17.02.2017

Sind E-Autos die besseren Autos?

 (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Wer umweltbewusst mit dem Auto unterwegs sein will, braucht ein Elektroauto - sagen die Befürworter der E-Autos. Aber stimmt das wirklich? Sind E-Autos besser für die Umwelt? Und sind sie überhaupt für jeden geeignet? Die Antworten gibts hier!
 

So viele E-Autos gibt es in Hessen

 (Bild: hr3)
Interessiert sich für E-Autos: Tobi Kämmerer auf der hr3-Morningshow
3,6 Millionen Fahrzeuge waren in Hessen 2016 zugelassen, darunter 3.400 rein elektrische Autos und ca. 15.000 Hybridfahrzeuge. Der Anteil an elektrisch betriebenen Fahrzeugen ist also noch sehr überschaubar. Ganz anders in China: Dort wurden im letzten Jahr mehr als 400.000 E-Fahrzeuge verkauft, in immer mehr Städten sind dort E-Busse unterwegs. Auf Platz 2 folgen die USA und in Europa ist Norwegen das E-Auto-Land schlechthin: Jeder vierte Neuwagen dort ist ein E-Auto, ab 2025 sollen dort nur noch E-Autos zugelassen werden.
 

Tanken mit dem E-Auto

Die 100. Ladestation an einer Autobahn in Deutschland (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
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Die 100. Ladestation an einer Autobahn in Deutschland
Die große Frage, die sich interessierte Konsumenten stellen, ist meistens: Wie weit komme ich denn damit und wo kann ich überall "tanken"? Dazu kann man sagen: Die Reichweite eines E-Autos liegt in der Regel bei 100-200 Kilometern, danach muss das E-Auto an die Steckdose. Für richtig lange Strecken sind reine E-Autos also bislang noch eher ungeeignet. Wer aber genug Zeit mitbringt, kann sich mit genügend Tank-Pausen auch relativ gut durch das Bundesgebiet hangeln: Zuhause kann man zum Beispiel den BMW i3 an eine 230-Volt-Steckdose hängen, während man unterwegs bundesweit auf 7.000 Strom-Tankstellen (in Hessen: 650, davon 200 in Nordhessen) zugreifen kann. Ende Januar wurde die 100. Ladestation an einer deutschen Autobahn eingeweiht: An der Autobahnraststätte in Augsburg.
 

Ist ein E-Auto günstiger als ein "normales" Auto?

Der E-Golf (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
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Der E-Golf
Ein E-Auto ist allerdings kein preisgünstiger Spaß: Rechnet man Anschaffung und Unterhalt zusammen, ist ein E-Auto teurer als ein "normales" Auto. Beispiel: Der Citroen C Zero kostet 19.800 €, während man den kleinsten Benziner, einen C1, bereits für 9.090 € bekommt. Auch bei anderen E-Autos kommt man nicht billiger weg: Der Peugeot iOn Active kostet ebenfalls 19.800 €, für einen VW E-Golf werden sogar ab 35.000 € fällig.
 

Steuervorteil und Zuschuss vom Staat

Dafür kann man sich beim E-Auto 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreien lassen. Das gilt für alle ab dem 1. Januar 2017 zugelassenen E-Autos, aber auch rückwirkend für Fahrzeuge, die ab dem 18.5.2011 zugelassen wurden. Zusätzlich kann man seit Juli 2016 einen Zuschuss (=Kaufprämie) von der Bundesregierung beantragen: 4.000 € für ein rein-elektrisches Auto und 3.000 € für Hybridfahrezeuge sind möglich.
 

Pro und Contra E-Auto

Hat E-Autos zu großer Popularität verholfen: Der US-Hersteller Tesla (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
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Hat E-Autos zu großer Popularität verholfen: Der US-Hersteller Tesla
Für ein E-Auto spricht aus Umweltsicht, dass der Energieaufwand über den gesamten Lebenszyklus um das Drei- bis Vierfache geringer ist als bei einem fossil betriebenen Fahrzeug (laut einer Studie des österreichen Bundesamts). Zudem wird der Strom aus dem öffentlichen Netz immer sauberer. Die Klimabilanz der E-Autos wird also immer besser: 2030 könnten E-Autos in der Gesamtbilanz rund 43 Prozent weniger Klimagase ausstoßen als Verbrennungsmotoren.

Gegen ein E-Auto spricht, dass die Batterien, mit denen sie betrieben werden, voller Umweltgifte stecken. Ihre Entsorgung ist also gar nicht so einfach. Und um E-Autos wirklich "sauber" zu bekommen, müsste der Strom, mit dem sie betrieben werden, emissionsfrei erzeugt werden.
 

Fazit

Als Fazit kann man aktuell sagen, dass E-Autos zwar noch nicht die perfekte Alternative zu herkömmlichen Fahrzeugen sind, ihnen aber ganz sicher die Zukunft gehört. Ob man jetzt schon umsteigen sollte, muss sich jeder selber gut überlegen. Faktoren wie die geringe Reichweite und die hohen Anschaffungskosten machen die Fahrzeuge (noch) nicht für jeden uneingeschränkt empfehlenswert.
 
Redaktion: svsc
Bilder: © picture-alliance/dpa (1), © picture-alliance/dpa - Archiv (3), © hr3 (1)
Letzte Aktualisierung: 17.02.2017, 15:51 Uhr

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