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26.10.2016

Online-Wetterthema des Tages

Nebelarten

Nebel ist im Grunde eine Wolke, die am Boden aufliegt und aus vielen kleinen Wassertröpfchen besteht. Man spricht von Nebel, wenn die Sichtweite unter einen Kilometer sinkt. Je nach ihrer Entstehung lassen sich bestimmte Nebelarten unterscheiden.
 
In der Luft ist stets Wasserdampf, also gasförmiges und damit unsichtbares Wasser enthalten. Die Menge an Wasserdampf, welche die Luft maximal enthalten kann, ist umso größer, je höher die Temperatur ist. Kühlt die Luft ab, wird irgendwann der sogenannte Taupunkt erreicht, bei dem der dann überschüssige Wasserdampf zu kondensieren beginnt. Je nach der Ursache der Abkühlung lassen sich folgende Nebelarten unterscheiden:

Strahlungsnebel, wie in unserer Abbildung, ist am häufigsten im Frühling und Herbst zu beobachten, wenn die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht besonders groß sind. Tagsüber findet dabei über den oftmals feuchten Böden eine große Verdunstung statt, so dass sich viel Feuchtigkeit in der Luft ansammeln kann. In den relativ langen Nächten kommt es regelmäßig zu einer Abkühlung bis auf den Taupunkt. Schwacher Wind und klarer Himmel sowie ein Lage in Senken und Tälern begünstigen dabei die Nebelentstehung. Während stabiler Hochdrucklagen können die Nebelfelder in der Vertikalen ziemlich mächtig werden und sich mitunter tagelang nicht mehr auflösen.

Strömt feuchte Luft über einen kalten Untergrund und kühlt sie sich dabei bis zum Taupunkt ab, bildet sich sogenannter Advektionsnebel. Dieser kann in Gebieten auftreten, wo eine warme Luftmasse über einen kalten Untergrund geführt wird, z.B. feuchte milde Meeresluft, die auf eine winterlich kalte Landmasse strömt. Auch wenn wasserdampfreiche Luft den Weg über kühle Meeresströmungen findet, kann sich Advektionsnebel bilden. Bekanntes Beispiel ist San Franzisco, wo der von Norden entlang der Küste fließende Kalifornienstrom für die nötige Abkühlung sorgt.

Mischungsnebel tritt dann auf, wenn sich feuchte warme mit trockenerer und kühlerer Luft mischt. Seerauch ist eine Form davon. Er lässt sich manchmal beobachten, wenn kühle Luft über warmes Wasser strömt. Die untersten Schichten der Luft werden dann von der warmen Wasseroberfläche her zum einen durch Verdunstung mit Wasserdampf angereichert, zum anderen aufgewärmt. Die Folge sind aufsteigende warme und feuchte Luftblasen, die sich mit der darüber liegenden kühleren Luft mischen und dabei unter den Taupunkt abkühlen. Der Wasserdampf kondensiert zu Tröpfchen und der See scheint zu rauchen.


Mittwoch, 26. Oktober 2016

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

ARD-Wetterredaktion
 

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Redaktion: rabe
Letzte Aktualisierung: 26.10.2016, 12:18 Uhr
 
 

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