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 (Bild: Deutscher Wetterdienst)
8.12.2016

Online-Wetterthema des Tages

So tief sitzt der Frost

Hoch Uwe beschäftigt uns nun schon seit rund zwei Wochen. Hinzu kamen im Verlauf nicht nur Nebel und Hochnebel, sondern auch Dauerfrost. So haben sich die Böden in den vergangenen Tagen kräftig abgekühlt...
 
Seit nunmehr 5 Tagen ist es in Deutschland in den Nächten vielerorts richtig frostig und selbst tagsüber schaffte es das Thermometer in letzter Zeit regional nicht mehr über die 0-Grad-Grenze hinaus. Die kälteste Nacht des bisherigen Winters war die auf den 7. Dezember, als das Thermometer in 2 Meter Höhe in der Gemeinde Fichtelberg im Fichtelgebirge einen Tiefstwert von -12,1°C anzeigte. Auch die Nacht zum heutigen Donnerstag brachte in der Südhälfte Deutschlands wieder Frost. Die Spitzenreiter waren Reit im Winkl mit -8,2°C und Saldenburg im Bayerischen Wald mit -8,1°C.

Die Folgen des Frostes lassen sich oberirdisch sehen, aber auch unterirdisch messen. Einige Flüsse, wie die Sieg in Rheinland-Pfalz, beginnen zu zufrieren. Eisschollen treiben flussabwärts und viele Weiher, Seen und Teiche sind ebenfalls schon erstarrt. Freilich ist die Eisdicke auf den stehenden Gewässern noch nirgends ausreichend, schließlich musste der Frost die Wassertemperaturen ja erst einmal kräftig abkühlen, ehe sich Eis bilden konnte. Aber bemerkenswert ist diese recht frühe Eisbildung schon.

Auch unterirdisch ist der Winter vorgedrungen: Die Böden sind, zumindest in Teilen der Mitte und in Süddeutschland, schon recht ordentlich durchgefroren. Besonders tief eindringen konnte der Frost dabei in Thüringen und Nordost- und Ostbayern. Teilweise bis in 20 cm (dunkel-pink)herrschen Erdbodentemperaturen unter Null Grad, so zeigt es unsere Grafik. In großen Teilen Bayerns, Hessens, Baden-Württembergs und Rheinland-Pfalz’ ist der Boden immerhin bis in 10 cm (pink) Tiefe gefroren. Das konnte aber nur passieren, weil selbst in den Mittelgebirgen kein Schnee lag und liegt. Der hätte es nämlich sonst verhindert, dass der Frost so tief in den Boden gehen kann. Insgesamt liegen die Erdbodentemperaturen aber meist nur um wenige Zehntel Grad im Frostbereich, Spitzenreiter ist das fränkische Markt Erlbach mit -1,1°C, sonst sind es eher -0,1 bis -0,5°C. Doch sollte Regen aufziehen, dann würden diese geringen Minusgrade schon zu teilweise erheblicher Straßenglätte führen. Und genau das könnte im Laufe des morgigen Freitages drohen. Ein schwache Warmfront bringt von Norden her etwas Regen. Wer im südlichen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, in Thüringen sowie in Sachsen wohnt, der sollte morgen vorsichtiger im Straßenverkehr unterwegs sein und sich auf streckenweise Straßenglätte durch gefrierenden Regen einstellen. Das Tückische dabei: Selbst wenn es nur wenige Nieseltropfen geben sollte, die können dann hervorragend auf den kalten Böden gefrieren und die Glätte kann sich dann zudem auch länger halten.

In den nächsten Tagen wird es schrittweise milder, der Nachtfrost zieht sich mehr und mehr in den Süden zurück und wird auch schwächer. Somit werden die Böden nur sehr sehr langsam wieder auftauen, regional aber auch gar nicht.


8. Dezember 2016 Dipl.-Met. Michael Köckritz hr-Wetterredaktion
 

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Redaktion: miko
Letzte Aktualisierung: 8.12.2016, 14:16 Uhr
 
 

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