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Nach Gas-Unfall in Oestrich-Winkel

Lage in Oestrich-Winkel entspannt

Feuerwehr, Schläuche (Bild: )
Mit Wasser-Fontänen kühlte die Feuerwehr den Tank.
Nach den Gas-Unfällen war die Lage in Oestrich-Winkel zwei Tage später wieder ruhig und unter Kontrolle. Die Feuerwehr überwachte dennoch den Tank, aus dem die giftige Chemikalie ausgetreten war.
 

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15.08.2012, 4:00 Uhr

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Nummer des Bürger-Telefons

Wenn Sie Fragen zum Gas-Unglück in Oestrich-Winkel haben:
06723-9920
Zweimal gab es Gasalarm in Oestrich-Winkel. Zweimal trat giftiges Isocyanat aus einer Schaumstofffabrik aus. Der Bürgermeister von Oestrich-Winkel Paul Weimann gab nach einer Lagebesprechung mit der Einsatzleitung der Feuerwehr am Dienstagnachmittag Entwarnung: "Es gibt keine Gefährdung mehr für die Öffentlichkeit". Jetzt würden nur noch Abwicklungsarbeiten vorgenommen und eine Analyse dessen, was eigentlich passiert sei.

Die Feuerwehr kühlte den Gas-Tank in Oestrich-Winkel. Die Feuerwehrmänner nahmen in Schutzanzügen und mit Sauerstoffgeräten regelmäßig Messungen vor. Es waren aber keine auffälligen Werte mehr festgestellt worden.

Außerdem waren Experten aus Leverkusen als Verstärkung eingetroffen. Die Mitarbeiter der Werksfeuerwehr von Chempark, der ehemaligen Bayer AG, haben beim weiteren Vorgehen geholfen. Denn dort im Werk wird der chemische Stoff hergestellt, der in Oestrich-Winkel Probleme bereitete.
 

Der Feuerwehr-Einsatz in Oestrich-Winkel 

 
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Erst Entwarnung, dann wieder Alarm

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Isocyanat ist...

... ein sehr reaktives Zwischenprodukt für die Herstellung von Kunststoffen. Seine Gase und Dämpfe können akute Reizwirkungen auslösen wie Augen brennen, Husten, Atemnot. Der Stoff verflüchtigt sich sehr schnell.
Nach Angaben der Behörden war am 13. August die giftige Chemikalie Isocyanat bei einem Ladevorgang in der Schaumstofffabrik durch ein Sicherheitsventil ausgetreten. 26 Feuerwehrleute, Polizisten, Firmenmitarbeiter und Anwohner sind dadurch leicht verletzt worden. Nachdem zunächst eine Evakuierung des benachbarten Wohngebiets erwogen wurde, gab es am späten Montagabend zunächst Entwarnung.

In der Nacht zum 14. August löste eine Verpuffung, durch die wieder das blausäurehaltige Gas freigesetzt wurde, erneut Alarm aus. Die Polizei musste deswegen die Bevölkerung erneut bitten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. In Häusern und Wohnungen sollten zusätzlich die Klimaanlagen abgeschaltet werden. Außerdem warnte die Polizei die Einwohner aus den Ortsteilen Oestrich und Hattenheim südlich der Bahnlinie davor, sich über einen längeren Zeitraum im Freien aufzuhalten. Um sechs Uhr konnte die Einsatzleitung Entwarnung geben, nachdem entsprechende Messungen keine erhöhte Konzentration des ausgetreten Gases in der Luft ergaben.
 

Wie gefährlich ist Isocyanat?

Bei dem freigesetzen Stoff handelt es sich nach Polizeiangaben um Isocyanat, das einen hohen Anteil giftiger Blausäure enthält. Isocyanat kann Husten, Atemnot, Schnupfen und Augenreizungen verursachen und in hohen Konzentrationen zum lebensbedrohlichen Lungenödem führen.

Ein ähnlicher Stoff, der allerdings in großen Mengen freigesetzt wurde, hatte 1984 im indischen Bhopal für eine Giftgas-Katastrophe gesorgt und viele Menschen getötet.

Bei der Kreisverwaltung des Rheingau-Taunus-Kreis wurde ein Bürgertelefon eingerichtet, was auch weiterhin erreichbar ist: 06723-9920.
 

Nach Gas-Alarm ist die Lage in Oestrich-Winkel entspannt - Thema in hr1

 
Redaktion: ruwa
Letzte Aktualisierung: 15.08.2012, 15:01 Uhr
 
 

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