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28.11.2016

Online-Wetterthema des Tages

Frostige Nacht

Am Montagmorgen gab es verbreitet leichten bis mäßigen Frost.
 
Dank Hoch Uwe war die Nacht auf Montag fast in ganz Deutschland sternenklar. Lediglich ganz im Osten verhinderten kompakte Wolken eine zu starke Auskühlung. Mangels Wind konnte sich vor allem in Bodennähe, ausgeprägt in Mulden- und Tallagen, eine besonders kalte Luftschicht ausbilden. Dadurch war es direkt über dem Boden noch einige Grad kälter als in zwei Metern Höhe, wo die Lufttemperatur standardmäßig gemessen wird.

Auch in den kommenden Nächten bis Mittwoch wird es erneut klar und windschwach sein, die Tiefstwerte also erneut ähnlich tief absinken. Das ist Ende November nicht extrem ungewöhnlich, kommt aber nicht jedes Jahr vor. Besonders kalt war die Nacht auf den 23. November 1965, als zahlreiche Rekord-Tiefstwerte für Ende November hierzulande gemessen wurden. In Magdeburg beispielsweise wurden damals minus 21,9 Grad registriert, in Göttingen sogar minus 22,6 Grad.

Voraussetzung für solch ein geradezu ins Bodenlose abstürzendes Temperaturniveau ist, bereits erwähnt eine lange sternklare Nacht und windschwache Verhältnisse. Verschärft wird der Frost über einer geschlossenen Schneedecke, die Wärmestrahlung besonders gut abgibt.

Der Wasserdampf, aus dem die Wolken bestehen ist das wirksamste Treibhausgas in der irdischen Lufthülle. Zwar wird durch das Kohlendioxid aus anthropogenen Quellen das natürliche Gleichgewicht empfindlich gestört, jedoch spielt der Wasserdampf absolut betrachtet eine viel gewichtigere Rolle als alle anderen Treibhausgase zusammen genommen.

Würde man in einem Gedankenexperiment die gesamte Atmosphäre samt dem Wasserdampf entfernen, so würde sich auf der Erdoberfläche eine neue Gleichgewichtstemperatur von minus 2 Grad einstellen. Während der aktuell als Referenzzeitraum herangezogenen Klimanormalperiode zwischen 1961 bis 1990 betrug die Weltmitteltemperatur am Erdboden je nach analysierten Daten zwischen plus 14 und 15 Grad Celsius. Ohne Atmosphäre würde die Erdoberfläche durch eine verstärkte Vereisung immer heller, wodurch mehr Sonnenstrahlung ins All reflektiert, und die Temperatur am Erdboden sogar noch viel stärker in den Dauerfrost abstürzen könnte.

Das ist in der realen Welt zum Glück nicht der Fall. Hierzulande wird es ab Wochenmitte wieder deutlich milder, aber auch unbeständiger. Jedoch wird der Niederschlag fast nur als Regen fallen. Ein Wintereinbruch mit Kälte und Schnee ist also noch nicht in Sicht.

Montag, 28. November 2016

Tim Staeger hr-Wetterredaktion
 

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Redaktion: tist
Letzte Aktualisierung: 28.11.2016, 12:33 Uhr
 
 

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