hr-online Informationen aus Hessen
 
alle wetter
29.11.2016

Online-Wetterthema des Tages

Reif & Co.

 (Bild:  hr)
Vergrößern
Was unterscheidet Reif, Raureif, Glatteis und Blitz-Eis voneinander?
 
Wenn nachts die Temperatur unter den Gefrierpunkt sinkt, bildet sich mitunter Reif und verwandte Beschläge. Dadurch können die Straßen gefährlich glatt werden. Bei welchen Bedingungen entsteht Reif, wann Glatteis, und worin besteht der Unterschied zu Raureif?

Reif ist quasi der kalte Bruder des Taus, denn beide Beschläge entstehen, wenn die Feuchtigkeit aus der Luft auskondensieren muss, da die Temperatur absinkt oder die Luftfeuchtigkeit ansteigt. Beim Tau, der oberhalb des Gefrierpunktes entsteht, wandelt sich der gasförmige Wasserdampf in flüssiges Wasser um, er kondensiert. Unterhalb von Null Grad geht der gasförmige Wasserdampf direkt in die feste Phase über. Man spricht dann von Re-Sublimation und es entsteht Reif. Analog dem Taupunk, also der Temperatur, bei der die Luft mit der enthaltenen Feuchtigkeit gesättigt ist, gibt es den Reifpunkt. Er bezeichnet diejenige Temperatur unter null Grad Celsius, ab der sich eben Reif bilden kann.

Oft wird Reif mit Raureif verwechselt. Der Raureif entsteht jedoch aus feinen unterkühlten Nebeltropen beim Anlagern an festen Oberflächen, deren Temperatur unter null Grad Celsius liegt. Wasser gefriert beim Abkühlen nicht immer genau bei null Grad, vielmehr schmilzt Eis unter Normalbedingungen bei dieser Temperatur, welche korrekterweise als Schmelzpunkt und nicht Gefrierpunkt bezeichnet werden sollte.

Denn zum Gefrieren muss sich eine große Anzahl Wassermoleküle zu einem sogenannten Eisembryo organisieren. Die Mindestanzahl an Molekülen, die nötig ist, bis das Mini-Eiskristall stabil ist und von selber weiter wachsen kann beträgt bei minus5 Grad immer noch etwa 50 Tausend und selbst bei minus 20 Grad müssen sich immer noch mehrere hundert Moleküle zufällig anordnen, damit daraus ein Eiskristall wachsen kann. Erst unterhalb von minus 23 Grad kann unter natürlichen Bedingungen selbst reinstes Wasser nicht mehr flüssig sein.

Durch feste Oberflächen werden die Eisembryonen jedoch stabilisiert, so dass die Eisbildung bereits bei höheren Temperaturen einsetzt und Raureif entsteht, der dem Wind entgegenwächst und vor allem auf Bergen, die in wasserreiche Wolken hineinragen gigantische Ausmaße annehmen kann. Enthält der Nebel große Wassertröpfchen, so können weiße und recht kompakte Eisablagerungen entstehen, die dann als Raufrost bezeichnet werden.

Fällt dagegen Nieselregen bei Temperaturen über null Grad auf Oberflächen, deren Temperatur unter dem Schmelzpunkt liegt, so bildet sich Glatteis. Direkt über dem Boden kann sich nachts eine Luftschicht ausbilden, die mehrere Grad kälter ist, als die darüber liegende. Dann kann sich Glatteis bilden, weswegen man auch bei Lufttemperaturen von plus 3 Grad und Nieselregen bereits mit glatten Straßen rechnen muss.

Besonders gefährlich ist das sogenannte Blitz-Eis. Dabei handelt es sich um unterkühlte Regentropfen mit einer Temperatur unter null Grad, die beim Kontakt mit beispielsweise dem Straßenbelag sofort gefrieren. Der Vorgang ist der Bildung von Raureif sehr ähnlich, denn durch den Kontakt mit dem Asphalt können sich ganz plötzlich Eiskristalle bilden, die in den Regentropfen noch nicht stabil waren.

Dienstag, 29. November 2016

Tim Staeger hr-Wetterredaktion
 

Teilen

Redaktion: tist
Bild: © hr
Letzte Aktualisierung: 29.11.2016, 9:33 Uhr
 
 

hr-fernsehen live


 

Sendezeit

Montag bis Freitag, 19:15 Uhr
 

Moderation

Thomas Ranft (Bild:  hr)

Die Umweltlotterie

Jeden Freitag stellt "alle wetter!" die Gewinner sowie Umwelt- und Naturschutzprojekte vor. [mehr]
 

Vorhersage

 

Mitmachen

Ihr Wettervideo

Haben Sie eine spektakuläre oder seltene Wetterlage gefilmt? Schicken Sie uns Ihr Video auf wettervideo.hr-online.de
Immer auf dem Laufenden mit dem Newsletter des hr-fernsehens.
 
hr-online enthält Links zu anderen Internetangeboten. Wir übernehmen keine Verantwortung für Inhalte fremder Webseiten.
SZM-Daten dieser Seite