig zu Tränen und hysterischen Anfällen kommt, wenn die über Jahre gehüteten Haare der Modelanwärterinnen gekürzt werden sollen.

Wachstum nach Plan
Haare sind tief in der Kopfhaut verankert; im Schnitt wächst unser Kopfhaar pro Monat um etwa einen Zentimeter in einem regelmäßigen Zyklus, der in drei Phasen eingeteilt ist. Die Wachstumsphase (Anagenphase) dauert zwischen drei und sieben Jahren. Etwa 85 Prozent unserer Haare befinden sich in diesem aktiven Zustand. Wie lang das Haar endgültig wird, ist genetisch vorgegeben. Daran schließt sich eine ein- bis dreiwöchige Übergangsphase (Katagenphase) an. Die Haarwurzeln versorgen sich nicht mehr mit Nährstoffen, ihre Struktur verändert sich. Das Haar wird zur Kopfoberfläche hin verschoben. Anschließend tritt das Haar in eine Ruhephase ein (Telogenphase). Innerhalb von zwei bis vier Monaten schrumpft der Haarfollikel, Haar und Wurzel werden getrennt. Schließlich fällt das Haar aus und in der Haarwurzel beginnt ein neues Haar zu wachsen.
 
Video: Kreisrunder Haarausfall - Immunreaktion gegen die eigenen Haarwurzeln 5:04 Min
(© hr | service: gesundheit, 08.06.2017)

Information

Gast im Studio

Dr. Dagmar Wenz
Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde
An den Quellen 10
65183 Wiesbaden
Telefon: 0611-50595200
Mail: info@naturheilkunde-wiesbaden.de
Internet: www.naturheilkunde-wiesbaden.de
Haarausfall ist keineswegs nur ein Männerproblem
Da sich unser gesamtes Kopfhaar immer in unterschiedlichen Wachstumsphasen befindet, bemerken wir die Erneuerung unserer Haare kaum, denn der Haarbestand bleibt weitgehend konstant. Völlig normal ist es, etwa 70 bis 100 Haare beim täglichen Waschen und Kämmen zu verlieren. Sind es über längere Zeit deutlich mehr, spricht man von krankhaftem Haarausfall. Der Fachausdruck hierfür ist >Effluvium<. Verwendet wird er bei einem Haarverlust von etwa 200 oder mehr Haaren täglich. Entgegen landläufiger Meinung ist der nicht nur ein Männerproblem, denn unter Haarausfall leidet fast jede dritte Frau.

Kreisrunder Haarausfall - Immunreaktion gegen die eigenen Haarwurzeln
Rund 1,4 Millionen Bundesbürger leiden unter dem so genannten kreisrunden Haarausfall. Ärzte sprechen in solchen Fällen von einer Alopezia areata. Meist beginnt sie mit einer kleinen, kreisrunden Kahlstelle am Kopf. Das Areal kann immer größer werden, die Krankheit kann aber auch an verschiedenen Stellen gleichzeitig auftreten und sogar die gesamte Körperbehaarung betreffen. Im schlimmsten Fall droht der völlige Haarverlust. Die Ursache für den Haarausfall ist eine fehlgeleitete Immunreaktion des Körpers gegen die Haarfollikel. In der Umgebung eines Haarfollikels bildet sich eine Entzündung, die den Follikel selbst zwar nicht zerstört, das Haar aber angreift und ausfallen lässt. Zu Beginn der Erkrankung verlieren die Haare zunächst ihr Pigment; sie erscheinen grau. Deshalb entsteht im Anfangsstadium der Alopezia areata oftmals der Eindruck, die Betroffenen seien über Nacht ergraut. Warum sich das Immunsystem plötzlich gegen die eigenen Haarfollikel wendet, ist bisher nicht geklärt. Als psychischer Auslöser wird Stress vermutet, konnte aber in Studien bisher nicht sicher nachgewiesen werden. Da in 10 - 25 Prozent der Fälle eine familiäre Häufung zu beobachten ist, spielt offenbar Vererbung eine Rolle.

