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Kind vor Waschmaschine (Bild:  colourbox.com)
Werden alle Krankheits-Erreger beim Waschen abgetötet?

30.01.2013: Viren und Bakterien

Keim-Schleuder Waschmaschine

Energie sparen, die Umwelt schonen - das ist das Motto unserer Zeit. Deshalb sind beim Wäsche waschen Sparprogramme und niedrige Waschtemperaturen angesagt. Doch immer häufiger hört man, dass dabei gefährliche Krankheitserreger überleben sollen. Das wollten wir genau wissen.
 

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30.01.2013, 21:00 Uhr
Video: Keimschleuder Waschmaschine 5:37 Min
(© hr | alles wissen, 30.01.2013)
Ob rot, weiß, oder blau - heute wandert Alles in eine Trommel. Denn dank ausgetüftelter Waschmittel wird die Wäsche auch bei dreißig Grad sauber. Viele Textilien soll man auch gar nicht heißer waschen. Doch werden unsere Sachen dabei auch frei von Keimen?

Bakterien und Pilze, die krank machen, sollen angeblich in dem handwarmen Wasser überleben. Hautprobleme, Lungenentzündung, Übelkeit und Durchfall, sogar Blutvergiftung können die Folge sein und das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt: "Milde bleichmittelfreie Waschmittel reduzieren die Keimbelastung kaum…"
 

Überleben Bakterien in der Waschmaschine?

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Stimmt das wirklich? Das wollen wir genau wissen und fahren in die Hohenstein Institute bei Stuttgart. Dort wird die Waschwirkung von Waschmitteln untersucht. Wir geben einen Test in Auftrag. Unsere Fragen: Überleben die Keime bei 30 Grad mit einem Colorwaschmittel? Kriegt ein Vollwaschmittel mit Bleichstoffen sie bei 30 Grad heraus? Oder: Müssen es sowohl bei Color- als auch bei Vollwaschmittel schon 60 Grad sein, vielleicht sogar mehr?

Wir treffen den Mikrobiologen Helmut Mucha. Er kennt sich mit Bakterien und Co. bestens aus und hat für uns ein paar Keime ausgesucht, denen wir im Alltag ausgesetzt sind: Einen Hefepilz, eine Darmbakterie, eine Hautbakterie und eine Bakterie, die über Wasser übertragen wird. Bei allen Testkeimen, handelt es sich grundsätzlich um Krankheitserreger. Und sie können alle Antibiotika-Resistenzen erwerben. Und damit wären sie nur noch schwer medizinisch behandelbar.
 

Ob die Keime in unserem Test überleben?

Bevor es den Mikroorganismen an die Wäsche geht, werden sie mit Tierblut vermischt. Das sorgt dafür, dass sie gut an ihrem Untergrund – den kleinen Baumwollläppchen - haften.

Bis zu einer Millionen Pilze oder Bakterien tummeln sich auf jeder Stoffprobe. Um später ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten, werden über neunzig Läppchen mit unseren Keimen infiziert. Die Proben sind fertig. Es kann los gehen.
Damit alles "wie in Echt" ist, werden unsere Testkeime nicht allein, sondern mit einem Tuch mit einer genau definierten Schmutzmenge gewaschen. Zusätzlich gibt es noch Wäsche.

Aber reicht es eigentlich, die Erreger nur auf reinen Baumwollläppchen zu fixieren? Viele Textilien haben doch einen großen Anteil an Kunstfasern. "Wir wissen, dass auf Baumwolle Mikroorganismen besonders gut haften können, viel besser wie zum Beispiel auf Polyester oder auf Nylon, das heißt auf Kunstfasern sind Mikroorganismen leichter abwaschbar als auf Baumwolle, daher ist eigentlich die Simulation mit Baumwolle eher der Worst Case", erklärt unser Experte.
 

