hr-online Informationen aus Hessen
test 
hr1.de
 
Reinhard Spiegelhauer  (Bild:  hr)

"Reinhard Beinhart" - der Blog zum Ironman

News aus dem Ironman-Trainingslager

Reinhard Spiegelhauer nimmt für hr1 am Frankfurter Ironman teil - hier berichtet er mit Blog und Videos von seinen Vorbereitungen.

Im Blog: Video-Botschaften von Reinhard Spiegelhauer

Blog auf dem Smartphone ansehen? Hier klicken
 

7. Tag im Trainingslager: Zweiter Ruhetag (23.4)

 (Bild: hr1)
Vergrößern
Reinhard genießt die Aussicht
Irgendwie ist mir das Zeitgefühl komplett abhanden gekommen. Dass heute Sonntag ist, habe ich erst daran gemerkt, dass alle Einheimischen mit ihrer Familie gemeinsam im Ausflugslokal zu Mittag essen. Auch in der kleinen Strandkneipe, in die ich mit Radguide Stefan gerollt bin. Hartes Training ist ja nicht erlaubt, am Ruhetag. Und deswegen fallen die 1000 Meter im Hotelpool auch nur unter "planschen".

Stattdessen also einfach mal ausgiebig die Landschaft genießen. Mit tollem Blick auf die Bucht von Pollensa und die Landzunge zum Cap Formentor - ihr erinnert euch? Der Körper kriegt Gelegenheit, mal auf die Trainingsreize zu reagieren - und packt ein paar Muskeln drauf, um künftig besser gewappnet zu sein. Das ungefähr ist die Trainingstheorie. Ob's funktioniert, zeigt sich dann morgen...
 

6. Tag im Trainingslager (22.4.)

Ja, mir tun die Beine weh. Nach 120 Kilometern Radfahren und 2000 Höhenmetern. Die gute Nachricht: sie tun mir auch nicht mehr weh, als heute Morgen schon. Los ging's recht entspannt erst um zehn Uhr - nicht ohne zuvor eine ordentliche Grundlage geschaffen zu haben: Müsli, Pan con Tomate, Pancakes mit Haselnusscreme, der eine oder andere Smoothie und ein paar Tassen Kaffee. Und ein paar Energieriegel in die Trikottasche gesteckt. Gut so - laut Computer-Auswertung war die Tour um die 3000 Kalorien wert.

Start Richtung Kloster Lluc - diesmal aber die Abfahrt von gestern in entgegengesetzter Richtung, aufwärts. Folgerichtig haben wir das Kloster natürlich nicht wieder links liegen lassen. Sonden rechts. Der heutige Besichtigungs-Stop war nämlich für Sa Calobra geplant - eine kleine Bucht im Tramuntana-Gebirge. Berühmt für traumhaft blaues Wasser, vor allem aber für die spektakuläre Straße dorthin. Aus knapp 700 Metern Höhe geht es neun Kilometer, unzählige Serpentinen und in einer 270°-Kehre hinunter zur Bucht.

Einziger Nachteil: es gibt nur einen einzigen Weg, der wieder von der Bucht weg führt. Also geht es die selben, vielen vielen (Spitz-)Kehren wieder hinauf in die Tramuntana.

Mein persönlicher "Wow-Moment": Ich habe für den Anstieg von Sa Calobra zur Passhöhe zwar eine gute Dreiviertelstunde gebraucht, das war aber sechs Minuten schneller als im vergangenen Jahr. Das Trainingslager hat mich schon jetzt definitiv voran gebracht.

Am Sonntag ist Ruhetag; Zeit, Wäsche zu waschen und auch mal die Beine baumeln zu lassen.
 

5. Tag im Trainingslager: Das volle Programm (21.4.)

mallorquinischer Mandelkuchen (Bild: hr1)
Vergrößern
Kaffeepause mit Mandelkuchen
Diesmal sogar in "richtiger" Reihenfolge. Und mit Frühstart um sieben Uhr morgens im Pool. Um die Uhrzeit ist es im Becken allerdings kuscheliger als draußen. 2000 Meter und einen halben Liter geschlucktes Salzwasser später zum Frühstück: das Omelette bitte ohne Salz heute, danke!

Für unterwegs hat jeder sein eigenes Rezept: Sports Drink aus unterschiedlichen Kohlenhydraten oder entsprechende Energieriegel oder beides. Naturriegel (Bananen) nimmt bei uns keiner mit - bei 25° Celsius ist die Matschgefahr sowieso zu groß.

Gut gelaunt rauscht der "Gruppe 2-Express" Richtung Tramuntana-Gebirge im Norden. Serpentinenreicher Anstieg Richtung Kloster Lluc. Am Col de Sa Bataia auf 579 Metern Höhe ein kurzer Stop, um die Gruppe wieder zu sammeln. Die Tankstelle am Pass ist DER Radler-Treff im Gebirge. Das Kloster kommt kurz danach, eine der Top-Sehenswürdigkeiten der Insel - aber Hardcore-Triathleten halten wegen sowas natürlich nicht an. Rasende Abfahrt nach Pollensa - mal wieder durch um die Kurve schleichende Autos behindert.

