Der Servicegedanke schuf eine starke Bindung zwischen hr3 und seinen Hörern. Die Redaktion bekam Karten mit Urlaubsgrüßen. Das partnerschaftliche und emotionale Verhältnis zu den Hörern, das bis heute die Beliebtheit des Senders ausmacht, viele Aktionen wie "Samariter der Autobahn" oder Gewinnspiele wie das "Gurt-Quiz" animierten zum Mitmachen.
Öffentliches Aufsehen erregte hr3 beispielsweise, als es 1976 ein Auto an der Konstablerwache in Brand setzte, eine Aktion zur Verkehrssicherheit, bei der der richtige Umgang mit Feuerlöschern geübt wurde. Mit Engagement setzte sich hr3 für Missstände im öffentlichen Nahverkehr ein, mit Wirkung: Die Stadt ließ die Türknöpfe sämtlicher U-Bahn-Wagen auf Kinderreichweite setzen. Für den Fahndungserfolg bei einem Geldraub bei der Dresdner Bank bedankte sich der Frankfurter Polizeipräsident am 11. September 1974 in einem Brief an den Intendanten Werner Hess. Die Bankräuber hatten die Fahndungsdurchsage in hr3 gehört, gaben entnervt auf und stellten sich der Polizei.
Die Hörer "haben hr3 geduzt, während sie die zwei anderen Programme gesiezt haben" erinnert sich der damalige Sendeleiter Karl-Heinz Hattemer. "Aus dem Halbprogramm entwickelte sich eine Sensation. hr3 hat zur Renaissance des Hörfunks beigetragen". Bereits nach einem Jahr erreichte die junge Welle mehr als eine Million Hörer täglich (23 Prozent der Bevölkerung über 14 Jahren) in Hessen. Noch zwei Jahre später waren es 37 Prozent, über zwei Millionen Hörer in Hessen und den benachbarten Bundesländern, die hr3 einschalteten. Bereits 1975 wurde die Sendedauer bis 21 Uhr verlängert und schrittweise ausgedehnt. Bis Ende der 70er Jahre war die Verkehrsredaktion das Herzstück von hr3. Das Markenzeichen der ersten hr3-Jahre als Servicewelle war das "Radiobienchen", ausgerüstet mit vier Reifen und einer großen Antenne.
Aus Egelsbach startete das hr3-Verkehrsflugzeug, die "hr3-Biene", von dem aus ein Reporter Hessens Straßen aus der Vogel-Perspektive beobachtete und Staus vermeldete.