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22.11.2016

Online-Wetterthema des Tages

Das himmlische Kind

Was verursacht die Luftbewegung in der Atmosphäre?
 
Und weshalb kann es windstill sein, obwohl sich die Erde am Äquator mit über 1600 km/h um die eigene Achse dreht? Mit solchen Fragen sehen sich Erwachsene konfrontiert, wenn sie es mit allzu neugierigen Heranwachsenden zu tun haben. Die Antworten liegen nicht immer auf der Hand.

Sie ist allgegenwärtig, wir atmen sie ständig ein und doch erscheint sie uns als ein Nichts. Aber wenn sie in Bewegung gerät, kann sie dicke Bäume wie Streichhölzer umknicken. Denn die Luft ist nicht Nichts, sondern hat eine nicht zu vernachlässigende Masse. Die gesamte Atmosphäre wiegt etwa 5 Billiarden Tonnen. Ein Bleiwürfel dieses Gewichtes hätte eine Kantenlänge von fast 77 Kilometern.

Doch die Atmosphäre steht nicht still im Weltraum, sondern dreht sich mit der Erde mit, weswegen wir die Erddrehung auch nicht am Luftzug spüren können. Wie jedoch kommt die Luft dann überhaupt in Bewegung? Um das zu verstehen ist der Luftdruck wiederum eine wichtige Größe. Denn ist der Luftdruck am Erdboden hoch, dann befindet sich viel Luft über unseren Köpfen, die entsprechend schwer ist und dadurch eben einen hohen Druck ausübt. Der mittlere Luftdruck auf Meeresspiegelhöhe beträgt etwa 1013 Hektopascal. Das entspricht einer Gewichtskraft von 10 Tonnen oder zwei ausgewachsenen Elefanten pro Quadratmeter! Warum liegen wir dann nicht alle plattgedrückt am Boden? Weil der Druck eines Gases in alle Richtungen gleichstark wirkt, also auch von der Seite und von unten.

Der Luftdruck ist nicht immer und überall auf unserem Planeten gleich, denn durch die unterschiedlich starke Sonneneinstrahlung gelangt in den Tropen deutlich mehr Energie von der Sonne in die Atmosphäre als über den Polen. Diese Unterschiede führen zu Temperatur- und damit auch zu Druckunterschieden. Jedoch mag die Natur keine zu krassen Ungleichgewichte und somit versuchen Atmosphäre und Ozeane durch Luft- und Wasserströmungen diese Unterschiede ständig wieder auszugleichen, was nie gelingt und somit das Wetter auch nie aufhört.

Nun kann man sich Druckunterschiede wie Gebirgsformen eines Luftgebirges vorstellen. Ein Berg entspricht einem Hochdruckgebiet, ein Tal einem Tief. Auf den Wetterkarten sind diese Unterschiede durch Linien gleichen Druckes, den sogenannten Isobaren, gleich den Höhenlinien auf einer Wanderkarte dargestellt.

Da die Luft vom hohen zum tiefen Druck strömen möchte, quasi wie Wasser das einen Berg hinabfließt, entsteht Luftbewegung, also Wind. Durch die Erddrehung wird die Luft so abgelenkt, dass sie um die Tiefs und Hochs entlang der Isobaren strömt. Dabei weht der Wind umso stärker, je größer die horizontalen Druckunterschiede sind, je dichter also die Isobaren gedrängt sind. Analog fließt Wasser einen steilen Abhang schneller hinab, als einen flachen Hügel.

Dienstag, 22. November 2016

Tim Staeger hr-Wetterredaktion
 

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Redaktion: tist
Letzte Aktualisierung: 22.11.2016, 13:30 Uhr
 
 

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