Sensibles Gleichgewicht
Ähnlich wie die Haut ist auch der Zustand unserer Haare ein Spiegel unseres Seelenzustandes, weshalb Stress, vor allem, wenn er über einen längeren Zeitraum besteht, zu Haarausfall führen kann. Dann nämlich werden verstärkt die Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet, die Entzündungsreaktionen in den Haarfollikeln auslösen. Dadurch kommt es zu einem vorzeitigen Stopp des Haarwachstums und zum Haarausfall, der jedoch umkehrbar ist. Ähnliche Auswirkungen haben ernährungsbedingte Mängelzustände, beispielsweise bei Diäten, künstlicher Ernährung, nach Darmoperationen, bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn oder bei chronischem Alkoholismus. Eisenmangel beispielsweise bei verstärkten Monatsblutungen ist eine wesentliche Ursache für den Haarausfall bei Frauen. Offenbar unterliegt die Nährstoffzufuhr der Haarwurzeln einem sensiblen Gleichgewicht, denn auch die richtige Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen spielt eine große Rolle. Wesentlich für das Haarwachstum sind die B-Vitamine sowie Biotin, aber auch Vitamin C und Vitamin A; bei den Mineralstoffen sind neben Eisen auch Kupfer und Zink wichtig.

Wann verschwinden die kahlen Stellen wieder?
Das weiß keiner, denn so wenig wie die genaue Ursache bekannt ist, gibt es bisher eine verlässliche und zielgerichtete Therapie, die jedem oder zumindest den meisten Betroffenen hilft. Auch, weil bei vier von zehn Betroffenen der Haarausfall spontan und ohne Behandlung wieder verschwindet. Ansonsten setzen Ärzte beispielsweise wie im Beitrag auf eine lokale Kortisonbehandlung. Gleichzeitig werden beispielsweise durch die Gabe von Mineralstoffen wie Zink, Eisen oder B-Vitaminen Mangelzustände ausgeglichen. Stressreduktion, Entspannungs- und oft auch Psychotherapie kommen hinzu. Erfolgreich ist oft auch eine topische Immuntherapie. Dafür die Substanz Diphencyprone (DCP) auf die Kopfhaut auftragen, wodurch eine Kontaktallergie auf der Haut ausgelöst wird. Da die Haarfollikel intakt sind, bildet sich bei dieser Behandlung in 30 bis 80 Prozent ein Kontaktexem und neue Haare wachsen nach. Die Reaktion der Kopfhaut auf die Behandlung zeigt sich durch Rötung, Schuppung oder Juckreiz.
 

Haarverlust bei Männern

Video: Haarverlust bei Männern 3:11 Min
(© hr | service: gesundheit, 08.06.2017)
In manchen Familien zeigt sich schon auf Fotos, wer zu welchem Familienzweig gehört. Die Jungs müssen sich da meist mit einem zunächst recht unangenehmen Erbe abfinden, denn bei Manchem zeigt sich schon mit Mitte Zwanzig eine Glatze. Hormonell-erblicher Haarausfall oder androgenetische Alopezie nennen das Ärzte; mit 80 Prozent die häufigste Ursache des Haarverlustes. Der Haarausfall beginnt meist in der Schläfenregion ("Geheimratsecken"), am Vorderkopf ("Stirnglatze") oder auf dem Oberkopf im Bereich des großen Hinterhauptwirbels. Bei Männern bildet sich schließlich eine Glatze. Auch Frauen können hierunter leiden; bei ihnen wird dann das Haar insgesamt lichter. Grund des erblichen Haarausfalls ist eine ererbte Empfindlichkeit in den Haarwurzeln gegen das männliche Geschlechtshormon Testosteron/ Dihydrotestosteron (DHT). Dadurch verkürzt sich die Wachstumsphase erheblich, das Haar tritt kaum noch sichtbar hervor.

