Von Mobbing haben wir alle schon gehört. Vielleicht sind Sie auch schon gemobbt worden: bei der Arbeit, in der Schule, im Sportverein. Betroffene werden schikaniert, die "Mobber" verbreiten falsche Tatsachen über einen oder drohen sogar mit Gewalt. Mit Internet und sozialen Netzwerken kamen für Mobber ganz neue "Möglichkeiten"; das sogenannte Cyber-Mobbing.
Jetzt gibt's eine fiese neue Art des Cyber-Mobbings. Eva-Marie Günzler aus der hr3-Onlineredaktion hat sich dem Thema angenommen.
Was haben sich die Cybermobber Fieses einfallen lassen?
"Stell dir mal vor, du hast auf einer Feier etwas viel getrunken und landest in einem fremden Bett... und der oder die macht ein Foto von dir, du merkst das nicht und landest nackt im Internet!
Das passiert zur Zeit leider einigen jungen Leuten. Die finden sich dann z.B. auf der Plattform "Bed of Shame" wieder. Dort gibt es die bei Twitter veröffenlichten Bilder zum Stichwort, die zeigen, was letze Nacht passiert ist. Die Betrachter können die Bilder in den Netzwerken teilen. Und dort werden sie von anderen kommentiert."
Betrifft das nicht nur ganz wenige?
"Auf dieser speziellen Seite vielleicht, aber generell betrifft Cybermobbing richtig viele. 32 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland waren schon mal Opfer! Das belegt eine Studie der Techniker Krankenkasse. Darunter sind Dinge wie unerlaubtes Verbreiten von Fotos und Videos, Verleumdungen aber auch gefälschte Identitäten bei sozialen Netzwerken und Chats."
Was können Opfer von Cybermobbing tun oder wie schütze ich mich?
Beim Thema "Bed of Shame" ist ganz klar das Persönlichkeitsrecht verletzt. Man kann auf Unterlassung klagen und Schmerzensgeld fordern. Das geht auch, wenn die Seitenbetreiber im Ausland sind. Dies haben in zwei voneinander unabhängigen Urteilen der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe und der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschieden.
Für Cybermobbing in Netzwerken generell gibts einige Punkte, die man beachten sollte:
- Profil des Netzwerks durch Privatsphäreeinstellungen schützen
- keine sensiblen Daten preisgeben
- auf Mobbingnachrichten nicht antworten
- Absender sperren
- den Mobber beim Netzwerk melden
- Nachricht als Beweis aufheben, also Screenshots machen
- Freunde, Eltern oder Lehrer einweihen
und dann gibt es auch Beratungsstellen, z.B. kostenlos und anonym bei
www.nummergegenkummer.de oder unter
www.polizei-beratung.de.
Kann man auch Anzeige erstatten?
"Ja, immer wenn es um ganz massive Beleidigungen, Bedrohungen und Belästigungen geht, dann ist das strafbar! Auch, wenn Persönlichkeitsrechte verletzt werden, z.B. wenn Fotos oder Videos unerlaubt veröffentlicht werden."