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27.10.2016

Online-Wetterthema des Tages

Inversionslage

In den unteren Schichten der Atmosphäre, das heißt dort, wo auch das Wettergeschehen stattfindet, wird es normalerweise mit zunehmender Höhe immer kälter. Im Winterhalbjahr kehrt sich diese Situation des Öfteren um. Eine Inversionslage kann die Folge sein.
 
In klaren Nächten gibt der Erdboden wegen der fehlenden Wolkendecke praktisch ungehindert Wärmestrahlung ins Weltall ab und kühlt dadurch stark aus. Die Luftschichten unmittelbar über dem Boden verlieren ihrerseits Wärme an den abgekühlten Untergrund. Ist der Wind schwach, findet nur wenig Durchmischung statt. Das bedeutet, aus den darüber liegenden Luftschichten wird nur in geringem Maße als Ausgleich wärmere Luft zum Boden hin transportiert. Die Luft in Bodennähe wird folglich im Laufe der Nacht immer kälter, während die Luftschichten darüber kaum abkühlen. Somit entsteht eine Temperaturumkehr oder Inversion, die sich im Sommerhalbjahr allerdings durch die kräftige Sonneneinstrahlung und Aufheizung des Bodens tagsüber rasch immer wieder auflöst.

Im Winterhalbjahr sind die Nächte sehr viel länger. Die Kaltluftschicht kann daher bei windschwachem Wetter während einer Nacht bereits einige Hundert Meter mächtig werden. Da die Luft sehr viel stärker abkühlt, bildet sich zudem häufig Nebel. Die Sonne, die deutlich flacher am Himmel steht und sich vielerorts erst einmal gegen den Nebel durchsetzen muss, gibt tagsüber bedeutend weniger Strahlungswärme an den Boden ab. Somit bleibt es bei Hochdrucklagen mit wenig Wind auch am Tage in den unteren Niveaus manchmal kühler als auf den Bergen. Hierbei spricht man dann von einer Inversionslage. Hält eine solche Wetterlage längere Zeit an, kann die Kaltluft, besonders wenn Schnee liegt, von Tag zu Tag sogar noch weiter abkühlen. In ihr sammeln sich gleichzeitig nicht nur die Feuchtigkeit sondern auch Luftschadstoffe mit all den bekannten negativen Folgen.

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

ARD-Wetterredaktion
 

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Redaktion: rabe
Letzte Aktualisierung: 27.10.2016, 13:42 Uhr
 
 

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