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 (Bild:  picture-alliance/dpa)

Lebensmittel

Preisaufschlag - Warum Gemüse so teuer ist

Die Preise für Gemüse sind stark gestiegen. Zum Teil sind die frischen Produkte dreimal so teuer wie letztes Jahr - da werden die Waren fast zum Luxusgut. mex forscht nach, woran das liegt.
 

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8.02.2017, 20:15 Uhr
Egal ob Supermarkt, Wochenmarkt oder Discounter - an den Gemüseständen explodieren die Preise. Paprika, Salat und Co. sind in diesem Winter Luxusware. mex zeigt, wie die Preise für das Gemüse durch die Decke gehen und was der Grund dafür ist.
 

Gemüse wird zur Luxusware

In einem Edeka-Markt in Grünberg spielen die Gemüsepreise seit ein paar Wochen verrückt. Marktleiter Adrian Horst hat schon viel erlebt, einen solchen Winter aber noch nicht. Auch die Kunden sind schockiert über den Anstieg bei Zucchini, Eisberg und Kopfsalat.

Selbst bei den Discountern Aldi und Lidl ist Gemüse jetzt Luxusware. Was in diesem Winter passiert, zeigt eine Auswertung, die mex bei den Preisbeobachtern der Firma AMI exklusiv in Auftrag gegeben hat.

Beim Eisbergsalat lag der Preis bei den Discountern im November 2016 bei 65 Cent pro Stück. Dann ein heftiger Ausschlag - um den Faktor drei - nach oben, auf 1,89 Euro im Februar 2017. Beim Feldsalat fällt der Aufschlag in diesem Zeitraum auch deutlicher auf - von 5,61 Euro auf 14,18 Euro das Kilo.
 

Was ist der Grund für diese Preisexplosion?

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Preisübersicht

Weitere Stichproben in Märkten bei den Gemüsepreisen sehen Sie im Video. Als pdf-Download können Sie am Ende des Artikels eine Preisübersicht von ausgewählten Gemüsesorten herunterladen.
Das meiste Gemüse, das in Hessen verkauft wird, kommt aus Südeuropa. Dort haben starke Überschwemmungen und Schneefälle in letzter Zeit die Ernte zum Teil vernichtet. Großmarkt-Händler Stefan Lindner aus Frankfurt erklärt, dass es relativ selten sei, dass gleich mehrere Erzeugerländer gleichzeitig ausfielen, wie Spanien als Haupterzeugerland, Frankreich, Italien, Griechenland und teilweise auch die Türkei.

Durch das knappe Angebot, auf Grund von Naturkatastrophen, kommt es zu den extremen Preissteigerungen. Deutlich spüren das die Verbraucher - aber auch Händler - auf den beliebten Wochenmärkten in Hessen. So klagt Obst- und Gemüsehändler Christoph Stoll, das er beim Gemüse Zucchini fast unter Preis verkaufe. Vor Weihnachten habe der Preis bei 2,80 Euro gelegen. Nun verkaufe er die Zucchini für 5,80 Euro. "Da verdiene ich nichts dran, weil der Preis dermaßen hoch gegangen ist, dass ich mich gar nicht traue, das weiter zu geben."
 

Kunden weichen auf andere Sorten aus

Kunden die nicht so viel Geld für Obst und Gemüse ausgeben wollen oder können, weichen zurzeit aus - auf heimisches Gemüse oder Ware, die durch Lagerung günstiger verfügbar ist. "Die Leute kaufen Chinakohl. Der liegt bei 1,49 Euro das Kilo, und ist auch weiterhin aus Deutschland verfügbar, weil das deutsche Lagerware ist.", erklärt Marktleiter Adrian Horst vom Edeka-Markt in Grünberg.

Viele Kunden weichen bei den Preisen auf Tiefkühlgemüse aus. Auch die abgepackten Billigsalate werden mehr gekauft. Heimische Möhren und Kartoffeln sind im Preis stabil und beliebt.
 
mex-Fazit
Die Ernteausfälle in Südeuropa wirbeln den Gemüsemarkt heftig durcheinander. Die Preise für Salat, Paprika und Co. haben sich in kurzer Zeit mehr als verdoppelt. Wer sich in diesem Winter gesund ernähren will, muss tiefer ins Portemonnaie greifen.
 

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Redaktion: jaar / andi
Letzte Aktualisierung: 9.02.2017, 12:08 Uhr
 
 

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