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Kuchen (Bild:  colourbox.com)

Süße Lüge

Wie gesund ist Fruchtzucker?

Hm! Lecker! Wem läuft angesichts von Torten, Plätzchen und anderer Köstlichkeiten nicht das Wasser im Mund zusammen. Doch leider, leider steckt in diesen Dingen jede Menge Zucker. Und der ist nicht nur süß, sondern macht auch dick. Denn in 100 Gramm Zucker stecken stolze 400 Kalorien.
 

Fruchtzucker statt Haushaltszucker?

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25.07.2012, 21:00 Uhr
Video: Wie gesund ist Fruchtzucker? 5:29 Min
(© hr | alles wissen, 25.07.2012)
Besser wäre da doch eigentlich Fruchtzucker. Der kommt in unserem Obst vor. Und macht, so heißt es, weniger dick. Viele Lebensmittelhersteller süßen ihre Produkte mittlerweile ganz oder teilweise mit Fruchtzucker – auch Fructose genannt. Ein Trend, der von den vielen Verbrauchern positiv aufgenommen wird. Und das nicht nur hierzulande. In die USA beispielsweise, hat sich der Fructose-Konsum in den letzten 30 Jahren verhundertfacht! Doch sind die Amerikaner nicht immer und immer dicker geworden?
 

Zucker – neben Fett der Dickmacher

Und in Deutschland? Besonders junge Menschen legen bei uns immer mehr an Gewicht zu. Und werden so dick, dass sie medizinische Hilfe benötigen. In der Spessart-Klinik im hessischen Bad Orb versucht man zusammen mit den Betroffenen einen Weg aus der gefährlichen Dickleibigkeit zu finden. Neben Fett ist Zucker der Risikofaktor für Übergewicht. Und der Fruchtzucker? Ist er eine Alternative? Denn was in gesunden Früchten steckt, kann doch als Zusatz in Lebensmitteln nicht schädlich sein, oder? Diätassistent Horst Bauer sieht das
kritisch: "Wenn man natürlich nur den Fruchtzucker isoliert betrachtet, hat man einfach nur die Kalorien, die leere Energie. Und was man heute auch weiß, ist, dass Fruchtzucker vom Körper gar nicht so gut verwertet werden kann."
 

Verkaufstrick Fruchtzucker?

Wie bitte? Alles nur ein Verkaufstrick? Das wollen wir genauer wissen. Und fahren nach Potsdam. Hier, am Deutschen Institut für Ernährungsforschung haben sich Wissenschaftler sehr intensiv mit der Frage beschäftigt, was im Körper eigentlich passiert, wenn wir Fructose zu uns nehmen. Um herauszufinden, ob Fruchtzucker wirklich ungesund ist, wurde mehreren Gruppen von Mäusen über zwei Monate hinweg unterschiedlicher Zucker in Form von Nährlösungen gegeben. Während eine Gruppe Softdrinks bekam, die mit normalem Haushaltszucker gesüßt waren, trank eine zweite Gruppe von Mäusen ausschließlich Fruchtzucker-Lösungen. Die Wissenschaftler interessierte vor allem eines: Welche der beiden Gruppen hat nach zwei Monaten mehr Gewicht zugelegt?
 

Der unterschätzte Dickmacher

Für die Forscher steht die Fructose schon seit langem unter dem Verdacht, ein unterschätzter Dickmacher zu sein. Und dies vor allem aus einem Grund: Beim Konsum von normal gesüßten Getränken oder Speisen wird in unserem Körper Insulin ausgeschüttet. Und damit dem Gehirn signalisiert: Stopp! Ich bin satt!

"Die Fructose löst diese Insulin-Ausschüttung nicht aus", warnt Professor Annette Schürmann, Pharmakologin am Institut. "Das heißt: Wenn wir fructosehaltige Getränke oder Nahrungsmittel zu uns nehmen, bleibt dieses Signal aus."
 

"Fruktose-Mäuse" wurden dicker

Und das hat fatale Folgen. Denn nach dem zweimonatigen Test bestätigte sich der Verdacht der Potsdamer Forscher: Während die Mäuse, die die Softdrinks mit dem Haushaltszucker tranken, weiterhin schlank waren, hatten die Fructosemäuse deutlich an Gewicht zugelegt. Und nicht nur das Mehr an Körperfett beunruhigte die Wissenschaftler. Auch die Lebern der Fructose-Mäuse hatten unter dem hohen Fruchtzucker-Konsum gelitten. Die Organe der Normalzuckermäuse wiesen weiterhin einen normalen Fettanteil auf – hier sichtbar als kleine rote Punkte.

Ganz anders die Fruktose-Mäuse: sie hatten innerhalb weniger Wochen eine deutliche Fettleber entwickelt. Und was bei der Maus passiert, das passiert auch beim Menschen. Warum also werden Lebensmittel überhaupt mit Fruchtzucker gesüßt? Annette Schürmann: "Ein Grund ist sicherlich, dass die Fructose eine höhere Süßkraft hat als alle anderen Zucker. Ein weiterer Grund ist sicherlich, dass es sich besser verkaufen lässt, weil es hört sich ja gesund an, wenn eine Soße, ein Ketchup oder ähnliches mit Fructose gesüßt ist, mit Fruchtzucker gesüßt ist. Dann hört es sich gesund an." Doch was bedeutet das nun alles für unsere Ernährung? Haben wir nicht gelernt: Obst ist gesund? Und nun? Sollen wir Obst jetzt meiden? Keine Äpfel, keine Bananen mehr essen? Keineswegs, beschwichtigt Diätassistent Horst Bauer: "Beim Obst ist es natürlich so: da ist Fruchtzucker drin, aber da sind auch alle anderen Zuckersorten drin: der Traubenzucker, den der Körper gut verwerten kann. Und auch der ganz normale Haushaltszucker ist da drin. Und was das Obst eben hat: den eingebauten Sattmacher. Da sind die Ballaststoffe drin und die machen eben satt."
 

Obst macht nicht dick, Obstsaft aber schon

Obst ist also weiterhin empfehlenswert. Anders sieht es beim Konsum von Obstsäften aus, denn ihnen fehlen die Ballaststoffe. Bauer: "Wenn wir den Saft trinken, dann kriegen wir zwar die Energie, den Zucker von den Säften, aber wir bekommen nicht die Sättigung von den Früchten. Und wenn wir eben fünf Äpfel essen, sind wir satt – und bei zwei Gläsern Saft ist es nicht der Fall."

 

Haushaltszucker – besser als sein Ruf

Und bei Fertigprodukten? Da heißt es: genau hinschauen, wo Fructose drinsteckt. Und im Zweifel lieber auf den guten alten Haushaltszucker setzen. Denn der ist offensichtlich besser als sein Ruf.

Autor: Stefan Venator
 
 
 
Redaktion: isst / maho
Letzte Aktualisierung: 26.07.2012, 10:12 Uhr
 
 

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Sendezeit

Mittwoch, 21:00 Uhr
 

So geht's

Gewinnspiel

Thomas Ranft stellt in der Sendung eine Frage und nennt Ihnen verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Schicken Sie die richtige Lösung und ihre Anschrift per SMS an: 0160/4720116 (SMS-Preis Ihres Anbieters) oder per E-Mail an: wissen@hr.de

Am Ende der Sendung wird der Gewinner bekannt gegeben.
 

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