hr-online Informationen aus Hessen
hr1.de
 
Vor einer kleinen Arzneiflasche liegen mehrere Globuli auf einem Tisch. (Bild:  picture-alliance/dpa)

Kostenübernahme in der Kritik

Krankenkassen und Homöopathie

Bei der Diskussion um die beliebten Globuli treffen Welten aufeinander. Vor wenigen Tagen wurde die Diskussion um die Kostenübernahme der Krankenkassen durch einen unbedachten Tweet erneut angefacht. Wir fassen Pro und Contra zusammen.
 

Thema in

Sendungslogo
14.03.2017, 10:00 Uhr

Mehr zum Thema

hr-online ist nicht für den Inhalt externer Webseiten verantwortlich.

Links im WWW

In Deutschland greifen immer mehr Menschen zu Globuli. Im vergangenen Jahr stiegt der Umsatz mit homöopathischen Arzneimitteln um rund 4 Prozent, im Vergleich mit 2010 sogar um 60 Prozent. Und eben diese stetig steigende Beliebtheit bei den Patienten veranlasste viele Krankenkassen dazu, ihren gesetzlichen Spielrahmen auszunutzen und Behandlungs- sowie Arzneikosten in bestimmten Fällen zu übernehmen, obwohl kein konkreter Wirksamkeitsbeweis vorliegt.

Ob und in welchem Umfang Ihre Krankenkasse die Kosten für homöopathische Behandlungen übernimmt, können Sie hier nachsehen.

Die Idee hinter der Homöopathie

Die Homöopathie möchte "Gleiches durch Gleiches heilen". Das bedeutet, dass man dem Körper in geringen Dosierungen die Substanz zuführt, die eigentlich genau die Symptome der zu behandelnden Krankheit auslösen. Durch die geringe Menge sollen aber die Selbstheilungskräfte des Körper aktiviert werden. In Verbindung mit umfangreichen Beratungsgesprächen geht es vor allem darum, gezielt den Glauben an die Wirksamkeit der Behandlung zu steigern. Bislang gibt es keine klinischen Studien, die die Wirksamkeit beweisen, aber ebenso wenige Beweise, dass durch Homöopathie direkt Menschen zu Schaden kamen. In beide Richtungen wird derzeit geforscht.

Weitere Informationen zum Pro und Contra von Homöopathie finden Sie hier.
 

Ein unachtsamer Tweet brachte den Stein ins Rollen

Die Gegner der Kostenübernahme durch die Krankenkasse stellen immer wieder die Frage, warum Krankenkassen beispielsweise bei Brillen oder alltäglichen Behandlungen kaum Kosten übernehmen, dagegen aber nicht in der Wirksamkeit bestätigte alternative Heilmethoden bezahlen. So auch eine Anfrage an die Techniker Krankenkasse auf Twitter:




Die Krankenkasse antwortete daraufhin flapisg:




Die Folge war ein echter Shitstorm. Kurz darauf entschuldigte sich die Krankenkasse für die Antwort. Wie viele anderen Kassen steht man dort aber weiter hinter der Entscheidung, Behandlungsmethoden zu bezahlen, mit denen Patienten gute Erfahrungen gemacht hätten.
 

Bundesausschuss will die Kostenübernahme stoppen

Josef Hecken hat eine klare Meinung in diesem Streit: er möchte künftig den Krankenkassen eine Kostenübernahme eindeutig verbieten, solange keine klinischen Studien über deren Wirksamkeit vorliegen. Hecken ist Vorsitzender des gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte, Kassen und Krankenhäuser. Dieses Gremium bestimmt per Richtlinen, welche Leistungen die Kassen bezahlen dürfen. Insbesondere bei schweren Erkrankungen wie Krebs möchte Hecken homöopathische Therapien auch Selbstzahlern verbieten.

Martina Regel sprach am Montag mit Josef Hecken über seine Kritik an der Kostenübernahme von Homöopathie durch die Krankenkassen und wie sich der Bundesverband in Zukunft den Umgang mit alternativen Heilmethoden vorstellt. Das Interview können Sie unten noch einmal hören.
 

Teilen

Redaktion: jaac / ruwa
Letzte Aktualisierung: 16.03.2017, 17:05 Uhr
 
Jetzt live


Aktualisiere die hr1 Playlist...

 

Service

 

Experten-Tipps

Jünger aussehen

Hier gibt's die Tipps von der Expertin. [mehr]
 

Lust auf Bewegung?

Lauftreffs in Hessen

Gemeinsam laufen macht mehr Spaß. Hier gibt's den Lauftreff-Überblick. [mehr]
 

Das hr1-Special

Zeitreise in die 80er

Beamen Sie sich zurück in die 80er. Mit der hr1- [Zeitreise]

Kontakt

Mail, Telefon, Newsletter, Facebook ... finden Sie [hier]

Hessen heute

Temperaturen und Wetterlage vor Ort. [mehr]
 
hr-online enthält Links zu anderen Internetangeboten. Wir übernehmen keine Verantwortung für Inhalte fremder Webseiten.
SZM-Daten dieser Seite