Andere Ursachen für den Haarausfall
Auch Stoffwechselerkrankungen, mangelnde und einseitige Ernährung mit dadurch bedingtem Vitamin- oder Mineralstoffmangel, Medikamente (blutdrucksenkende Arzneimittel wie Betablocker, Statine gegen zu hohes Cholesterin, Zytostatika bei Chemotherapie) sowie Eisenmangel und hormonelle Störungen (Schilddrüse!) können den Haarstoffwechsel negativ beeinflussen. Auch psychischer Stress sowie eine Fehl- oder Mangelernährung kann den Verlust der Haare hervorrufen, dann aber in der Regel als diffuser Haarausfall. Dagegen ist ein schädlicher Einfluss durch Fönen, Bürsten oder Waschen nicht nachgewiesen. Ein so genannter physiologischer, also natürlicher Haarverlust tritt beispielweise nach einer Schwangerschaft oder in der Menopause auf. Schuld ist ein plötzlicher Abfall des weiblichen Hormons Östrogen. Normalisiert sich der Östrogenspiegel wieder, regelt sich meist auch der Haarausfall nach einiger Zeit.

Was hilft gegen Haarausfall?
Entscheidend für die Behandlung ist die exakte Diagnose. Das vorrangige Ziel der Therapie ist es, den Haarausfall zu stoppen. Aber eine Garantie auf einen erfolgreichen Therapieverlauf gibt es nicht. Und auch die Herstellung des ursprünglichen Zustands der Haare ist sehr oft nicht möglich. Da Haare als sekundäres Geschlechtsmerkmal gelten, wird die Behandlung beim hormonell-erblichen Haarausfall nur selten von den Krankenkassen übernommen. Eingesetzt werden drei verschiedene Substanzen:

1. Finasterid
Wurde ursprünglich zur Behandlung von Prostatavergrößerungen entwickelt. Dabei fiel auf, dass bei den Testpersonen die Haare stärker und dichter wuchsen. Denn Finasterid hemmt ein spezielles Enzym (5-Alpha-Reductase), das für die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) verantwortlich ist. DHT wiederum hemmt das Haarwachstum. Finasterid blockiert beim erblich bedingten Haarausfall die DHT-Bildung, gleichzeitig reduziert sich die Überempfindlichkeit gegenüber dem männlichen Geschlechtshormon. Bei 80-90 Prozent der behandelten Männer lässt sich so der Haarausfall stoppen, jedoch nur, wenn sich die Haare noch in einem aktiven Zustand befinden. Bereits verlorene Haare wachsen nicht mehr nach. Der Wirkstoff ist für die Behandlung bei Frauen nicht zugelassen, da bei Schwangeren Fehlbildungen im Mutterleib hervorgerufen werden können. Auch bei Männern kommt es als Nebenwirkung zu einer verminderten Libido, Erektions- und Ejakulationsstörungen sowie verstärktes Brustwachstum (syn. Gynäkomastie) möglich. Ob die Behandlung mit dem Wirkstoff erfolgreich war, lässt sich bei täglicher Einnahme frühestens nach drei Monaten erkennen. Die Therapie muss lebenslang fortgeführt werden, denn bei Therapieabbruch fallen die Haare nach spätestens 12 Monaten wieder aus.

2. Minoxidil
Der Effekt auf das Haarwachstum wurde auch hier eher zufällig entdeckt, denn eigentlich handelt es sich um ein Medikament gegen Bluthochdruck. Der wachstumsfördernde Effekt auf die Haare ist noch nicht hinreichend geklärt. Offenbar spielt die Erweiterung der Kapillaren als Folge der Blutdrucksenkung eine Rolle; gleichzeitig wird die Bildung von Haarfollikeln stimuliert. Minoxidilhaltige Haarwuchsmittel gelten als wirksamstes Mittel gegen androgenetischen Haarausfall bei Frauen. Die Substanz muss zweimal täglich als Pumpspray oder konzentrierte Tinktur aufgetragen werden. Auch hier ist eine Daueranwendung notwendig. Der Erfolg zeigt sich frühestens nach drei bis vier Monaten. Mögliche Nebenwirkungen sind Hautreizungen, Blutdruckabfall, schneller Puls, zu hohe Blutzuckerwerte, Wassereinlagerungen ins Gewebe und verstärktes Haarwachstum im Gesichtsbereich. Der Wirkstoff darf bei Schwangeren nicht eingesetzt werden und ist höchst giftig für Katzen, denn bereits der Hautkontakt kann für Katzen tödlich sein.

