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Alte und abgelaufene Medikamente gehören nicht in die Toilette (Bild:  colourbox.com)
Alte und abgelaufene Medikamente gehören nicht in die Toilette

Unbedenklich oder ungesund?

Medikamentenrückstände im Trinkwasser

Trinkwasser aus dem Hahn ist das am besten kontrollierte Lebensmittel. Das sagen Experten immer wieder. Doch wo bleiben die vielen Rückstände der Arzneimittel, die täglich ausgeschieden werden oder unsachgemäß entsorgt werden?
 

1.250 Tabletten pro Einwohner im Jahr - Wo landen eigentlich die Rückstände?

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17.08.2012, 7:15 Uhr
Audio: Hit oder Flop: Trinkwasser 3:27 Min
(© hr4, 20.08.2012)
In Deutschland gibt es keinen Fluss, in dem nicht Rückstände von Antibiotika, von Betablockern, Hormonen durch die Pille oder Schmerzmitteln nachweisbar wären. Das sagt das Umweltbundesamt, das sich in einem großen Forschungsprojekt jetzt mit Arzneimittelrückständen im Trinkwasser beschäftigt. Es wird sogar gescherzt, dass man am Stoffmuster der Arzneimittel im Wasser erkennen könnte, wie alt die Bevölkerung ist und ob es viele Menschen gibt, die Psychopharmaka nehmen.
Heute können Forscher sogar den Drogenkonsum einer Stadt anhand von Spuren von Kokain oder Cannabis im Abwasser messen.

Unser Trinkwasser wird zu knapp 30 % aus Oberflächenwasser aufbereitet, also aus dem Wasser der Flüsse und Seen und nur zu 10% aus Quellwasser. Und weil eben viel Trinkwasser aus Flüssen und Grundwasser aufbereitet wird, findet man auch im Trinkwasser Rückstände. Aber so sagt das Umweltbundesamt: Man muss zukünftig bessere Untersuchungsverfahren entwickeln, um Arzneimitteln auf die Spur zu kommen.
 

Medikamente in Flüssen – Das kann für uns Menschen doch nicht gesund sein?

Um es deutlich zu sagen: Die gemessenen Werte liegen auch hier in Hessen unter den gesetzlich zulässigen Höchstmengen. Aber es gibt keine Untersuchungen beim Menschen, ob diese minimalste Mengen, die wir täglich trinken, Krankheiten wie Krebs oder psychische Veränderungen mit verursachen. Es gibt derzeit noch keine Ergebnisse aus Langzeitstudien, die ja über Jahrzehnte laufen müssten. Das Ministerium für Bildung und Forschung initiiert derzeit Projekte. In der Schweiz beispielsweise hat man z.B. den Forellenrückgang in manchen Bächen auf den Hormoneintrag durch den Menschen zurückgeführt.

In Deutschland werden enorm viele Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Diclofenac genommen. Ein stabiler Stoff, der im Körper lange hält, sonst würde er ja nicht nachhaltig gegen Schmerzen helfen. Und dieses Diclofinac ist inzwischen in allen Seen und Flüssen und auch im Grundwasser nachzuweisen.
 

Leitungswasser: gesund oder verseucht?

Mit Leitungswasser kann man nach derzeitigem Stand der Wissenschaft durchaus seinen Durst löschen. Vor allem dann, wenn es aus Quellwasser hergestellt wird. Das erfährt man beim Gesundheitsamt.
 

Wohin mit alten Medikamenten?

Natürlich scheiden wir die Abbauprodukte der Medikamente aus. Aber Millionen von Menschen werfen Altmedikamente dazu noch in die Toilette. Das sollte man nicht tun. So landen sie auf Umwegen vielleicht im Trinkwasser aus dem Hahn. Sie gehören zurück in die Apotheke oder in den Restmüll, wenn der in der Müllverbrennung landet.

Die Ärzte müssen besser informiert werden damit sie solche Medikamente verschreiben, die ökologisch abbaubar sind. Alle Verantwortlichen sind sich einig: Die Forschung ist auf einem guten Weg. Es muss aber eine verschärfte Trinkwasser– Verordnung kommen, in der Arzneimittelrückstände eine größere Rolle spielen.


Informationen von Angelika Bork.
 
Redaktion: stho
Letzte Aktualisierung: 20.08.2012, 8:59 Uhr
 
 

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