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 (Bild:  colourbox.com)
Oft landet der Dreck vom Acker anschließend auf der Straße

Unfallgefahr

Bauernglatteis und Hopfenspikes

Herbstzeit ist Erntezeit: Traktoren auf den Feldern - und die müssen vom schlammigen Untergrund zwangsläufig wieder auf die Straße zurück. Die Auto- oder Motorradfahrer haben dann auch mit den Hinterlassenschaften von Erntemaschinen auf den Straßen zu kämpfen.
 

Schmieriger Belag auf dem Asphalt

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14.09.2012, 6:45 Uhr
Der Regen macht den Boden schlammig und schwer. Das dicke Reifenprofil der Traktoren ackert sich durch das schlammige Erdreich. Dahinter Pflug, Maishäcksler oder Rübenroder. Kinderpädagogin Susanne kennt das Problem auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle: "Bei uns werden die Zuckerrübenfelder abgeerntet. Da entsteht auf der Straße immer so ein schmieriger Belag, das ist von den gehäckselten Zuckerrüben. Da muss man sehr aufpassen." Die Aufbauten ragen oftmals weit hinaus über den mittleren Fahrstreifen der Straße. Auf dem Asphalt lösen sich die Lehm- & Erdklumpen vom Reifen und bleiben auf der Straße liegen. ADAC Sprecher Cornelius Blanke hat dafür einen Namen: Bauernglatteis, d.h. es bildet sich ein rutschiger Schmierfilm auf dem Straßenbelag, der wie Schnee oder Eis wirken kann. Autofahrer, vor allem Motorradfahrer und Radfahrer verlieren die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Es kommt zum Unfall." Das Ganze passiert urplötzlich, unerwartet. Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause oder am frühen Morgen, wenn vielleicht noch Nebel die Sicht verschlechtert.
 

Vorsicht, Erntemaschinen!

Der ADAC appelliert an die Landwirte, die Fahrbahnen nach getaner Arbeit zu säubern, andererseits an die Pkw-Fahrer, vorsichtig und vorausschauend zu sein. Zu beachten ist auch der vergrößerte Radius beim Abbiegen der Erntemaschinen. Susanne ist gewarnt: "Mein Mann hat mir erzählt, wie es ihm ergangen ist. Da ist bei einem Traktor auf der Landstraße ein Behälter hinten abgerissen und hat beinahe auf der anderen Seite ein Fahrzeug erwischt." Der ADAC fordert die Landwirte auf, alle gesetzlich vorgeschrieben Beleuchtungseinrichtungen ihrer Fahrzeuge regelmäßig zu überprüfen, zu reinigen und vor allem nachts auch zu nutzen.
 

Reifenschäden durch Hopfenspikes

Ein weiteres Risiko kennt ADAC-Experte Cornelius Blanke: "Hopfenspikes sind Haltedrähte, die mit den Hopfenreben in ein bis zwei Zentimeter lange Stücke gehäckselt werden und als Düngerbeimischung zurück auf die Äcker gebracht werden. Sie fallen durch die Erschütterungen beim Transport durch den Ladehänger auf die Fahrbahn. Diese Drahtnadeln können sich dann in Auto-, Motorrad- und Fahrradreifen bohren und schwerwiegende Unfälle durch Reifenschäden verursachen."
 

Wer haftet?

Die Landwirte müssen auf ihre Felder. Die Arbeit ruft - täglich. Umso häufiger können uns Bauernglatteis und Hopfenspikes ausbremsen. Ist der Unfall passiert, rät der Experte zu schnellem Handeln. Wer aber zahlt den Schaden? "Die Beweispflicht liegt beim Autofahrer. Die Zuordnung zum Verursacher ist in der Peripherie schwer möglich. Unser Tipp: Fotos vor Ort machen, Polizei rufen und zuständige Kommune nach Nutzer des Flurstücks fragen, aus dem das den Dreck verursachende Fahrzeug gekommen ist. Kann dies entsprechend nachgewiesen werden, kann der Landwirt haftbar gemacht werden. Beim Landwirt trägt das dessen Betriebshaftpflichtversicherung - aber sicherlich nicht im Wiederholungsfall. Deshalb gilt für die Bauern: Reinigt die Reifen und säubert den Asphalt!"


Informationen von Uwe Becker
 
Redaktion: niko
Letzte Aktualisierung: 14.09.2012, 14:53 Uhr
 
 

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