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Kalender mit der Notiz 'Urlaub' (Bild:  colourbox.de)
Der restliche Jahresurlaub muss rechtzeitig genommen werden.

Arbeitnehmer-Rechte

Den Urlaub ins nächste Jahr retten

Manchmal kann man den Urlaub einfach nicht rechtzeitig nehmen. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als die Urlaubstage mit ins neue Jahr zu nehmen. Aber darf man das? Und hat man ein Recht darauf, sich Urlaub auszahlen zu lassen?
 

Urlaubssperre

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5.12.2013, 7:15 Uhr
Das Bundesurlaubsgesetz ist ein dickes Buch mit rund eintausend Seiten. Es sieht eigentlich nicht vor, dass die in Deutschland gesetzlich festgeschriebenen zwanzig Urlaubstage mit ins nächste Jahr genommen werden können. Thomas Hess ist Jurist beim Deutschen Gewerkschaftsbund erklärt, was das heißt: "Arbeitnehmer müssen ihren Urlaub am 31.12. grundsätzlich genommen haben." Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel. Wenn mein Arbeitsgeber zum Beispiel keinen Urlaub geben konnte, dann muss er das im nächsten Jahr nachholen. Der Arbeitgeber darf nur aus bestimmten Gründen keinen Urlaub erlauben: "Zum Beispiel ein plötzlich zusätzlicher Arbeitsaufwand, oder wenn ein Kollege, der mich vertritt, krank wird, der Arbeitgeber mich notwendig braucht und das nicht anders überbrücken kann."
 
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Urlaub aus Krankheitsgründen verschieben

Außerdem muss der Urlaub aufgeschoben werden, wenn man selbst oder ein Familienmitglied krank wird. Wenn man mit seiner Familie zusammen in den Urlaub fahren will, und man nicht kann, weil einer krank ist, dann ist das ein Grund den Urlaub zu verschieben, sagt der Jurist Thomas Hess: "Die hängen sich aber nicht automatisch hinten dran. Dann muss man erneut einen Antrag beim Arbeitgeber stellen und die Tage müssen mir dann gewährt werden."
 

Resturlaub bis 1. März nehmen

In der Regel müssen diese Urlaubstage dann bis zum 31. März des nächsten Jahres genommen werden. Wenn der Arbeitgeber sie aber bis dahin nicht genehmigt, dann hat man einen neuen Anspruch auf diesen Urlaub. Viele Arbeitnehmer lassen sich auch auszahlen. Der Gesetzgeber sieht das aber nicht vor, sagt der Experte: "Das darf nicht sein, weil der Arbeitgeber sich erholen soll und das lässt sich nicht erkaufen, sondern nur in Natura genommener Urlaub."
 

Auzahlung bei langer Krankheit

Nach EU-Gesetz gibt es neuerdings ein Urteil, nach dem Urlaub ausgezahlt werden muss, wenn ein Arbeitnehmer zu lange krank war, um Urlaub zu machen. Alle diese Regelungen betreffen nur die gesetzlich vorgeschriebenen zwanzig Urlaubstage. Zusätzlicher Urlaub, der im Tarifvertrag vereinbart ist, kann länger genommen werden, manchmal bis September. Das ist je nach Branche und Tarifvertrag unterschiedlich. Viele Arbeitgeber wollen gerade diese zusätzlichen Tage nicht ins neue Jahr übertragen – das sollte rechtzeitig verhandelt werden!

Informationen von Isabel Reifenrath.
 
Redaktion: skue
Letzte Aktualisierung: 3.12.2013, 12:02 Uhr
 
 

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