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Kartoffeln (Bild:  colourbox.com)
Reiche Kartoffelernte fällt dieses Jahr aus

Schlechtes Erntejahr

Kraut- und Knollenfäule an der Kartoffel

In Hessens Gärten ist die Kartoffelernte in vollem Gang. Doch dieses Jahr ist ein schlechtes Kartoffeljahr: Die Kraut- und Knollenfäule hat zugeschlagen und verdirbt vielen Hobbygärtnern die Ernte.
 

Zunächst sind die Blätter befallen

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4.08.2012, 9:45 Uhr
Der Kleingarten von Hartmut Spohn; es grünt und blüht überall. Die Tomaten werden langsam rot, der Kohl reckt seine grünen Köpfe aus der Erde. Bloß den Kartoffeln geht es schlecht: "Ja, bei mir zumindest. Und wenn ich hier durchs Gelände gehe, sehe ich das an dem Kraut. Die haben alle die Kraut- und Knollenfäule. Und ich glaube nicht, dass hier eine großartige Ernte zu erwarten ist. Bei dem Wetter, das wir die letzten Wochen hatten, feucht und weder warm noch kalt, so 15 bis 20 Grad, das war das richtige Wetter für diese Kraut- und Knollenfäule!" Hartmut Spohn lächelt resignierend. Die Kartoffeln hat er umgegraben. Da war nichts mehr zu retten. Ein Pilz hat die Pflanzen getötet. Er befällt zuerst die Blätter. Braune Flecken am Blatt sind die ersten Anzeichen. Dann geht es weiter. Die Blätter trocknen ein, werden spröde, brüchig. Und sehen letztendlich wie verbrannt aus.
 

Der Pilz verursacht den Kartoffeltod

Hans-Jürgen Borneis, Kartoffelexperte am hessischen Landesbetrieb Landwirtschaft über die Killer-Pilze: "Die dringen in die Pflanze ein. Und, wie andere Pilze auch, zersetzen sie erst mal, wenn sie erst mal in der Pflanze drin sind, das Gewebe. Und wenn das zu früh passiert an der Kartoffel, dann können sich die Knollen nicht mehr vernünftig entwickeln." Dieses Jahr ist das Kartoffelfäule-Jahr, ganz Hessen ist betroffen. Es hat im Juni und Juli einfach zu viel geregnet, fast jeden Tag. So konnten die Kartoffelblätter nicht trocknen und blieben ständig feucht: Idealer Nährboden für den Fäulnis-Pilz. Und wenn die Pflanzen erst einmal krank sind, kann man nicht mehr viel tun. Im Anfangsstadium der Fäule helfen noch ein paar Spritzmittel: "Dazu gehören die Kupferpräparate. Eine gewisse Wirkung hätte das neue Präparat 'Infinito'. Aber man kann sich natürlich davon keine Wunderdinge erwarten. Und man will ja auch Kartoffeln und Tomaten selbst anbauen und sie nicht trotzdem chemisch behandeln. Dann kann man sie ja gleich kaufen."
 

Ein Tipp für das nächste Jahr

Kartoffel-Landwirte, die mit chemischen Pflanzenschutzmitteln arbeiten, haben dieses Jahr gut Lachen: Ihre Pflanzen sind meistens gesund. Aber viele Kleingärtner in Hessen haben ihre Kartoffelpflanzen dieses Jahr aufgegeben. Für das kommende Jahr sollte man gleich auf Nummer sicher gehen. Ein Trick: Die Kartoffeln im Frühjahr ein bisschen vorkeimen lassen, bevor man sie in den Boden eingräbt. Wenn die Keime gerade so heraus gucken: "Dann kann man bei einer Bodentemperatur von sechs Grad die Knollen legen. Es gibt noch ein paar andere Tricks: Wenn man größere Pflanzkartoffeln verwendet, dann kommen die schneller ins Wachstum, schließen dann schneller ab. Und dann hat man eine gute Chance, dass es keine Rolle mehr spielt, ob oben das Kraut abstirbt oder nicht." Man kann also doch etwas tun, gegen die Kartoffelfäule; damit es nächstes Jahr besser wird.

Informationen von Jens Wellhöner
 
Redaktion: sati
Letzte Aktualisierung: 3.08.2012, 10:04 Uhr
 
 

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