Die Trennung von Katie Holmes und Tom Cruise hat die Sekte Scientology erneut ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Katie Holmes ist es gelungen, sich aus der Umklammerung von Scientology zu befreien. Sie hatte diesen Schritt gut vorbereitet. Tom Cruise gehört zu den prominentesten Köpfen von Scientology. Die Krake Scientology wie funktioniert das System der Sekte? Auf diese Frage antworten...
Ursula Caberta ist Deutschlands bekannteste Scientologyexpertin. Die 62-Jährige ist seit fast zwei Jahrzehnten der Stachel im Fleisch von Scientology. Caberta hat von 1992 bis 2010 die Arbeitsgruppe Scientology der Innenbehörde der Stadt Hamburg geleitet. Die Arbeitsgruppe wurde am 31. August 2010 aus Kostengründen aufgelöst; Ursula Caberta blieb aber in der Innenbehörde und führt ihren Kampf gegen die Sekte als One-Woman-Show weiter. Ursula Caberta sagt: "Scientology ist eine verfassungsfeindliche Organisation".
Der Österreicher
Wilfried Handl war 28 Jahre Mitglied bei Scientology. 1974 ist er der Sekte beigetreten. Zweimal ist er aus der Sekte entlassen worden, aber er hat Scientology trotzdem nicht den Rücken gekehrt. Im Gegenteil, Wilfried Handl ließ sich wieder rekrutieren. Er machte Karriere, wurde sogar leitender Direktor von Scientology in Wien. Ein Posten, den er drei Jahre innehatte. Er erreichte den Status eines sog. "Clear", ein reiner, geklärter Mensch, frei von negativen Emotionen. 2001 erhält er die Diagnose Krebs. Auf seiner Homepage beschreibt er das als seinen persönlichen "Glücksfall". Die Diagnose öffnete ihm die Auge. Denn als "Clear" hätte er nicht krank werden dürfen. 2002 tritt er aus eigener Entscheidung aus Scientology aus. Seitdem kämpft er gegen Scientology.
Der Filmemacher und Buchautor
Frank Nordhausen hat eine weltweit einzigartige Dokumentation gedreht: "Die Spitzel von Scientology", die Ende Juni im Ersten lief. Nordhausen berichtet über einen eigenen Geheimdienst, den Scientology mit viel Geld und viel Manpower unterhält. Der Geheimdienst heisst "Office of Special Affairs", kurz OSA, und dient dazu, "abtrünnige" ehemalige Scientology-Mitglieder zu bespitzeln, zu verfolgen und einzuschüchtern. Frank Nordhausen hat für die Dokumentation jahrelang recherchiert und ist in den USA auf ein System gestoßen, das seine Kreise bis in hohe politische Ebenen zieht.
Jeanette Schweitzer besucht 1989 auf Empfehlung einer Bekannten ein Kommunikationsseminar in Frankfurt. Sie war damals Managerin einer Baufirma aus dem Saarland. Dass sie ein Seminar von Scientology besuchte, war ihr nicht klar. Das erfuhr sie erst später. Auch ihre Bekannte war bei Scientology. Drei Jahre bleibt Jeanette Schweitzer bei Scientology, ist in der Organisation fest integriert und erreichte in der Zeit den Grad des "Operierenden Thetan der Stufe I". Ihre kleine Tochter vernachlässigt sie. 1992 verlässt sie Scientology.
In der Folge wird sie bedroht und lebt bis 1995 unter Polizeischutz. Sie engagiert sich in der Aufklärungsarbeit über Scientology und berät Sektenopfer.
Bücher unserer Interviewpartner:
"Der Apparat Meine Jahre bei Scientology" von Jeanette Schweitzer
"Schwarzbuch Scientology" von Ursula Caberta
"Scientology: Wie der Sektenkonzern die Welt erobern will" von Frank Nordhausen und Liane Billerbeck