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21.05.2013

Auf der Suche nach Leben

Neuigkeiten von der Mars-Mission Curiosity

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Der Marsrover "Curiosity" erkundet seit Anfang August den roten Planeten. (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Der Marsrover "Curiosity" erkundet seit Anfang August den roten Planeten.
Seit dem 6. August 2012 steht das Marsauto "Curiosity" auf dem roten Planeten. Es soll die Oberfläche unseres Nachbarn im All erforschen. hr-iNFO-Raumfahrtexperte Dirk Wagner berichtet regelmäßig über den Fortschritt der NASA-Mission.
 

Major Tom reloaded – Curiosity hat wieder Funkkontakt

Chris Hadfield singt David Bowie in der  Raumstation ISS. (Bild: Screenshot YouTube-Channel Chris Hadfield)
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Chris Hadfield singt David Bowie in der Raumstation ISS.
Audio: Nochmal bohren, bitte! 3:42 Min
(© hr-iNFO, 22.05.2013)
Kein Marsmännchen, sondern ein Mann von der Erde hat Curiosity die Schau gestohlen: Chris Hadfield, 53 Jahre alt, Kanadier und Kommandant der Internationalen Raumstation ISS. Kurz vor seinem Heimflug zur Erde hat Hadfield eine Interpretation von David Bowies Lied "Space Oddity" zur Erde gefunkt. Das Video dazu ist im Internet bei Youtube schon mehr als 14 Millionen Mal angeklickt worden. Da hatte Curiosity keine Chance. Zumal der Funkkontakt wegen einer besonderen Stellung von Mars, Erde und Sonne vorübergehend unterbrochen wurde.

Inzwischen aber hat die "Ground Control" der NASA in Pasadena, Kalifornien, wieder Verbindung zum Marsauto. Und was schicken diese Leute von der Erde als erstes nach der Pause ins All? Natürlich: ein Software-Update! "Mit dieser neuen Software kann Curiosity besser alleine navigieren. Das konnte das Auto bislang zwar auch in begrenztem Umfang, aber die meiste Arbeit haben doch die Planer auf der Erde gemacht", sagt NASA-Ingenieur Rick Welch.

Mit dem neuen Programm "Auto-Nav“, das steht für autonome Navigation, soll der Bordcomputer mit Hilfe von Kameras und Sensoren selbst sichere Routen durch das Gelände berechnen. Arbeit wartet auch schon: Curiosity soll neue Löcher in den Marsboden bohren, etwa dreieinhalb Meter entfernt von der alten Bohrstelle. Dort hatte man unter anderem Tonmineralien gefunden. Und damit Hinweise auf eine Umgebung, in der früher einmal Wasser und lebensfreundliche Bedingungen vorhanden waren. Diese Ergebnisse will man mit einer zweiten Bohrung nun bestätigen.


Insgesamt hat Curiosity bislang rund 730 Meter auf dem Mars zurückgelegt, sich also gerade mal warm gefahren. Noch haben die Ingenieure allerdings keine Software erfunden, mit der das Marsauto in der Lage wäre, Lieder zu dichten. "Planet earth is blue, and there´s nothing left to do", singt Chris Hadfield. Bei "Curiosity" müsste es heißen: "Planet Mars is red, and in the past, it had been wet".
 

Funkstille und trotzdem neue Erkenntnisse

Die Stellung der Sonne blockiert den Funkkontakt zu "Curiosity". (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Die Stellung der Sonne blockiert den Funkkontakt zu "Curiosity".
Es ist still geworden um den Mars. Kein Funkkontakt zum Marsauto "Curiosity", stattdessen nur Rauschen. Doch das ist kein Grund, um sich Sorgen zu machen. Technisch ist alles in Ordnung. Die Funkstille hat viel mehr mit der Stellung der Himmelskörper zueinander zu tun.

Erde, Sonne und Mars befinden sich momentan in einer sogenannten Konjunktion. Das heißt, Erde und Mars stehen sich auf ihren Bahnen genau gegenüber. Dazwischen befindet sich jedoch die Sonne, da kommt kein Funksignal mehr durch. Aber auch kurz vor und kurz nach dieser Blockade durch die Sonne senden die Ingenieure keine wichtigen Kommandos zu "Curiosity". Denn die Sonne stört mit ihren gewaltigen Ausbrüchen und Magnetstürmen auch Funksignale, die nahe an ihr vorbei huschen.

Die Pause nutzen die Wissenschaftler, um die Daten genau zu interpretieren, die sie von Curiosity in den vergangenen Monaten vom Mars bekommen haben. Projektwissenschaftler John Grotzinger sagt: "Eine wichtige Erkenntnis ist, dass es an der Landestelle einmal Bedingungen gab, die Leben ermöglicht haben. Dass die Steine an der Landestelle durch Wasser verändert worden sind. Und zwar so, dass sich einfache Mikroorganismen wohl gefühlt haben könnten".

Aus den Daten wissen die Forscher, dass die Geschichte des Wassers auf dem Mars an der Landestelle von "Curiosity" zwei Episoden hatte. Erst wurden Gesteine an der Landestelle abgelagert, vergleichbar mit Tonmineralien auf der Erde. Dann bildeten sich Risse. Und durch die ist dann wieder Wasser geflossen. Irgendwann ist das Wasser dann verschwunden, seine Spuren aber sind im Gestein noch heute zu finden.

Das könnte drei, vielleicht auch dreieinhalb Milliarden Jahre her sein. Genau weiß das niemand. Dagegen sind die paar Wochen, in denen "Curiosity" auf dem Mars eine Pause einlegen muss, noch nicht mal ein Wimpernschlag in der Geschichte unseres Sonnensystems.
 
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Redaktion: sasa
Bilder: © Screenshot YouTube-Channel Chris Hadfield (1), © picture-alliance/dpa (2)
Letzte Aktualisierung: 22.05.2013, 11:06 Uhr
 

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