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30.11.2016

Online-Wetterthema des Tages

Rauchfahnen und Wetter

Die Form der Rauchfahnen aus Schornsteinen verrät einiges über die Beschaffenheit der unteren Luftschichten.
 
In den vergangenen Tagen lag Deutschland im Bereich einer ausgedehnten Hochdruckzone. Bis zum kommenden Wochenende verstärkt sich der Hochdruckeinfluss erneut. Dann klart es nachts wieder auf und es kann sich Nebel bilden. Denn die Luft kommt zur Ruhe und die bodennahe Luftschicht kühlt in den langen Nächten aus, wird dadurch dichter und schwerer und sammelt sich bevorzugt in Tälern und Mulden an.

Das lässt sich auch sehr schön an Rauchfahnen von Schornsteinen ablesen, welche bei herbstlichen und winterlichen Hochdrucklagen charakteristische Ausbuchtungen nach unten aufweisen, nach oben jedoch sehr scharf begrenzt sind, was typisch für Inversionswetterlagen ist.

Als im London des vorvergangenen Jahrhunderts verbreitet mit Kohle geheizt wurde, und an Maßnahmen zur Luftreinhaltung noch nicht zu denken war, stieg während solcher herbstlicher und winterlicher Inversions-Wetterlagen die Sterberate regelmäßig stark an, da sich die Schadstoffe nahe am Erdboden ansammelten und die Belastung der unteren Luftschichten entsprechend in die Höhe schnellte. Erst ein Wetterumschwung, der in Verbindung mit auffrischendem Wind einen Luftmassenaustausch ermöglichte ließ die Schadstoffkonzentration und damit die Mortalität in der Metropole wieder sinken.

Ein solcher Luftmassenwechsel geht häufig mit kräftigen Schauern einher. Die Atmosphäre wird beispielsweise durch Kaltluftzufuhr labilisiert, was die Durchmischung der Schichtung in der Senkrechten verstärkt und die zuvor entstandene Inversion wieder aufbricht. Das schlägt sich auch in der Form von Rauchfahnen nieder, die dann besonders stark auffächern.

Tritt ruhiges Hochdruckwetter im Sommerhalbjahr auf, wenn sich in den kürzeren Nächten keine ausgeprägten Temperaturinversionen in den bodennahen Luftschichten ausbilden können, so kann man typischerweise sehr schmale Rauchfahnen beobachten, die auf eine stabile Schichtung hindeuten, in der sich zumindest kurzfristige keine Schauer entwickeln sollten. Um die so selbst erstellte Wettervorhersage abzusichern, empfiehlt es sich zusätzlich noch den amtlichen Wetterbericht zu studieren – und sei es lediglich zum Abgleich mit der eigenen Prognose.

Mittwoch, 30. November 2016

Tim Staeger

hr-Wetterredaktion
 

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Redaktion: tist
Letzte Aktualisierung: 30.11.2016, 13:27 Uhr
 
 

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