Und dann etwas ganz besonderes: Kaffeepause! Das gibt's sonst nur in der "Cappuccino-Gruppe" großer Radreise-Veranstalter - aber an einem mallorquinischen Mandelkuchen kommt man auf die Dauer einfach nicht vorbei...

Nach der Rückkehr ein kurzer Koppellauf - das kennt ihr ja schon (sonst einfach weiter unten nachlesen). Bilanz bis hierher: 5500m Schwimmen, 325km Radfahren, 23km Laufen plus Athletik und Stretching. Ich bin zufrieden, sehr zufrieden sogar!
 

4. Trainingstag: "Alle drei Disziplinen" (20.4.)

Heute standen gleich drei Trainingseinheiten auf dem Programm. Der stärkste Trainingsreiz sollte ein kleiner Berglauf sein. Ein großer Berglauf. Für mich. Was für die anderen aus der Gruppe lockeres Einlaufen war, das hat mir schon die Grenzen aufgezeigt - ich war vor dem Highlight des Tages längst abgehängt: ein Bergauf-Sprint von 200 Metern. Und zehn Wiederholungen. Ich habe abgekürzt, bin nur 10 Kilometer statt 12 gelaufen. Hätte ich die Einheit beinhart durchgezogen, wären meine Beine anschließend so hart gewesen, dass ich mich nicht mehr auf´s Rad hätte setzen können.

Und das wäre schade gewesen.

Denn am Nachmittag ging´s zum Cap Formentor - eine atemberaubende Fahrt rauf und runter mit vielen Kurven und Serpentinen auf eine Landzunge im Nordosten der Insel. Einziges Ärgernis: die Massen von Menschen, die das Panorama vom Auto aus genießen wollten. Bergab sind die Autos auf kurviger Strecke im Weg, bergan überholen viele Fahrer hochriskant. Nur, um am Leuchtturm am Cap dann eine halbe Stunde auf einen Parkplatz zu warten - die sind nämlich limitiert, und Wächter achten darauf, dass nicht wild geparkt wird. Für Fahrräder gibt´s erfreulicherweise Platz genug.

Und eine Premiere gab´s auch: Interview durch hr1-Moderator Tim Frühling vom 1200 Kilometer entfernten Frankfurt aus. Feine Sache, danke dafür! Bis zum Rennen werde ich jeden Donnerstag in hr1 erzählen, wie das Training so läuft - und natürlich geht´s hier mit Blog, Fotos und Videos weiter.
 

Mit dem Rad zum Cap Formentor 

 
Klicken Sie auf ein Bild, um in die Galerie zu gelangen (6 Bilder)
 

3. Trainingstag: "Entlastungstag" (19.4.)

Einfach mal Faulenzen. Mitten im Trainingslager. Nur in der Sonne liegen und dösen. So geht "entlasten" natürlich nicht. Aber ich hatte heute einiges weniger auf dem Traningsplan als an den Tagen zuvor. Und: zum ersten Mal Schwimmen!
2000 Meter, das sind 80 Bahnen - zum Glück zählt die der Trainer für uns. Und hat sich ein lustiges Programm ausgedacht. Unter anderem: fünf Züge Kraul, dann fünf Züge Kraul, aber mit zur Faust geschlossenen Händen. Immer abwechselnd. Schon mal mit geballten Fäusten geschwommen? Ist eine interessante Erfahrung - wenn man nicht dabei ertrinkt. Und geatmet wird übrigens auch nur bei jedem fünften Zug, einfach nur, weil es so eine schön klingene Trainingsanweisung ergibt: 5 - 5 - 5. Trotzdem waren die Anweisungen schwer zu verstehen, so windig war es heute. Noch ein guter Grund, nicht Fahrrad zu fahren.

Stattdessen war tatsächlich auch ausruhen angesagt - ich habe die Gelegenheit genutzt und mir einen etwas sportiveren Haarschnitt verpassen lassen. Erfreulicherweise hat mein Spanisch gereicht, größere Missverständnisse zu vermeiden. Bin jetzt also windschnittiger und ein paar Gramm leichter - gut für die nächste Serpentinen-Tour.

Es gibt ja übrigens Leute, die schrauben ihren Flaschenhalter mit Titanschrauben am Fahrrad fest, um fünf Gramm zu sparen. Ich habe Titan an anderer Stelle verbaut - aber das ist eine Geschichte für eine andere Gelegenheit. Für morgen kann ich euch das komplette Programm versprechen: swim, bike, run. Alles mit kleinen Besonderheiten gewürzt.
 

2. Trainingstag - mit einer Reise nach San Salvador (18.4.)

Womit geht ein vernünftiger Trainingstag los? Mit einem ordentlichen Frühstück. Triathleten haben da recht unterschiedliche Geschmäcker. Mein Frühstück: deutsches Müsli und spanisches pan con tomate. Hauptsache, die Energiespeicher sind gut aufgefüllt fürs Training. In unterschiedlich starken Gruppen sollen es 70 bis 120 Kilometer auf dem Rad werden. Ich fahre in Gruppe zwei - mittleres Tempo. Wir sind zu viert: Stefan, Kai, Clemens und ich. Kleine Gruppe heißt: jeder hat relativ lange die Ehre, vorne fahren zu dürfen und den anderen Windschatten zu geben. Aber immerhin: vorne kann ich auch mal die Landschaft genießen. Beim "Lutschen" am Hinterrad des Vordermannes schaue ich mir jedenfalls nur das Design der Radhose meines Vordermanns genuer an - damit ich ihm nicht auf selbige drauf fahre, wenn er mal kurz zu treten aufhören sollte...