3. 17-Alpha-Estradiol
Bei dem Wirkstoff handelt es sich um ein Östrogen, das die Umwandlung von Testosteron in das wachstumshemmende DHT verhindert. Allerdings ist die Wirkung deutlich schwächer als bei Finasterid. Haarwasser mit dem Inhaltsstoff 17-Alpha-Estradiol sollen einmal täglich in die Kopfhaut einmassiert werden. Hinsichtlich der Nebenwirkungen kann der Alkoholanteil zu Hautreizungen führen. Durch den Hormonanteil kann es auch bei dieser Therapie zur Brustvergrößerung sowie Libido- und Potenzverlust und möglichweise auch zu einem erhöhten Risiko für die Entwicklung hormonabhängiger Tumore wie Brustkrebs kommen.

An Haartransplantation nicht zu spät denken
Eine Haartransplantation kommt bei vererbtem, irreversiblem Haarausfall in Frage, wenn der Betroffene unter dem Haarausfall stark psychisch leidet. Für die Transplantation von Eigenhaar werden aus dem Resthaar im Bereich des seitlichen oder hinteren Haarkranzes entweder ein Streifen oder kleine Haarinseln, so genannte Haarstanzen, entnommen und auf die kahlen Stellen verpflanzt. Am Haarkranz fallen die Haare beim androgenetischen Haarausfall in der Regel nicht aus. Die neu verpflanzten Haare wachsen nach drei bis vier Monaten nach. Die in örtlicher Betäubung durchgeführte Operation dauert etwa 6-8 Stunden; die Betroffenen müssen mit Kosten von mindestens 3.000 Euro (meist deutlich mehr) rechnen. Der Operateur sollte viel Erfahrung mit Haarverpflanzungen haben, über Narben an der Kopfhaut aufklären und den richtigen Zeitpunkt wählen. Wird zu früh verpflanzt, sind im Laufe der Jahre oft weitere Operationen nötig. Manchmal reichen die verbliebenen Haarfollikel nicht aus; unschöne Löcher können entstehen.

Autorin: Eva Maria Siefert
 

Naturheilmittel gegen Verdauungsbeschwerden

Video: Naturheilmittel gegen Verdauungsbeschwerden 4:21 Min
(© hr | service: gesundheit, 08.06.2017)
Phytopharmaka - so nennt man die zu Pillen und Tropfen verarbeiteten Medikamente aus Pflanzen. Eine ganze Apotheke hält Mutter Natur davon bereit. Heimische Gewächse wie Spitzwegerich oder Engelwurz, aber auch Süßholz und Faulbaum bilden die Basis für Medikamente gegen Magen-Darm-Beschwerden. Bei Blähungen oder Verstopfung wirken Naturheilmittel wie Kümmel und Co. meist besser als synthetische Präparate. Sie unterstützen auch die Behandlung bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten. Pflanzliche Mittel enthalten zudem ein breites Spektrum an teils noch nicht entschlüsselten Bestandteilen, die komplizierte körperliche Mechanismen in Gang bringen können, um unter anderem gegen Durchfall und Verstopfung zu wirken. Der Vorteil der in Deutschland zugelassenen pflanzlichen Arzneimittel: Sie sind sehr nebenwirkungsarm, sofern man sich an die Dosierungshinweise hält.

Heidelbeere gegen Durchfall, Kümmel gegen Koliken
Der Einsatzbereich der Pflanzenmedizin ist vielfältig: Wer beispielsweise bei einer Unverträglichkeit gegen Laktose oder Histamin nicht komplett auf Milch- oder Weizenprodukte verzichten will, kann neben einer moderaten Ernährungsumstellung mit pflanzlichen Medikamenten nachhelfen. So wirkt Heidelbeermuttersaft gut gegen Durchfall und auch lang erprobte Kombinationspräparate aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle können Linderung schaffen. Bei akuten Krämpfen und Koliken wirken Auflagen mit Kümmel- oder Melissenöl gut: Dazu massiert man das Öl um den Bauchnabel herum ein und legt abschließend ein Handtuch und bei Bedarf noch eine Wärmflasche darauf. Bei chronischer Diarrhoe, Reizdarm oder Verstopfung hat sich auch Leinsamenschleim als regulierend bewährt.

