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Protest-Schild gegen Fracking (Bild:  picture-alliance/dpa)
Fracking - von den Energiekonzernen gewünscht, von den betroffenen Bürgern abgelehnt.
 

Wie funktioniert Fracking?

Und hier kommt das "Hydraulic Fracturing", kurz Fracking, zum Einsatz. Um das eingeschlossene Gas fördern zu können, wird die Bohrung im Schiefergestein horizontal fortgesetzt und dann mit hohem Druck Wasser eingepresst. So kann das Gestein aufgebrochen, "gefrackt", werden. Es entstehen Risse. Durch diese strömt das Gas zum Bohrloch und kann gefördert werden.

Für die Förderung müssen die Risse aber offen bleiben. Deshalb ist das Wasser vermischt mit Spezialsand und Chemikalien. Die Chemikalien sorgen dafür, dass Sand und Wasser ein gelartiges Fluid bilden und der Sand in alle Zwischenräume gelangen kann und die Risse offen hält.
 

Sind die Chemikalien gefährlich?

Aber wie gefährlich sind diese Chemikalien? Das wird derzeit beim Umweltbundesamt genau geprüft, und es gibt schon eine erste Einschätzung: Bernd Kirschbaum: "Die Chemikalien, die eingesetzt werden, sind definitiv nicht unproblematisch. Da befinden sich auch Chemikalien darunter, die krebserzeugend sind, die erbgutverändernd sind. Und sollten die in oberflächennahe Grundwasserleiter gelangen, ist das durchaus besorgniserregend."

Was viele zusätzlich empört: Erst durch die neuen Fördervorhaben ist so richtig bekannt geworden, dass in Deutschland schon lange gefrackt wird. Rund 300 mal bislang. Zwar nicht im Schiefergestein - das ist ein neues Vorhaben - aber im Sandstein. Unter anderem, um die Ausbeute bei nachlassender Fördermenge zu erhöhen. Größere Zwischenfälle gab es dabei bisher nicht. Trotzdem: Die Bevölkerung ist deswegen und wegen der neuen Fördervorhaben im Schiefergestein verunsichert. Kritiker fordern, auch die bisherigen Fördermethoden genau unter die Lupe zu nehmen.
 
Einige Erdgaskonzerne gehen daher verstärkt an die Öffentlichkeit und haben Studien bei unabhängigen Wissenschaftlern in Auftrag gegeben, die sie auch der Öffentlichkeit präsentieren.
BNK Deutschland betont die prozentual geringe Menge der eingesetzten Chemikalien und verwendet laut eigener Angaben nur gering toxische Chemikalien. Klaus Angerer: "Wir setzen in erster Linie Wasser und Sand ein. 99 Prozent sind Wasser und Sand. Die Additive werden in geringerer Konzentration eingesetzt."

Aber: Die Menge der Additive, also der zugesetzten Chemikalien, klingt nur relativ gesehen wenig: Pro Bohrung benötigt man laut amerikanischen Studien durchschnittlich 10 bis 15 Millionen Liter Wasser. Da summieren sich auch die Chemikalien: Es sind zwischen 55 und 230 Tonnen pro Bohrung! Teilweise bleiben sie im Bohrloch, teilweise werden sie abgepumpt und an anderer Stelle im Boden wieder verpresst. Ist das wirklich sicher?
 
Klaus Angerer, Geschäftsführer BNK Deutschland: "Der Kontakt mit Grundwasser wird dadurch verhindert, das wir zentimeterdicke Rohrsysteme in das Gestein einzementieren."

Und das sieht so aus: Im Bereich der grundwasserführenden Schichten dienen zwei bis drei Rohre als Barriere. Zwischen Gestein und äußerem Rohr wird Zement eingefüllt, ebenso zwischen den Rohren. So sollen die Chemikalien sicher in das tiefer liegende Schiefergestein gelangen.
 
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Redaktion: maho
Letzte Aktualisierung: 2.08.2012, 0:00 Uhr
 
 

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Sendezeit

Mittwoch, 21:00 Uhr
 

Vorschau

Video: Wasser aus Wasserspendern im Test 14 Sek
(hr | Trailer, 19.06.2013)

 

So geht's

Gewinnspiel

Thomas Ranft stellt in der Sendung eine Frage und nennt Ihnen verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Schicken Sie die richtige Lösung und ihre Anschrift per SMS an: 0160/4720116 (SMS-Preis Ihres Anbieters) oder per E-Mail an: wissen@hr.de

Am Ende der Sendung wird der Gewinner bekannt gegeben.
 

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