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13.06.2017

CD-Tipp

Kurt Weill goes Jazz goes Mezzosopran

 (Bild: alpha classics / Rosetta Greek)
Mal nicht auf der Opernbühne, sondern à la Broadway: Kate Lindsey
Welch Schulterschluss zwischen klassischer Musik und Broadway, zwischen alter und neuer Welt, zwischen Oper und Jazz: Die amerikanische Mezzosopranistin Kate Lindsey und der französische Jazzpianist Baptiste Trotignon singen und spielen Theatersongs und Broadwaynummern von Kurt Weill.
 
 (Bild: alpha)

Thousands of Miles

Lieder von Weill, A. Mahler, Korngold, Zemlinsky
Kate Lindsey (Mezzo-Sopran), Baptiste Trotignon (Jazzpiano)
Alpha Classics – Alpha 272
LC 00516
Und plötzlich klingt die Dreigroschenoper mal ganz anders! Zum einen natürlich, weil hier eine richtige Mezzo-Sopranistin singt statt der gewohnten Schauspielerin, und natürlich auch, weil das Klavier statt einer schmissigen Songbegleitung sanfte Jazzakkorde beisteuert. Beides zusammen lässt die Songs von Kurt Weill in einem ganz neuen Licht erscheinen.

Ganz in ihrem Element sind die amerikanische Mezzo-Sopranistin Kate Lindsey, sonst auf der Opernbühne zuhause, und der französische Jazzpianist Baptiste Trotignon spätestens dann, wenn sie Songs aus Weills Broadwaystücken anstimmen.

Kate Lindsey steht sonst auf der Opernbühne. Sie gibt den Octavian im Rosenkavalier oder die Zerlina im Don Giovanni. Hier singt sie nun nicht nur ein ganz anderes Repertoire, sie arbeitet auch zum ersten Mal mit einem Jazzpianisten zusammen.

Der nimmt sich zwischendurch sogar noch Zeit für ein jazziges Klavierintermezzo. Auch für Baptiste Trotignon ist die Zusammenarbeit mit Kate Lindsey Neuland im doppelten Sinne. Zum einen fügt er den Weill-Songs seine luftigen Jazz-Arrangements hinzu, zum anderen wagt er sich mit seiner Partnerin sogar noch tief hinein in die Welt des romantisch-expressiven Kunstliedes.
 
So ganz klar wird es dem Hörer nicht, weshalb die Weill-Songs auf dieser CD ab und zu mit spätromantischen Kunstliedern von Wiener Komponisten der Jahrhundertwende kombiniert werden, aber vielleicht hilft da der Titel der CD "Thousands of Miles" weiter: Hier wird eben weit Auseinanderliegendes zusammengebracht. Klassik und Jazz, Berliner Theaterlied und amerikanischer Broadway, deutsches Kunstlied und französisches Chanson, denn auch das gibt es bei Weill.

Allerdings ist die CD nichts für Puristen, weder für die von klassischer Seite, dafür ist alleine schon das Klavier viel zu voluminös ausgesteuert, so würde das ein klassischer Tonmeister nie machen. Und auch die Weill-Kenner müssen schon ein wenig schlucken, wenn Trotignon im Booklet behauptet, Weills Musik mit seinen Jazz-Arrangements erst wirklich lebendig gemacht zu haben. Wer aber mit offenen Ohren hört, der erlebt auf dieser CD klangfrische und innovative Neuinterpretationen mit einer wunderbaren Stimme und einem berückend schönen Klavierspiel.

Niels Kaiser
 
Und hier das "Making Of" der CD:

 

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Redaktion: aha
Bild: © alpha classics / Rosetta Greek
Letzte Aktualisierung: 14.06.2017, 7:53 Uhr
 
 

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