Die Strecke heute hat einen Höhepunkt - in mehrerer Hinsicht. Die 60 Kilometer hin waren wellig, jetzt geht es fünf Kilometer lang mit 6-8% Steigung einigermaßen steil hoch zum Heiligtum von San Salvador. Heute ist aber nicht nur die Steigung, sondern auch die pure Masse an anderen Radlern die Herausforderung. Die fantastische Aussicht lässt uns Sportler natürlich relativ kalt - denn verschwitzt wird es schnell kalt auf dem Berg. Also geht´s gleich weiter. Und komischerweise geht´s runter ja immer schneller als hoch. Auf dem Rückweg kürzen wir etwas ab, so dass am Ende gut 110 Kilometer und viereinhalb Stunden auf der Uhr stehen.

Ooops - das hätte ich fast vergessen: Koppellauf. Gleich nach dem Radfahren in die Laufschuhe und noch zwanzig Minuten gelaufen - das soll den Körper an den Wechsel der Sportarten gewöhnen. Macht Spaß. Wirklich! Naja. Immerhin mal wieder was anderes, nach viereinhalb Stunden im Sattel. Morgen ist Entlastungstag. Könnte auch meine Haut entlasten - die hat ganz schön viel Sonne abgekriegt. Ich höre, in Hessen droht Frost? Aber keine Sorge: ich werde auch morgen rangenommen: Schwimmstilanalyse. Mit Unterwasservideo. Wird sicher spannend.
 

Trainingslager auf Mallorca 

 
Klicken Sie auf ein Bild, um in die Galerie zu gelangen (6 Bilder)
 

Los geht's: Trainingslager auf Mallorca (17.4.)

Das war ein langer Tag. Beinhart.

Aufstehen um fünf, Abfahrt zum Frankfurter FLughafen um kurz vor sechs. Mein Fahrrad hatte ich natürlich schon am Abend zuvor in seine Spezialtasche geschlichtet: Räder ab, Pedale ab, Lenker längs zum Rahmen gestellt. Als Polsterung: Fahrradtrikots und -hosen. Fahrrad mieten kommt nicht in Frage: Mein Hintern will "seinen" Sattel.

Das Rad kommt tatsächlich heile an - ich mache mich dann fix auf den Weg zu meiner Trainingsgruppe. Ich treffe die Kollegen auf einem 15 Kilometer langen, welligen Anstieg von der Küste in Richtung des Ortes Petra, Eingeweihten als "Wellblech" bekannt.

Um kurz vor drei stehen für mich knapp 60 Kilometer auf dem Tacho, gefahren in etwas mehr als zwei Stunden. Danach Dusche und eine kurze Pause, anschließend Lauftreff vor dem Hoteleingang mit "Lauf-ABC". Das ist so eine Art Läufer-Gymnastik. Ich falle bei jeder Übung fast um. Ich hasse es.

Aber das Lauf-ABC ist eigentlich eine Entspannung im Vergleich zum folgenden 6,5 Kilometer Dauerlauf. 6,5 Kilometer geht eigentlich. Aber leider schleppe ich seit Weihnachten 9 Kilogramm zu viel Fett mit mir rum. Da kann ich keuchen und ächzen wie ich will: Die anderen laufen mir einfach ganz gemütlich davon. Zum Schluss noch ein bisschen Stretching und eine Art "Bauch-Beine-Po" für Läufer, dann der wichtigste Programmpunkt des Tages: Auftanken am Buffet - schließlich geht es morgen weiter. Für mich gibt's viel Salat mit Kichererbsen und dicken Bohnen, dann Hühnerbrust, Cous-Cous und Wildreis mit Linsen.
 

Teilen

Redaktion: tiha
Letzte Aktualisierung: 24.04.2017, 15:06 Uhr
 
Jetzt live


Aktualisiere die hr1 Playlist...

 

Service

 

Das hr1-Special

Zeitreise in die 80er

Beamen Sie sich zurück in die 80er. Mit der hr1- [Zeitreise]
 

Experten-Tipps

Jünger aussehen

Hier gibt's die Tipps von der Expertin. [mehr]
 

Lust auf Bewegung?

Lauftreffs in Hessen

Gemeinsam laufen macht mehr Spaß. Hier gibt's den Lauftreff-Überblick. [mehr]

Kontakt

Mail, Telefon, Newsletter, Facebook ... finden Sie [hier]

Hessen heute

Temperaturen und Wetterlage vor Ort. [mehr]
 
hr-online enthält Links zu anderen Internetangeboten. Wir übernehmen keine Verantwortung für Inhalte fremder Webseiten.
SZM-Daten dieser Seite