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Alles Wissen
Frau in einem Lager für Goldbarren (Bild:  picture-alliance/dpa)

Wertvoll und beständig?

Rohstoff Gold

Gold fasziniert seit Jahrtausenden. In vielen Kulturen hat das schillernde Edelmetall bis heute einen besonderen Stellenwert. Man könnte auch sagen: Besonders heute, denn in Zeiten von Finanzkrise und Euro-Panik flüchtet die halbe Welt ins Gold und treibt den Preis in die Höhe.
 

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10.10.2012, 21:00 Uhr
Video: Rohstoff Gold 6:18 Min
(© hr | alles wissen, 10.10.2012)
Doch bedeutet das auch gute Zeiten, um aus Gold viel Geld zu machen? Alles Wissen möchte das genauer wissen und trifft Ralf Ferdinand, den Kunden eines Goldankaufs in Frankfurt. Dabei hat er Schmuckstücke seiner Großtante aus den 1960er, 70er Jahren. Ideellen Wert haben sie für seine Familie nicht. Deswegen will Ralf Ferdinand die Stücke schätzen lassen, um ihren Geldwert zu ermitteln.

"Ich habe keine Ahnung, ob das jetzt 1500 oder mehr Euro werden wird. Ich bin mir auch nicht sicher bin, ob das alles richtiges Gold ist. Denn nicht alles was glänzt ist ja Gold", so der Kunde im Goldankauf. Der "Goldankauf Zeil" ist der älteste in Frankfurt. Peter Gensberger kauft in seinem Laden seit mehr als 25 Jahren Gold und andere Edelmetalle. Doch solch einen Boom wie im Moment hat er noch nie erlebt: "Ich habe mehr Kunden, teilweise stehen sie bis vor der Tür, um das Gold zu verkaufen. Besonders wenn das Gold große Schwankungen macht", erzählt Peter Gensberger vom Goldankauf Zeil.
 

Ist Gold wirklich wertstabil und sicher?

Doch woran liegt es, dass Gold sich gerade in Krisenzeiten besonders gut verkauft? Gold gilt als wertstabil, weil es nicht vermehrt werden kann. Der weltweite Bestand von 153.000 Tonnen passt in ein mittleres Mietshaus! Dennoch fallen auf jeden Weltbürger immer noch 25,5 g reines Gold.

Doch bietet Gold wegen seiner Knappheit wirklich absolute Sicherheit? Die gibt es auch beim Gold nicht, warnt der Finanzexperte Wolfgang Gerke: "Gold ist etwas, das kann man anfassen, das kann man seiner Frau um den Hals hängen, das kann man in den Tresor legen, also etwas Reales. Das Papiergeld kann da nicht mithalten – aber es schwankt gemessen in Papiergeld und das nennen wir Risiko."
 

Wie viel pures Gold steckt in den Schmuckstücken?

Da der Goldpreis zurzeit hoch ist, hofft Ralf Ferdinand auf ein gutes Geschäft. Doch erst muss der reine Goldgehalt seines Schmucks bestimmt werden. Der liegt meist zwischen 33,3 und 90 Prozent. Der Anteil reinen Goldes wird meist in einem Stempel angegeben.

Ralf Ferdinand hat unter anderem eine Uhr seiner Großtante dabei. Diese ist 750er Gold – sie besteht also zu 75 Prozent aus purem Gold. Um den Gesamtwert zu ermitteln, wird das sogenannte "Feingewicht" aller Schmuckstücke addiert. Peter Gensberger verrät, wie viel Gramm pures Gold da drin steckt: "Wir haben hier 141,8 Gramm Feingold." Für seinen Kunden ist das eine Überraschung: "Das finde ich schon erstaunlich. So richtig greifbar wird das für mich erst, wenn Herr Gensberger am Ende die Geldsumme eintippt. Ich kann es mir jetzt nur so ungefähr im Kopf überschlagen. Was kommt dann da raus am Ende?"
 

