Rückt eine Inflation tatsächlich näher? mx trifft Christiane Gillert. Sie weiß wie keine andere, wo die Preise hingehen. Denn Frau Gillert notiert seit 40 Jahren alles in ihrem Haushaltsbuch.
Sie sagt: "Pfennigfuchserin ist für mich kein Schimpfwort, damit kann ich gut leben. Es ist einfach mein Hobby zu sparen und da steh ich auch dazu."
Christiane Gillert kennt die Top-Preistreiber der vergangenen 10 Jahre:
Lebensmittel: 18,5 Prozent
Benzin: 56 Prozent
Strom- und Heizkosten: 71 Prozent teurer in 10 Jahren
Beispiel Lebensmittel
Dank Haushaltsbuch wissen wir: Fleisch und Fisch ziehen an. Und was noch? Christiane Gillertz zählt auf: "Besonders auffällig ist es bei Butter: ein Stück Butter hat vor zwei Jahren 69 Cent gekostet und jetzt muss man 1,09 bezahlen. Cashewkerne: 1,29 vor zwei Jahren, 1,89 heute. Und Kochschinken isst jeder gerne: 1,29 vor zwei Jahren, jetzt 1,89 bei 200 Gramm."
Und wie geht´s weiter? Neben Preis-Expertin Gillert fragen wir das einen echten Finanzprofi, Dirk Müller, das Gesicht der Börse: "Die Inflation ist eine deutsche Urangst, spätestens seit den 1920er Jahren, als ein Brot mehrere Millionen gekostet hat. Also vor der Situation stehen wir jetzt kurzfristig natürlich noch nicht, aber wer weiß, was kommt. Die Sorge ist natürlich bei den Leuten da."
Die mx-Prognose: Bei Lebensmitteln bleibt der Preisauftrieb im Rahmen. Auch, weil die Konkurrenz von Discountern und Supermärkten so hart ist.
Der Gillert-Tipp für Sparfüchse: "Es gibt immer in Märkten auch Sonderangebote, mit Waren, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum 1-2 Tage bevorsteht. Da bekommt man die Sachen zum halben Preis und die sind immer noch prima."
Beispiel Spritpreise:
Christiane Gillert weiß: Der Liter Super-Benzin kostet aktuell 1,62,9 Euro. Vor 5 Jahren waren es 1,34 Euro, vor 10 Jahren 1,07 Euro.
Die Preistreiberei an der Zapfsäule: ein Paradebeispiel, wie Preise auf Kosten der Verbraucher künstlich nach oben getrieben werden, sagt Dirk Müller: "Das viele Geld sammelt sich in den Finanzmärkten und schießt in die Rohstoffe, ins Öl. Das führt dazu, dass Spritpreis deutlich nach oben gehen, obwohl es im Moment in der Wirtschaft gar nicht so doll läuft. Öl wird gar nicht so gebraucht."
Gerade hier hilft die Alltags-Beobachtung unserer Preisexpertin. Christiane Gillert hat alle Tage und Uhrzeiten notiert. Ergebnis ist der ultimative Günstig-Tank-Tipp: "Es hat sich herausgestellt, das Montagsmittags um 14:15 Uhr der Benzinpreis sehr günstig ist. Im Gegensatz zu Sonntagabends, wo noch die Wochenendpreise greifen."
Preistreiber Energiekosten
Was aber tun gegen den Preistreiber schlechthin die Energiekosten? Öl und Strom gehen geradezu durch die Decke. In 10 Jahren 71 Prozent teurer! Da ist selbst Sparfuchs Christiane Gillert eher ratlos. Ein Mix aus ganz verschiedenen Maßnahmen hilft da noch am ehesten.
Christiane Gilbert: "Also bei den Stromkosten kann man wenig sparen, entweder man benutzt seine Geräte oder nicht. Aber zum Beispiel Heizen: durch den Kachelofen haben wir eine Holzvariante, wo wir den unteren Stockwerk immer wohlig warm halten können, und Solar auf dem Dach bringt uns immer heißes Wasser. Diese Kombination ist die optimale Lösung für uns."
Fazit: Es könnte so richtig teuer werden in den kommenden Jahren. Preise beobachten und damit sparen das lohnt sich. Christiane Gillert tut das längst und bezahlt mit dem gesparten Geld ihr schönstes Hobby: Reisen.