hr-online Informationen aus Hessen
hr4.de
  • hr4.de
  • hr4.de
  • hr4.de
Smartphone in der Hand einer Frau (Bild:  Model Foto: Colourbox.de)

Infos zur hr4-Hörerstunde

Welches Smartphone passt zu mir?

Vor zehn Jahren hat Steve Jobs das erste iPhone vorgestellt. Mittlerweile sind Smartphones fester Bestandteil fast jeder Hand- und Hosentasche; die Auswahl ist riesig. Experte Alexander Spier gibt Tipps zum Kauf und zur Auswahl des passenden Tarifs.
 

Thema in

Sendungslogo
9.01.2017, 6:05 Uhr

Information

Unser Experte

Alexander Spier
Redakteur c't-Magazin für Computertechnik,
Hannover

Beim Smartphone sollte man mindestens in Richtung 100 Euro Investition schauen. Dann bekommt man ein einigermaßen ruckelfreies Gerät mit brauchbarem Bildschirm. Für 150 Euro und darüber sind dann auch LTE und ein bisschen mehr Speicher zu haben. Für 250 bis 300 Euro werden die wenigsten noch was zu meckern finden, da sind Kamera, Leistung und Verarbeitung schon ziemlich gut. High-End-Geräte für 500 Euro und mehr sind eigentlich nur dann sinnvoll, wenn man viel fotografiert, viel Speicherplatz braucht oder aufwändige Spiele spielt. Beim iPhone hat man preislich kaum die Wahl.

Bei den Tarifen kommt man mittlerweile recht günstig weg. Für 10 Euro und weniger bekommt man mittlerweile Tarife mit einigen Gesprächsminuten und mindestens 500 Megabyte Datenvolumen. Ob man Prepaid nimmt oder einen Monatstarif der günstigen Reseller, hängt dann von den eigenen Vorlieben ab, da ist kein großer Unterschied.

Über 20 Euro sollte man in keinem Fall pro Monat ausgeben müssen, außer es sind noch ein Smartphone mit dabei oder man nutzt die ganzen Zusatzangebote der großen Provider.
 

Tipps zum Kauf

  • Zuallerst gilt es sich zu entscheiden: iPhone oder ein Smartphone mit Android. Die iPhones von Apple sind im Schnitt deutlich teurer, dafür bekommt man aber auch eine gute Ausstattung, ein ausgereiftes Betriebssystem und regelmäßig Updates. Bei Android kommt man je nach Ausstattung günstiger weg. Dazu ist das System flexibler und erlaubt zum Beispiel, das Gerät stärker an die eigenen Wünsche anzupassen.
  • Wer die Smartphones voll nutzen will, der kommt um einen Account bei Apple beziehungsweise Google nicht herum, man muss also durchaus überlegen, wem man vertraut.
  • Je billiger die Geräte, desto mehr Kompromisse muss man machen. Das heißt die Kamera wird schlechter sein, das Gerät unter Umständen langsamer und es fehlt an Ausstattung wie Fingerabdruckscanner. Bei Android-Smartphones gibt bei den billigen Geräten seltener oder gar keine Sicherheitsupdates.
  • Vor dem Kauf ausprobieren ist immer hilfreich. Wenn man sich unsicher ist, ob das Gerät zu klein oder zu groß ist, ob man auf dem Display genug sieht oder ob es vielleicht auch zu schwer ist. Denn gerade im Vergleich zu Handys sind Smartphones inzwischen deutlich größer geworden. Wer noch nie ein Smartphone hatte, der sollte durchaus schauen, was Bekannte und Verwandte nutzen. So bekommt man schneller Tipps, wenn mal etwas nicht klappt. Denn Anleitungen und ausführliche Hilfestellungen gibt kein normaler Hersteller mit.
  • Auch wenn es nervt und vielleicht auf den ersten Blick manchmal unverständlich erscheint, sollte man auf die Ausstattungsdetails achten. Für Android gilt: Der Prozessor sollte mindestens vier Kerne haben, der Arbeitsspeicher mindestens 1 Gigabyte groß sein. Der interne Speicher (also wo Apps, Fotos usw. landen) sollte mindestens 8 Gigabyte fassen. Besser sind aber 16 Gigabyte oder noch mehr. Gerade wenn man viele Fotos schießt oder zum Beispiel per WhatsApp viele Bilder und Videos bekommt. Sonst muss man nämlich schnell wieder aufräumen und Apps löschen.
  • Bei der Kamera wird es dagegen schwer anhand der Zahlen die Qualität zu beurteilen. Mindestens 8 Megapixel sollten es in der Regel sein, damit die Bilder genug Details zeigen. Ob das allerdings immer scharf ist und auch bei Dämmerlicht gelingt, das kann man damit nicht garantieren. Ab etwa 150 Euro gibt es eigentlich keine kompletten Ausfälle mehr, für Whatsapp & Co. reicht das allemal. Darunter muss man etwas Glück haben. Wer viel wert auf richtig gute Bilder legt und zum Beispiel seine Kompaktkamera ersetzen will, muss allerdings mehr ausgeben. Da sollte man - wenn möglich - die Smartphone-Kamera im Laden auszuprobieren und andererseits im Netz nach Testberichten oder sogar Beispielbilder zu suchen.
  • Möchte man unterwegs surfen, dann ist LTE fast schon Pflicht: Netzabdeckung sowie Geschwindigkeit sind höher. Auch wenn es der eigene Tarif noch nicht erlaubt, in Zukunft führt an LTE kein Weg vorbei.
 
