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Frag Schreiber

Vorsicht vor der Smartphone-Abzocke

Jeder Handynutzer kennt das: Unerwünschte Seiten und unerwünschte Werbung beim Surfen im Internet. Mit einem Klick sind sie weg. Irrtum! Ein solcher Klick kann teuer werden, erklärt unser IT-Experte Sebastian Schreiber. Und sie erfahren auch, wie sie sich schützen können.
 

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14.06.2017, 20:15 Uhr
Video: Vorsicht vor der Smartphone-Abzocke 6:27 Min
(© hr | mex, 14.06.2017)
Jeden Tag steuert sie große Busse durch die Innenstadt. Und auch privat ist Hildegard Erdmann eher der furchtlose Typ. Sie hat gelernt, sich zu wehren. Auch, als ihre monatlichen Handyrechnungen plötzlich gut 30 Euro höher ausfielen als üblich. Als sie endlich bei der Hotline durchkam, hieß es dort, die Rechnungen seien korrekt. Sie habe kostenpflichtige Dienste in Anspruch genommen.

Erdmann erzählt: „Vermutlich über Werbebanner. Mein Mann hat Fußballergebnisse geschaut und da sind Werbebanner aufgekreuzt. Und die hat er weggedrückt in gutem Glauben, dass sie wirklich weg sind. Und ohne erkennbare Zeichen, war das wohl ein Abo.“ Ein Abo ohne es zu merken durch Wegklicken von Werbung? Experten kennen das Problem und Sie wissen: Die Nutzer werden gezielt in eine Falle gelockt und machen eigentlich gar nichts falsch.

Michael Link von der Computerzeitschrift c’t weiß: „Es ist im Gegenteil so, dass ganz normale Pop-Ups, wie sie zum Beispiel bei Spielen passieren, ganz schnell dazu führen, wenn man sie wegklicken will, dass man dann schon allein durch das wegklicken eine Zahlungspflicht auslöst. Und das ist das perfide daran.“ Und diese Zahlungen ziehen die Mobilfunkbetreiber mit den normalen Rechnungen ein. Im Auftrag der unseriösen Drittanbieter. Ein gutes Geschäft.

Weitere Einzelheiten erfahren Sie bei den Kollegen von Plusminus.
 

Die Drittanbietersperre

Die Fallen lauern überall. Serviceleistungen, werbefinanzierte Spiele, Streamingangebote, Klingeltöne. Meist wissen die Betroffenen gar nicht was genau eigentlich abgerechnet wurde. Ungefähr 9 Millionen Handynutzer wurden bereits Opfer dieses halbseidenen Geschäfte. In den Verbraucherzentralen ist es ein Dauerthema. Wichtig: Allein durch Wegklicken eines Angebotes kommt kein gültiger Vertrag zustande.

Eva Ludwig von der Verbraucherzentrale sagt: „Ein wirksamer Vertragsschluss setzt voraus, dass der Verbraucher über den Preis informiert wird und dass er einer Schaltfläche, den Button anklickt, kostenpflichtig bestellen oder kaufen oder Ähnliches.“

Ein wirksamer Schutz wäre jedenfalls die Drittanbietersperre. Und zwar nicht so, wie es jetzt zurzeit geregelt ist. Aktuell muss sie der Kunde erst aktivieren. Wünschenswert wäre, dass sie von vornherein immer stets aktiv ist.

Doch so weit wollte der Gesetzgeber nicht gehen. Ende April hat der Bundestag nur dem so genannten „Redirect-Verfahren“ zugestimmt. Das bedeutet: Künftig werden die Kunden, “denen ein Abo an-geboten wird, zunächst auf eine Internetseite umgeleitet, auf der sie den Zahlungsvorgang ausdrücklich bestätigen müssen."

Im beigefügten Videobeitrag erklärt der IT-Sicherheitsexperte Sebastian Schreiber, wie sie sich schützen können.
 

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Redaktion: thsp
Letzte Aktualisierung: 14.06.2017, 22:10 Uhr
 
 

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