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Arbeitsagentur fühlt sich getäuscht

Amazon-Beschäftigte arbeiten am Fließband. (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
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In der Kritik: die Arbeitsbedingungen beim Internetversandhandel Amazon.
Amazon bleibt in den Schlagzeilen: Die Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda wirft dem Internet-Versandhändler jetzt vor, sie getäuscht zu haben. Die Opposition im Landtag sieht unterdessen Amazon als Fall für die Gewerbeaufsicht.
 

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19.02.2013, 19:30 Uhr
Audio: Amazon wird Thema im Landtag 2:46 Min
(© hr, 19.02.2013)

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Man sei davon ausgegangen, dass 68 vermittelte Leiharbeiter direkt bei Amazon eingestellt würden, erklärte ein Sprecher der örtlichen Arbeitsagentur in Bad Hersfeld-Fulda. Wie die Beschäftigten selbst habe man erst zwei Tage vor Arbeitsantritt erfahren, dass eine Zeitarbeitsfirma zwischengeschaltet werden sollte.

"Amazon wollte die Leute nicht einstellen", sagte Agenturchef Waldemar Dombrowski. Die Agentur habe
ihren Unmut darüber in Gesprächen mit dem Unternehmen deutlich gemacht und werde in Zukunft auf Einhaltung der Spielregeln bestehen.

SPD: Regierung muss handeln

Die Opposition im hessischen Landtag sieht unterdessen Amazon als Fall für die Gewerbeaufsicht. Die Regierung sei für Arbeitsschutz und Gewerbeaufsicht zuständig, sagte der Abgeordnete Wolfgang Decker (SPD) in Wiesbaden.
 
Video: Amazon weiter in der Kritik 4:33 Min
(© hr | hessenschau, 19.02.2013)
Es sei nicht ausreichend, wenn sich Amazon jetzt von zwei Auftragsfirmen trenne. Das Unternehmen müsse auch Sorge tragen, dass derartige Vorfälle nicht wieder auftreten können. Der Fall zeige, dass der Arbeitsmarkt gerade bei Leiharbeit und Niedriglöhnen neu geordnet werden müsse, sagte Decker.

Die Grünen forderten die Landesregierung auf, einen runden Tisch einzuberufen. Neben den betroffenen Firmen sollten daran auch Arbeitnehmervertreter sowie die Bundesagentur für Arbeit sitzen. Der Grünen-Abgeordnete Kai Klose sagte, "Drangsalierung und Ausbeutung" dürften in Hessen nicht geduldet werden.

SPD, Grüne und Linkspartei wollen das Thema kommende Woche auf die Tagesordnung des Landtags setzen.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte von Amazon Aufklärung wegen der Vorwürfe verlangt. "Die Landesregierung ist hier nicht zuständig, aber wir werden sehr sorgfältig die weitere Entwicklung verfolgen", hatte er am vergangenen Wochenende gesagt.
 
 
Redaktion: cabe / aba
Bild: © picture-alliance/dpa - Archiv
Letzte Aktualisierung: 19.02.2013, 22:28 Uhr
 
 

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