Das Edelmetall aus dem Weltraum

Im Goldankauf steigt die Spannung... Doch spannend ist auch, woher Gold überhaupt stammt: Nämlich nicht von der Erde, sondern aus dem Weltraum. Eindrucksvoll zeigt das die Dokumentation "Die Entstehung unserer Erde". Bei der Explosion eines untergehenden Riesensterns formten sich unter anderem Goldatome. Diese flogen durchs All und trafen dabei auf die gerade entstehende Erde. Die Haupteinschläge gab es dabei in Südafrika, den USA, Australien und Russland.
 

Die Bergbauregion Witwatersrand in Südafrika

Die berühmteste Goldbergbauregion der Welt liegt in Südafrika. Aus dem Witwatersrand bei Johannesburg stammen 40 Prozent der Goldmenge, die jemals abgebaut wurde. Um weiter Gold zu schürfen, müssen die Arbeiter mittlerweile immer tiefer nach unten. Inzwischen bauen sie das Gold fast 4 Kilometer unter der Erdoberfläche ab.

Im Anschluss muss das Edelmetall aus dem Gestein gelöst werden – behilflich ist dabei die hochgiftigen Chemikalie Zyanid. In sogenannten "Scheideanstalten" wird das flüssige Gold beispielsweise zu Barren gegossen und mit einer Prägung versehen.
 

Die eisernen Reserven der Bundesrepublik

Goldbarren sind übrigens nicht nur Handelsware, die ständig ge- und verkauft wird. Goldbarren sind nicht zuletzt eiserne Reserven von Staaten. Auch Deutschland hat Goldreserven – und das nicht zu wenig. Denn mit über 3.400 Tonnen Gold besitzt Deutschland gleich nach den USA das größte staatliche Golddepot der Welt.

Und wo steckt diese unglaubliche Menge an Goldbarren? Man könnte denken, sie werden in den Tresoren der Bundesbank in Frankfurt aufbewahrt. Doch das ist falsch! Denn unser Gold lagert zu großen Teilen im Ausland, etwa bei der Bank of England in London und in der Federal Reserve Bank in New York. Doch was hat es da zu suchen? Warum liegt es nicht bei uns? "Das ist historisch entstanden, die deutsche Bundesbank hatte gar nicht die großen Tresore für all die Goldbestände, die man hat durch unsere hohen Außenhandelsbilanzüberschüsse. Und so ist letztenendes die sichere Lagerstadt in den USA, in London als Ort gewählt worden für das deutsche Gold", so der Bank- und Börsenexperte Wolfgang Gerke.
 

Lohnt sich der Goldverkauf in der Krise?

Im "Goldankauf Zeil" in Frankfurt will Ralf Ferdinand jetzt endlich wissen, wie viel sein Goldschmuck wert ist. 1500 Euro hatte er sich erhofft. Peter Gensberger lüftet das Geheimnis: "Insgesamt 5190 Euro kann ich Ihnen dafür anbieten."

Über 5000 Euro für 140 Gramm Gold – für Ralf Ferdinand hat sich der Goldverkauf in diesen Krisenzeiten wirklich gelohnt: "Damit habe ich jetzt ehrlich gesagt nicht ganz gerechnet, aber es muss ja auch schöne Überraschungen geben. Fein!", so der zufriedene Kunde.

Autorin: Katja Deiß
 
Redaktion: almu / besi
Letzte Aktualisierung: 10.10.2012, 22:11 Uhr
 
 

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Sendezeit

Mittwoch, 21:00 Uhr
 

So geht's

Gewinnspiel

Thomas Ranft stellt in der Sendung eine Frage und nennt Ihnen verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Schicken Sie die richtige Lösung und ihre Anschrift per SMS an: 0160/4720116 (SMS-Preis Ihres Anbieters) oder per E-Mail an: wissen@hr.de

Am Ende der Sendung wird der Gewinner bekannt gegeben.
 

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