Die vorgestellten Naturheilmittel gegen Verdauungsbeschwerden:

Bei Verstopfungen:
Sennesblätter-Tee, Anguraté-Tee

Bei Durchfall: Heidelbeer-Muttersaft, Blutwurz-Tee, Myrrhe-Inil-Intest, Kohletabletten

Bei Blähungen und Bauchschmerzen: Anis-Tee, Fenchel-Tee, Kümmel-Tee, Melissen-Öl, Kümmel-Öl, Kirschkernkissen, Handtücher, Carminativum-Heterich-Topfen, Carmentin

Übelkeit und Magenschmerzen: Ingwerwurzel, Pfefferminz-Tee, Kamillen-Tee, Süßholzwurzel-Tee, Iberogast

Autorin: T. Roth
 

Im Trend: Fasten

Video: Im Trend: Fasten 4:41 Min
(© hr | service: gesundheit, 08.06.2017)
Schon seit Urzeiten ist der menschliche Stoffwechsel auf Fastenzeiten gepolt. In Zeiten des Überflusses schlemmten unsere Vorfahren ungehemmt, in Zeiten des Mangels blieb der Magen dafür einige Stunden oder Tage leer. Der menschliche Körper übersteht längere Hungerperioden, indem er in verschiedenen Organen und Geweben Energiereserven speichert und bei Bedarf wieder mobilisiert. Beim Fasten verzichtet man für eine bestimmte Zeit vollständig oder teilweise auf bestimmte Speisen, Getränke und Genussmittel. Dabei schüttet der Körper Stoffe aus, die Entzündungen dämpfen können. Traditionelles Heilfasten und ebenso Intervall-Fasten können helfen, gesund abzunehmen und das Körpergewicht zu halten. Allerdings löst der totale Verzicht auf Nahrung Stress aus: Der Körper reduziert den Energieverbrauch und baut Eiweiß in den Muskeln ab.

Intervall-Fasten kann vor Diabetes schützen
Beim Intervall-Fasten kann man zwischen täglichen Essenspausen oder ganzen Fastentagen wählen - zum Beispiel 16 Stunden während der Nacht pausieren, eine Mahlzeit am Tag ausfallen lassen oder fünf Tage in der Woche normal essen und zwei Tage nichts. Dadurch lernt der Stoffwechsel, von seinen Reserven zu leben, und der Muskelabbau wird verhindert. In der restlichen Zeit isst man in Maßen, worauf man Lust hat. Trinken darf man auch während des Fastens - aber nur kalorienfreie Getränke (Wasser, ungesüßter Tee oder maßvoll schwarzen Kaffee). Studien haben gezeigt, dass Intervall-Fasten beim Abnehmen hilft und auch vor Diabetes (Typ 2) schützen kann und möglicherweise sogar bei Krebstherapien unterstützend wirkt. Bei dieser Fastenform kommt es zu heilsamen biochemischen Veränderungen im Körper, etwa zu einem verbesserten Zucker- und Fettstoffwechsel. Der Stoffwechsel wird nicht gedrosselt, die Muskelmasse nicht abgebaut. Dadurch wird der gefürchtete Jo-Jo-Effekt vermieden.

Vorsicht bei Vorerkrankungen!
Intervall-Fasten ist nicht geeignet bei:
  • niedrigem Blutdruck
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • verschiedenen Stoffwechselerkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • Essstörungen wie Anorexie oder Bulimie
  • Untergewicht
  • hohem Lebensalter
  • vielen chronischen Krankheiten - den Arzt fragen

5:2 oder lieber 8:16?
Die bekannteste Form des Intervall-Fastens ist die 5:2-Diät: An fünf Tagen in der Woche darf man wie gewohnt essen, ohne Kalorien zu zählen. An zwei Tagen wird die Nahrungszufuhr bei Frauen auf 500, bei Männern auf 600 Kalorien reduziert. Dazu gilt es, viel Wasser und ungesüßten Tee zu trinken. Kohlenhydrate wie Brot, Nudeln, Kartoffeln und Zucker sind an den Fastentagen tabu. So lernt der Körper, von seinen Reserven zu leben. Wer keine ganzen Tage fasten möchte, kann längere Essenspausen in den Tagesablauf einbauen. Bei der 8:16-Diät lässt man eine Mahlzeit pro Tag ausfallen, damit man 16 Stunden am Stück auf Nahrung verzichtet. Wer zum Beispiel nach 17 Uhr nichts mehr isst, darf am nächsten Morgen um 9 Uhr wieder frühstücken. Ein angenehmer Nebeneffekt: Der Körper hat so nachts weniger mit der Verdauung zu tun, was der Schlafqualität zugutekommt.

