Nieste liegt nur zwölf Kilometer entfernt von Kassel nahe der niedersächsischen Grenze, das Städtchen ist mit einer Fläche von vier Quadratkilometern, 1960 Einwohnern und gut 670 Häusern die kleinste selbstständige Gemeinde Hessens.
Und weil rund um Nieste 100 Kilometer Rad- und Wanderwege einladen, hat sich im Ort eine Wanderschule gegründet. Ausgebildete Wanderführer, die GPS und erste Hilfe beherrschen und sich bestens auskennen, begleiten die Wandergruppen im Naturparkgelände.
Bei Nieste stoßen gleich zwei Naturparks aneinander: Der Naturpark Hoher Meißner-Kaufunger Wald und der Naturpark Münden. Wir starten auf dem Wanderparkplatz bei der großen Holzskulptur. Sie zeigt einen Glasbläser oder Gläsner wie er vielleicht im Mittelalter ausgesehen haben mag, als im Gebiet zwischen Nieste und Bildstein die Glasbläser von Ostern bis Martini im Wald ihre Glasöfen heizten.
Das ganze Gebiet war und ist Grenzgebiet, was alte Grenzsteine von 1838 noch heute belegen: Auf der einen Seite haben die Steinmetze "KFH" für Kurfürstentum Hessen eingeschlagen, auf der anderen Seite "KH" für Königreich Hannover. Immer wieder gab es hier im Grenzgebiet Streitigkeiten. Die Niester hatten zum Beispiel an beide Landesherren den Zehnten zu entrichten, zahlten also zweimal Steuern. Dafür aber mussten sie weder für den König noch für den Kurfürsten in den Krieg ziehen.