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Flasche mit Gift-Aufkleber (Bild:  picture-alliance/dpa)
 

Platz 1: Vorsicht beim Pilzesammeln!

Im Herbst streift Karin Geiger gerne durch den Bayerischen Wald - auf der Suche nach Pilzen. Und sie ist sicher: In ihrem Korb landet nur was sie ganz genau kennt: Steinpilze, Birkenpilze oder Rotkappen und die schmackhaften Stockschwämmchen. Dass die einen gefährlichen Doppelgänger haben, ahnt sie nicht. "Ich bin von klein auf - direkt am Waldrand aufgewachsen - und immer in die Pilze gegangen. Wir haben die immer genommen, also ich war mir hundertprozentig sicher - da hat's überhaupt keinen Zweifel gegeben", erzählt Karin Geiger.
 
Erste Symptome erst zwölf Stunden später
Die Ausbeute an diesem Tag ist gut - Karin Geiger hat besonders viele der vermeintlichen "Stockschwämmchen" gefunden. Zum Abendessen macht sie daraus eine Pilzpfanne - eine beinahe mörderische Mahlzeit. Doch das bemerkt sie erst zwölf Stunden später. "Gegessen hab ich es ja abends, so gegen 20:00 Uhr und dann war alles in Ordnung. Ich bin am nächsten Tag zur Arbeit, um 6:00 Uhr angefangen - hab nichts bemerkt. Und um 8:00 Uhr die erste Pause und a bisserl was getrunken und da wurde es mir sofort schlecht. Hab mich dann übergeben müssen - und dann ging's gleich weiter mit Durchfall und das hörte nicht mehr auf."
 
Statt Stockschwämmchen hat Karin Geiger Gift-Häublinge erwischt. Die enthalten dasselbe Gift wie der Knollenblätterpilz. Mit schweren Vergiftungserscheinungen wird sie ins Münchner Klinikum Rechts der Isar eingeliefert. Ihre Leberwerte verschlechtern sich, die Entgiftung schlägt nicht an. Karin Geiger schwebt in Lebensgefahr. Sie braucht eine neue Leber. Eine Transplantation rettet sie.

Früher starb an dieser Art der Pilzvergiftung noch jeder fünfte Patient! Karin Geiger hatte Glück, doch seit der Transplantation ist sie arbeitsunfähig, hat mit ihrem Spenderorgan oft Probleme.
 
Welcher Pilz steckt hinter einer Vergiftung?
Das wird im toxikologischen Labor untersucht. Gut ist wenn Pilzabfälle oder Essensreste vorliegen. Dann gelingt es den Experten meist schnell, die Ursache zu ermitteln.
Ein großes Problem, wenn Laien sammeln ist, dass sich oft hartnäckig veraltetes Wissen hält. Einige Giftpilze galten früher irrtümlicher Weise sogar als essbar: der "Kahle Krempling" zum Beispiel. Er kann tödliche Allergien auslösen. Doch lange wurden Todesfälle nicht mit ihm in Zusammenhang gebracht.

Kein Einzelfall: Vorsicht also bei älteren Fachbüchern! Denn darin können Giftpilze noch als leckere Speisepilze beschrieben sein. Und es drohen weitere Gefahren: Zuwanderer-Pilze. Durch den Klimawandel wachsen neue, wärme liebende Arten neben altbekannten Exemplaren. Zum Beispiel ein kleiner Trichterling. Der sieht manchen Speisepilzen ähnlich. Er ist aus Nordafrika eingewandert, erst mal nach Spanien, dann nach Italien - inzwischen ist er schon in Österreich bei Wien gefunden worden und er hat mit das schlimmste Vergiftungsbild, das man sich vorstellen kann - bis zu einem halben Jahr Dauerschmerzen, die so stark sind, dass man an den Schmerzen sterben kann.
 
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Redaktion: maho
Letzte Aktualisierung: 6.07.2012, 17:07 Uhr
 
 

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Sendezeit

Mittwoch, 21:00 Uhr
 

Vorschau

Video: Digitale Datenschätze sicher sichern 17 Sek
(hr | Trailer, 26.06.2013)

 

So geht's

Gewinnspiel

Thomas Ranft stellt in der Sendung eine Frage und nennt Ihnen verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Schicken Sie die richtige Lösung und ihre Anschrift per SMS an: 0160/4720116 (SMS-Preis Ihres Anbieters) oder per E-Mail an: wissen@hr.de

Am Ende der Sendung wird der Gewinner bekannt gegeben.
 

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