 

Übersicht im Tarifdschungel

Wer ein Smartphone hat, braucht auch einen Datentarif. Wer unterwegs wenig surft und nur hin und wieder Facebook aufruft und Nachrichten austauscht, der kommt mit 300 Megabyte gut zurecht. Schaut man aber auch gerne mal ein Video oder verschickt von unterwegs viele Bilder, sind auch 1 Gigabyte nicht zu viel.

Wer sich nicht sicher ist, der sollte eher zu Prepaid-Tarifen und Tarifen mit kurzen Laufzeiten greifen, dann kann man im Bedarf schneller wechseln. Günstiger wird es in der Regel außerdem.

Schauen, in welchem Mobilfunknetz der Provider aktiv ist! Das E-Netz (o2 und ehemals E-Plus) hängt bei Ausbau und Geschwindigkeit oft noch hinterher, ist aber deutlich günstiger. Die sogenannten Reseller (WinSIM, Simyo, Blau usw.) nutzen daher oft dieses Netz, wenn sie mit sehr günstigen Tarifen werben. Im D-Netz (Telekom und Vodafone) ist die bessere Infrastruktur teurer zu bezahlen. Daher bekommt man hier oft weniger Inklusiv-Volumen.

Netzabdeckung bei den Providern anschauen! Alle großen Netzbetreiber (o2, Telekom, Vodafone) bieten sehr detailreiche Karten, welche Abdeckung und Geschwindigkeit an jedem Punkt in Deutschland man erwarten kann. Bevor man sich für ein Netz entscheidet, unbedingt dort vorbeischauen.

Nur das nehmen, was man wirklich braucht! Klar, es ist verlockend alle Eventualitäten abzudecken, doch längst nicht jeder braucht eine Flatrate in alle Netze, einen Hotspot-Zugang und unbegrenzt SMS. Manchmal reichen beispielsweise auch nur ein paar Gesprächsminuten, die inklusive sind und dafür nimmt man mehr Datenvolumen.

Tarife inklusive Gerät genau durchrechnen! Denn oft wird es günstiger, wenn man Tarif und Gerät einzeln kauft. Zahlt man es dagegen monatlich beim Provider ab, wird es bei der üblichen Laufzeit von 24 Monaten eher teurer. Zudem laufen solche Zusatzbeiträge unter Umständen einfach weiter - ohne neues Gerät.

Vorsicht bei Tarifen mit "Datenautomatik"! Bei denen wird kostenpflichtig mehr Datenvolumen gebucht, wenn man die ursprüngliche Menge verbraucht hat. Und das ist verhältnismäßig teurer.

 

Das Smartphone im Gebrauch - Tipps zur Sicherheit

  • Sollten Fremde das Smartphone in die Finger bekommen, so sollte man zumindest den Zugang zu den Daten sichern. Wenn das Smartphone es anbietet, sollte man immer die Verschlüsselung einschalten. Ohne den Zugangscode beim Start des Smartphones einzugeben, kann niemand die Daten auf dem Gerät öffnen. Damit auch niemand auf das Gerät zugreifen kann, wenn man es mal irgendwo liegen lässt, sollte das Display mindestens mit einem Wischcode oder einer PIN gesperrt werden. Das Entsperren per Stimme oder Gesichtserkennung ist unsicher. Ein Fingerabdruckscanner erspart das Eintippen des Codes, ist aber noch nicht bei allen Geräten Standard und muss bei manchen Android-Geräten erst in den Einstellungen aktiviert werden. Bei neueren iPhones mit Fingerabdruckscanner werden Verschlüsselung und Zugangscode bereits bei der Einrichtung verknüpft.
  • Ansonsten gilt das gleiche wie auf dem PC: Programme/Apps nur aus bekannten Quellen installieren (Apple App Store und Google Play Store).
  • Auch bei unbekannten Mail-Anhängen, Links bei WhatsApp usw. skeptisch sein und im Zweifel nicht anklicken.
  • Beim Surfen tauchen gerne mal Dialogfelder auf, die einen einreden wollen, dass man infiziert sei. Nicht glauben und vor allem nichts herunterladen. Einfach in solchen Fällen den Browser-Tab schließen.
  • Sowohl bei iOS als auch Android ist es für eine App nahezu unmöglich, sich ohne zutun des Nutzers zu installieren. Solange man also aufmerksam auf die Meldungen schaut, muss man sich keine großen Sorgen machen.
  • In den App-Stores immer auch auf die Bewertungen schauen und welche Rechte eine App verlangt. Kommt einem das dubios vor und es wird nirgends erläutert, warum beispielsweise eine App Zugriff auf die Kontakte braucht, lieber nicht installieren.
 

Teilen

Redaktion: sati
Letzte Aktualisierung: 4.01.2017, 16:34 Uhr
 
 

Jetzt live in hr4

 

Tipps

Rund ums Smartphone

Welches Gerät passt zu mir? Wie halte ich das Smartphone sauber? [mehr]
 

Zum Nachkochen

 

Tipp

Kochbesteck (Bild:  colourbox.de)
 
hr-online enthält Links zu anderen Internetangeboten. Wir übernehmen keine Verantwortung für Inhalte fremder Webseiten.
SZM-Daten dieser Seite