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Fünf gängige Ernährungsirrtümer

In Sachen Ernährung sind wir ja alle mehr oder weniger Experten. Es gibt so viele Weis- und Wahrheiten, die für uns im Alltag selbstverständlich geworden sind. Süßstoffe statt Zucker helfen der schlanken Linie. Zitrusfrüchte sind wahre Vitaminbomben. Und Aufgetautes sollte nicht wieder eingefroren werden. Doch stimmt das alles wirklich? Alles Wissen zeigt fünf gängige Ernährungsirrtümer.
 

Platz 5: Margarine schützt das Herz!

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17.10.2012, 21:00 Uhr
Video: Fünf gängige Ernährungsirrtümer 5:49 Min
(© hr | alles wissen, 17.10.2012)
Jetzt erst mal ausgiebig frühstücken. Stellt sich die Frage: was kommt aufs Brot? Butter halten viele für zu fett, und das sei schlecht für die Gesundheit. Da scheint Margarine für das Frühstück die bessere Wahl zu sein. Denn pflanzliches Fett soll dem Herz und Kreislauf nicht schaden. Leider ein Irrglaube: Denn bei der Herstellung von Margarine kann ein umstrittener Fettschadstoff entstehen. Außerdem gibt es bei minderwertiger Margarine das Problem von ungesunden Transfettsäuren.

Christoph Klotter, Professor für Ernährungswissenschaften an der Hochschule Fulda: "Vor 20 Jahren glaubten wir, dass wer Butter isst, bald tot ist, wer Margarine isst, unendlich lange lebt. Das lässt heute der Stand der Forschung nicht mehr zu. Kühe, die viel Heu bekommen, haben ne sehr gesunde Fettsäurestruktur. Und Margarine ist gar nicht so gut für´s Herz, wie man lange Zeit geglaubt hat." Durch Transfettsäuren in der Margarine erhöht sich der Cholesterinwert, sowie das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Wer also lieber Butter mag, braucht kein schlechtes Gewissen zu haben.
 

Platz 4: Süßstoffe machen schlank!

Nicht so viel Süßes zwischendurch. Natürlich auch nicht im Kaffee. Deshalb - weg mit dem Zucker. Süßstoff enthält überhaupt keine Kalorien und verhilft zu einer guten Figur. Leider völlig falsch! Wer regelmäßig Süßstoff verwendet, kann sogar zunehmen. Warum das?

Professor Christoph Klotter: "Wenn ich Süßstoff in meinen Kaffee tue, damit ich abnehme, dann reagiert der Körper so, als ob ich trotzdem Zucker nehmen würde. Der Körper ist enttäuscht, wenn er nur Süßstoff bekommt. Dementsprechend will ich nachher, wenn ich den Kaffee getrunken habe, Kuchen essen oder Kekse, damit der Körper das nachholen kann, was er vorher nicht bekommen hat."

Der künstliche Zuckerersatz regt damit den Appetit auf Süßes an und das bekommt der Figur natürlich nicht so gut. Zucker in Maßen ist eben doch die bessere Wahl!
 

Platz 3: Zitrusfrüchte enthalten viel Vitamin C!

Eine Erkältung bahnt sich an. Da sollte man schnell gegenarbeiten mit viel Vitamin C. Also gleich in den nächsten Obstladen. Zitronen und Orangen haben schließlich das meiste Vitamin C.
Doch das ist ein weit verbreiteter Irrtum! Etliche Obst- und Gemüsesorten haben wesentlich mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Wie kommt es aber zu diesen falschen Annahmen?

Professor Christoph Klotter: "Wenn wir essen, essen wir nicht nur Inhaltsstoffe, sondern wir essen auch Träume. Bei Zitrusfrüchten denken wir an ferne Länder, Strände, Urlaub, Entspannung. Tatsächlich ist in Zitrusfrüchten weniger Vitamin C drin als in Paprika oder Petersilie."

Paprika enthält doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen, genauso wie Brokkoli. Und in Petersilie ist sogar das Dreifache drin. Also, wenn eine Erkältung naht, dann ist der Rohkostsalat eine richtige Vitamin-C-Bombe.
 

Platz 2: Aufgetautes nicht wieder einfrieren!

Nachher kommt die Freundin zum Kaffee. Leider war wieder keine Zeit zum Backen. Also schnell einen Tiefkühlkuchen auftauen. Da ist sie auch schon – und sie hat Kuchen mitgebracht. Der frische schmeckt jetzt natürlich besser als der aufgetaute Kuchen. Was aber soll man mit dem Kuchen aus dem Tiefkühlfach machen? Muss man den jetzt wegschmeißen, schließlich darf man einmal Aufgetautes nicht wieder einfrieren, oder?

Professor Klotter: "Es ist ein Gerücht, dass man Dinge, die eingefroren waren und wieder aufgetaut wurden, nicht mehr einfrieren darf. Allerdings sollte beachtet werden, dass die wiederaufgetauten Dinge nicht drei Stunden in der Sonne stehen, speziell wenn es sich im Proteine handelt, die im Kuchen zum Beispiel mit drin sind."

Allzu lange sollten aufgetaute Lebensmittel zwar nicht bei Zimmertemperatur stehen bleiben. Kommen sie aber schnell wieder ins Gefrierfach, ist erneutes Einfrieren gar kein Problem.
 

Platz 1: Salz erhöht den Blutdruck!

Nach dem langen Tag jetzt noch was Leckeres kochen. Salz in den Kochtopf und Nudeln dazu. Aber wie viel Salz darf man denn nun essen? Schließlich soll Salz ja für zu hohen Blutdruck verantwortlich sein. Aber so stimmt das nicht, jedenfalls nicht bei den Mengen, die wir normalerweise zu uns nehmen. Trotzdem hält sich dieses Gerücht hartnäckig.

Dass Salz den Blutdruck steigen lassen soll, hängt mit der Erkenntnis zusammen, dass es Wasser bindet. Bei mehr Salz im Blut würde demnach ein größeres Blutvolumen stärker auf die Gefäßwände drücken und den Blutdruck erhöhen.

Professor Klotter: "Lange Zeit galt der übermäßige Salzkonsum, als eine Gesundheitsgefährdung, weil man dachte, dass Salzkonsum zu einem Anstieg des Blutdrucks führt. Heute geht man davon aus, dass nur eine Minderheit der Patienten auf Salz empfindlich reagiert, und die Mehrheit eigentlich sorglos Salz essen kann."

Denn für Bluthochdruck sind viele Lebensfaktoren verantwortlich. Salz spielt da nur bei sehr wenigen Patienten eine Rolle. Man darf also ruhig ein bisschen nachsalzen, aber bitte nicht übertreiben.

Autorin: Barbara Petermann
 
Redaktion: almu / juvo
Letzte Aktualisierung: 17.10.2012, 21:59 Uhr
 
 

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Sendezeit

Mittwoch, 21:00 Uhr
 

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Thomas Ranft stellt in der Sendung eine Frage und nennt Ihnen verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Schicken Sie die richtige Lösung und ihre Anschrift per SMS an: 0160/4720116 (SMS-Preis Ihres Anbieters) oder per E-Mail an: wissen@hr.de

Am Ende der Sendung wird der Gewinner bekannt gegeben.
 

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