Lange hat man auf einen neuen Film von Jos Stelling warten müssen. Seit seinen großen Filmen der Achtziger, seit "Der Illusionist" und "Der Weichensteller", hat es kaum einer seiner Film in unsere Kinos geschafft.
Thema in
17.05.2013, 17:05 Uhr
Nun kommt mit "Das Mädchen und der Tod" der neue Film von Jos Stelling und er ist deutlich ein Alterswerk.
Immer schon waren seine Filme wortkarge, assoziative Bilderreihen, bevölkert von schrägen Charakteren in merkwürdiger Umgebung. In "Das Mädchen und der Tod" nun sucht ein alter Mann eine alte Villa auf, einst eine Mischung aus Bordell und Sanatorium, um sich an die Frau zu erinnern, die er sein Leben lang liebte, ohne dies mit ihr zu teilen.
Unerfüllte Liebe also auch in unserem dritten Film für heute, ein poetischer Bogen voller Erinnerungsbilder, dunkel, schweigsam und ungeheuer melancholisch. Man braucht viel Zeit für diesen Film und eine tiefe innere Ruhe. Dann kann man die Pfade der Seelen nachvollziehen, auf denen Jos Stelling hier wandelt und kann erkennen, dass der skurrile Humor nicht gänzlich aus seinem Werk verschwunden ist.
Ulrich Sonnenschein
Trailer zur Verfügung gestellt von Filmtrailer.com