Wie "tickt" jemand, der schon als Jurastudent 34.000 Erlasse auf die Interessen von Tieren prüft? Für Antoine Goetschel war dies als engagierter Tierschützer ein nahe liegender Gedanke. Wir sprachen mit ihm im hr1-TALK.
Antoine Goetschel im Gespräch mit hr1-Moderator Uwe Berndt
Thema in
22.07.2012, 10:00 Uhr
Die Würde des Tieres ist für ihn mehr als eine schöne Idee, sie soll sich auch in Paragrafen widerspiegeln. So wundert es wenig, dass Antoine Goetschel in der Schweiz ein Amt bekleidete, das es wohl nur dort geben kann: Rechtsanwalt für Tierschutz in Strafsachen. Hunde, Fische, Pferde hat er vor Gericht vertreten. Sogar eine Riesenschlage war seine Mandantin. Tierquälerei muss konsequenter bestraft werden, findet er.
Aus den Erfahrungen dieses Amtes hat er nun ein streitbares Buch verfasst "Tiere klagen an". Goetschel stellt einfache Fragen. Warum landet die Katze auf dem Schoß und der Fisch in der Pfanne? Seine Antworten wollen wachrütteln, provozieren. Welche Tierversuche sind moralisch vertretbar? Was würde sich ändern, wenn die Würde des Tieres in das deutsche Grundgesetz aufgenommen würde?
So geschehen in der Schweiz. Dort darf der Scheidungsanwalt den Hund nicht als Gegenstand betrachten, sondern muss auch berücksichtigten, bei welchem Partner es dem Tier besser ergehen würde. Dies ist nur eine praktische Konsequenz aus der ethischen Diskussion um die Würde des Tieres.
Uwe Berndt fragte im hr1-TALK: "Wozu brauchen Tiere einen Anwalt, Antoine Goetschel?"
Antoine Goetschel war am 22. Juli zu Gast im hr1-TALK
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