Krankmachende Keime sind nicht für den Geruch verantwortlich

Aus Kunstfasern lassen sich die Keime also am leichtesten entfernen. Trotzdem: Funktionskleidung, wie man sie beim Radfahren oder Joggen trägt stinkt nach dem Waschen häufig immer noch. Wie kommt das und kann man etwas dagegen tun?

"Es ist heute ja nicht mehr Usus vorzuwaschen, sondern man wäscht direkt im Hauptwaschgang, wobei man dann eben doch vom Sparprogramm auf das Vollprogramm umstellen sollte, um hier eine bessere Wasch- und Spülwirkung zu erzielen", so Helmut Mucha.

Krankmachende Keime sind übrigens nicht für den Geruch verantwortlich. Wem es trotzdem stinkt: Spezialwaschmittel können den Mief vertreiben.
Unsere Wäsche ist fertig. Haben die Waschmittel ganze Arbeit geleistet? Oder ist unsere Wäsche noch mit Keimen belastet? Noch liegt das Ergebnis nicht vor. Die Mikroorganismen müssen zuerst aus den Läppchen heraus gelöst und Nährböden damit geimpft werden. Ein großer Aufwand.
 

Desinfektionsmittel verwenden?

Wäre es nicht einfacher gewesen, uns Desinfektionsmittel zu empfehlen? Kann man die nicht einfach zum Waschmittel dazugeben? Das sollte man laut Helmut Mucha besser lassen, denn Desinfektionsmittel muss man richtig dosieren und anwenden können, weil sie sehr aggressive Substanzen enthalten.

Doch nicht nur das: Desinfektionsmittel greifen die Krankheitserreger an – und das sollen sie auch. Aber nicht alle Keime werden dabei zerstört. Einige überleben und werden unempfindlicher - sie bilden eine widerstandsfähigere Zellwand. Und diese Unempfindlichen vermehren sich weiter.
 

Unsere Test-Ergebnisse liegen vor

Wir sind gespannt! Der Blick auf den Nährboden zeigt: Auf keinem sind Keime vorhanden. Sind also 30 Grad und ein herkömmliches Colorwaschmittel ausreichend?

Unser Mikrobiologe Helmut Mucha: "Das würde ich so noch nicht verallgemeinern. Wir haben hier exemplarisch zwei Waschmittel eingesetzt, ein Colorwaschmittel und ein Vollwaschmittel. Doch auf dem Markt haben wir dutzende von Haushaltswaschmitteln, insofern ist das nur ein exemplarisches Ergebnis." Was Hoffnung macht, dass es bei anderen Waschmitteln ähnlich funktionieren könnte.
 

Tipp: Bei 60 Grad waschen und die Waschmaschine austrocknen lassen

Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man im Krankheitsfall zu sechzig Grad und einem Vollwaschmittel mit Bleichstoffen greifen. Nach dem Waschen sollte die Feuchtigkeit so gut wie möglich entfernt werden und die Trommel offen bleiben. Dann kann die Maschine austrocknen und Keime haben keine Chance.

Die Waschmaschine offen zu lassen ist übrigens wirklich wichtig, denn ein Rest Wasser bleibt immer übrig. Schließt man die Maschine, kann sie nicht austrocknen und in der Wasserpfütze vermehren sich die Keime dann gemütlich. Das kann dann auch dazu führen, dass Wäsche nach dem Waschen noch stinkt.

Wenn man gesund ist, können Bakterien und Co. einem nichts anhaben

Wer sich um Grippe-Viren Sorgen macht: Sie sind wesentlich wärmeempfindlicher als Bakterien und sterben schon bei niedrigen Waschtemperaturen. Auch auf Seife und Waschlauge reagieren sie schneller und werden inaktiviert. Wichtiger als das Waschen ist bei einer Grippe, die Wäsche nicht lange herum liegen zu lassen, sondern sie schnell zu waschen.


Bericht: Katrin Linke
 
Redaktion: nago
Letzte Aktualisierung: 4.02.2013, 15:43 Uhr
 
 

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Mittwoch, 21:00 Uhr
 

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Am Ende der Sendung wird der Gewinner bekannt gegeben.
 

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