The Truth About Love
Genre: Pop
Label: Sony Music
VÖ: 14. September 2012
Ah, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit! Alles, was Sie über Liebe wissen wollten, doch nie zu fragen wagten! Bei Pink wirkt ein solches Versprechen realistischer als bei den Popmäuschen und Hüpfdohlen - schließlich hat Pink schon einiges in der Richtung erlebt. Ein turbulentes Eheleben, eine Klatschseiten füllende Trennung, dann die Versöhnung, und nun: das komplizierte Leben als Mama und Rockstar.
Diese Achterbahn der Gefühle hat Pink eher beflügelt; die Pause ist ihr nicht anzuhören. Von wegen Schlaflieder für die kleine Tochter Willow Sage! Auf "The Truth About Love" geht es musikalisch in die Vollen. Die Single "Blow Me (One Last Kiss)" demonstrierte bereits den Druck, mit dem Pink 2012 zur Sache geht, aber das Album kann mehr als mp3-Gebretter. Da sind die Streicher und die romantische Lavalampe von "Beam Me Up", die rockige Laserkanone auf "Slut Like You", die halbironische Rap-Einlage von Eminem auf "Here Comes The Weekend". Da ist die Halb-Ballade "Just Give Me A Reason" mit FUN.-Sänger Nate Ruess, konterkariert von dem knalligen "True Love", mit dem Pink dem Liebsten reinen Wein einschenkt. Manchmal, singt sie darauf im übertragenen Sinn, gehst du mir tierisch auf den Sack: "You're an asshole, but I love you."
Ganz schön unumwunden, diese Texte, die aus Pinks Tagebuch stammen könnten
"Stimmt. Ich bin da sehr ich-bezogen", sagt sie. "Aber irgendwie haben wir doch alle die gleichen Probleme! Und wenn ich mir schon so tief in den Nabel gucke, dass es unangenehm ist, sollen andere wenigstens was davon haben." Okay, Pop ist keine Lebenshilfe, sondern "nur" Entertainment, aber Pink ist eine großartige Entertainerin, und auf"The Truth About Love" zeigt die 33jährige Zähne, Ellbogen, Herz und Seele. Ja, sie ist zurzeit glücklich, doch: "Hey, ich bin auch nur ein Mensch, und es ist eine große böse Welt da draußen."
Mit der neuen Pink am Ohr ist man dagegen ein bisschen besser gefeit - und DAS nennen wir doch mal Empowerment! Überzeugen Sie sich davon mit dem hr3 Madhouse-Album der Woche, "The Truth About Love".