Darauf müssen Sie beim Fasten achten
Beim Fasten ist es wichtig, in den Phasen der Nahrungsaufnahme nicht mehr zu essen als gewohnt. Zwischen den Mahlzeiten sollte man Pausen von mindestens vier bis fünf Stunden einhalten. Denn isst man zwischendurch, wandelt der Körper die Kohlenhydrate in Zucker um und dieser geht direkt ins Blut. Der Blutzuckerspiegel steigt, der Körper schüttet Insulin aus und stoppt den Fettabbau. Die rasche Insulinausschüttung kann zu einer leichten, kurzzeitigen Unterzuckerung und Heißhungerattacken führen.

Tipps zum Intervall-Fasten
  • Wählen Sie bei der 5:2-Diät die Wochentage zum Fasten aus, an denen Sie wenig Stress und genug Zeit für Ruhephasen haben.
  • Vermeiden Sie körperliche Belastung während des Fastens, bis Sie sich komplett an den neuen Rhythmus gewöhnt haben.
  • Essen Sie nach dem Intervallfasten normal, keine größeren Portionen.
  • keine Snacks zwischen den Mahlzeiten
  • Wasser oder ungesüßter Tee helfen, während der essensfreien Zeit Hungerlöcher zu überbrücken.
  • Machen Sie nach der ersten Mahlzeit einen kleinen Spaziergang oder treiben Sie ein wenig Sport.


Autorinnen: Ulrike Heimes/Madlen Zeller
 

Kontaktadressen

AlopeciaAreata Deutschland e. V.
Postfach 10 01 45
47701 Krefeld
Telefon: 01805-786006 (14 ct./Min. aus dem Festnetz)
Telefonische Beratung Di von 10:00-12:00 Uhr und Do 15:00-17:00 Uhr unter: 02151-786006
Mail: kreisrunderhaarausfall@web.de
Internet: www.aad-ev.de

Berufsverband Der Deutschen Dermatologen e. V. (BVDD)
Robert-Koch-Platz 7
10115 Berlin
Telefon: 030-24625353
Internet: www.uptoderm.de

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
Godesberger Allee 18
53175 Bonn
Telefon: 0228-3776600
Mail: webmaster@dge.de
Internet: www.dge.de

Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie
e. V.

c/o EndoScience Endokrinologie Service GmbH
Hopfengartenweg 19
90518 Altdorf
Telefon: 09187-9742411
Mail: dge@endokrinologie.net
Internet: www.endokrinologie.net
 

Buchtipps

Michael Rogall: "MännerHaarSprechStunde: Mehr als 100 Experten-Tipps zur effektiven Selbsthilfe bei Haarausfall und Schuppen"
Quell Verlag, 1. Auflage 2015
ISBN-10: 3981540271
ISBN-13: 978-3981540277
Preis: 19,90 Euro

Dr. Michael Mosley, Mimi Spencer: "The Fast Diet - Das Original: 5 Tage essen, 2 Tage fasten"
Goldmann Verlag 2014
ISBN-10: 3442174481
ISBN-13: 978-3442174485
Preis: 8,99 Euro

Natürlich gesund e. V.: "Verband für ganzheitliche Gesundheitsberatung
Säure-Basen und Mineralstoffe im Gleichgewicht"

(Ratgeber 2)
Kindle Edition (1917 KB)
ASIN: B06Y5JNTPH
Preis: 0,99 Euro

Matthias Bastigkeit: "Mikronährstoffe sinnvoll kombinieren: Basen, Vitamine und Mineralstoffe kritisch unter der Lupe "
Verlag Maudrich; 1. Aufl. 2012
ISBN-10: 3851759583
ISBN-13: 978-3851759587
Preis: 24,20 Euro
 
 

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Redaktion: casc / jaar
Letzte Aktualisierung: 22.06.2017, 12:24 Uhr
 
 

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