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Wenn die Flöte wie ein Vogel zwitschert

Barbara Kortmann (Bild: Neda Navaee)
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Barbara Kortmann
Es ist eine Art Ritterschlag, wenn man vom Flötisten Sir James Galway mit einer Auszeichnung zum "aufgehenden Stern", zum "rising star" geadelt wird. Dreimal war die Flötistin Barbara Kortmann zum Flöten-Festival Galways in die Schweiz eingeladen worden, im letzten Sommer erhielt sie von der Flöten-Legende dann die besondere Empfehlung.
 

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24.01.2017, 6:45 Uhr
Jetzt ist ihre Debüt-CD beim Leipziger Label "Genuin Classics" erschienen, auf der Barbara Kortmann barocke Musik in kleiner Besetzung präsentiert. Martin Grunenberg stellt Ihnen die CD vor:
 
Er gehört nicht zu den größten Sängern unter den heimischen Singvögeln, aber mit seinem bunten Federkleid ist der Stieglitz sicher einer der auffälligsten. Im letzten Jahr war er Vogel des Jahres, besondere Aufmerksamkeit hat der Stieglitz aber auch schon vor fast 300 Jahren bekommen, denn da hat Antonio Vivaldi ihm zu Ehren ein Flötenkonzert geschrieben.

Es hat schon Flötisten gegeben, die den Stieglitz Vivaldis etwas lebendiger – und vielleicht auch authentischer – zwitschern ließen. Aber Barbara Kortmann veredelt den Gesang dieses bunten Vogels mit dem roten Gesicht und seinen schwarz-gelben Flügeln.

Ob Barbara Kortmann ihre Flöte in einen Vogelgesangswettstreit mit der Violine treten lässt, oder ob sie mit der Flöte in zwei Arien von Georg Friedrich Händel wirklich zu singen anfängt, immer ist es die besondere Schönheit ihres Tons, mit dem sie bezaubert.
"Süße Stille, sanfte Quelle Ruhiger Gelassenheit!" – so heißt es zu Beginn einer der deutschen Arien Händels.

Jede Ruhe ist natürlich noch beeindruckender, wenn man ihr eine große Unruhe gegenüberstellt. Das wusste auch Vivaldi, der in seinem Flötenkonzert "La Notte" die Stille der Nacht mit wilden Einbildungen und unruhigen Träumen kontrastiert.

Aus diesem Gegensatz hat auch Marin Marais seine Variationen auf das berühmte Follia-Thema entwickelt – und das gibt Barbara Kortmann die Gelegenheit, mit ihrer Virtuosität zu beeindrucken.
 
CD-Cover (Bild: Genuin Classics )
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CD-Cover
Barbara Kortmann wurde 1985 in München geboren und ist in Hamburg aufgewachsen. Studiert hat sie in Hannover, Basel und am Mozarteum in Salzburg. Auf ihrer Debüt-CD präsentiert sie neben Werken von Vivaldi, Händel und Marais auch noch die Trio-Sonate aus dem "Musikalischen Opfer" von Johann Sebastian Bach wie auch die Flötensonate BWV 1020, die aber wahrscheinlich eher von Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel stammt.

Diese Stücke hört man immer wieder gerne und man kann mit ihnen eigentlich wenig falsch machen. Insbesondere, wenn man über einen so exquisiten Ton wie Barbara Kortmann verfügt, der in allen Registern voll und klar klingt, und den sie noch dazu – der Musik angemessen – mit nur sehr dosiert eingesetztem Vibrato spielt. Kein Wunder, dass James Galway Barbara Kortmanns "makellose Technik und ihren expressiven Klang" lobt. Ein gelungenes und beeindruckendes Debüt!

Martin Grunenberg
 

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Redaktion: ulth
Bilder: © Neda Navaee (1), © Genuin Classics (1)
Letzte Aktualisierung: 23.01.2017, 15:18 Uhr
 
 

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