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Grüner Salat (Bild:  colourbox.com)

Folgen einer Urlaubsreise

Zoonosen durch Lebensmittel

Monatelang hielt EHEC europaweit die Behörden in Atem. Doch es sind nicht nur die EHEC-Erreger, die Menschen gefährlich werden können. Europaweit lauern Krankheiten, die ähnliche Symptome aufweisen, die man sich schlicht durchs Essen einfangen kann - zum Beispiel durch unzureichend gewaschenen Salat.
 

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20.06.2012, 21:00 Uhr
Video: Zoonosen durch Lebensmittel 4:12 Min
(© hr | alles wissen, 20.06.2012)
Es war nur ein Essen im Restaurant, im Urlaub, in Portugal. Mit Vorspeise, Fleisch und Salat. Doch für Frank Z. hatte es üble Folgen. 12 Tage später bekommt der Chef eines Trockenbauhandels heftige Magen-Darmkrämpfe. So schlimm, dass er es kaum mehr aushält: "Das kam ganz schlagartig. Das hat mit die Luft weggeschnürt. Unzählige Toilettengänge. Es war Blut im Stuhl. Es war schrecklich. So was hab ich noch nicht erlebt, zuvor. Es ist unglaublich."

Frank Z. macht sich Sorgen, hat Angst, sich erneut ein Magengeschwür zugezogen zu haben. Der 40 jährige schleppt sich zum ärztlichen Notdienst. "Der Arzt hat mir erst mal Schmerztabletten gegeben, dass sich die Krämpfe beruhigen. Und dann hat er mich mit Verdacht auf EHEC ins Klinikum geschickt."
 

Versorgung im Krankenhaus

In der Frankfurter Universitäts-Klinik findet der Geschäftsmann Hilfe. Sein Zustand ist desolat. Er fühlt sich schwach, kann sich nur mit Mühe bewegen. Wegen des EHEC-Verdachtes wird der Patient auf die Isolierstation gebracht. Christoph Stephan, Oberarzt auf der Infektiologie an der Frankfurter Uniklinik: "Am Anfang war der Patient massiv dehydriert und hatte krampfartige Bauchschmerzen. Wir setzten eine Infusion, um Elektrolyte und Wasser zu ersetzen. Darunter stabilisierte sich der Zustand des Patienten."

Zeitgleich begibt sich das Ärzteteam um Christoph Stephan auf Spurensuche. Dem Patienten werden Blutproben entnommen. Auch der Stuhl wird im Labor der Uniklinik untersucht. Nach zwei Tagen stellt sich heraus: Frank Z. leidet nicht an einer EHEC-Infektion. Der 40jährige hat sich mit Campylobacter-Erregern infiziert. Ein Erreger, der nicht nur ähnliche Symptome aufweist wie der EHEC-Erreger. Er wird auch ähnlich übertragen - meist durch kontaminierte Lebensmittel.

Christoph Stephan von der Frankfurter Uniklinik: "Wir haben die Inkubationszeit des Erregers zurückgerechnet und kamen darauf, dass sich Frank Z. wahrscheinlich in seinem Urlaub angesteckt hat mit diesem Darmbakterium. Wahrscheinlich bei einem Essen mit nicht ganz durchgegartem Fleisch oder unpasteurisierter Milch, oder aber über einen Salat."
 

Zoonosen-Erreger

Hintergrund

Zoonosen

Zoonosen sind solche Krankheits-Erreger, die über Tiere auf den Menschen übertragen werden können. Neben EHEC und Camptylobacter zählen etwa auch Salmonellen zu den häufigsten Zoonosen-Erregern in Europa.
In vielen Fällen infizieren sich die Patienten direkt durch kontaminiertes Geflügel, Eier, Milch, Fisch oder Rindfleisch. Aber auch Gemüse oder Obst, das mit den Erregern in Berührung gebracht wird, etwa beim kochen, kann als Träger der Erreger dienen.

Infizieren sich Kinder, ältere oder gar kranke Menschen, kann das lebensbedrohliche Folgen haben. "Bei Patienten, die eine Grunderkrankung mitbringen, zum Beispiel eine Immunschwäche oder auch Krebs, kann diese Krankheit zum Tropfen werden, der das Fass zum Überlaufen bringt. Das heißt, letztendlich kann in so einer Krisensituation ein geschwächter Mensch auch an so einer derartigen Infektion versterben."
 

Spezielle Antibiotika-Therapie

Frank Z. hat Glück gehabt. Vier Tage kämpfte sein Körper mit den Campylobacter-Erregern. Um das die gefährlichen Keime in den Griff zu kriegen, behandelten ihn die Ärzte der Frankfurter Universitätsklinik mit einer speziellen Antibiotika-Therapie, die jedoch nicht bei allen Zoonosen hilft. Uni-Infektiologe Christoph Stephan: "Die EHEC-Infektion erfordert in den schweren Formen der Erkrankung eine Plasma-Therapie, die das Gift aus dem Blut entfernt, oder sogar Dialyse, also Blutwäsche. Über das Thema Antibiotika-Therapie gibt es geteilte Meinungen. Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie hat in einem Statement auch den Einsatz von Antibiotika-Therapien gerechtfertigt."

Vier Wochen ist es inzwischen her, dass Frank Z. an dem Campylobacter-Erreger erkrankt ist. Jetzt ist er froh, das Ganze überstanden zu haben: "Es geht mir langsam wieder besser, ich bin wieder bei Kräften. Ich habe noch ein träges Gefühl, manchmal, aber bin schon wieder gut ausgeheilt. Und hab wieder Appetit auf alles."

Die Krankheit hat Frank Z. nachdenklich gemacht: Zumindest zu Hause kommt bei ihm künftig nur noch durchgegartes Fleisch auf den Tisch. Und auch der Salat wird woanders gewaschen, um eine weitere Infektion zu vermeiden.

Autor: Dirk Kunze
 
Redaktion: almu / anwa
Letzte Aktualisierung: 20.06.2012, 22:09 Uhr
 
 

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Sendezeit

Mittwoch, 21:00 Uhr
 

So geht's

Gewinnspiel

Thomas Ranft stellt in der Sendung eine Frage und nennt Ihnen verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Schicken Sie die richtige Lösung und ihre Anschrift per SMS an: 0160/4720116 (SMS-Preis Ihres Anbieters) oder per E-Mail an: wissen@hr.de

Am Ende der Sendung wird der Gewinner bekannt gegeben.
 

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