Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden hat die Wörter des Jahres 2012 bekanntgegeben. Auf Platz 1 rangiert der Begriff "Rettungsroutine".
2200 Begriffe hatte die Gesellschaft in diesem Jahr in die engere Wahl genommen und daraus jene zehn Wörter und Wendungen gewählt, die nun in die Liste der "Wörter des Jahres" aufgenommen wurden. Rettungsroutine. Das Wort "Rettungsroutine" spiegele "nicht nur das schon seit einigen Jahren dauerhaft aktuelle Thema der instabilen europäischen Wirtschaftslage wider, sondern beschreibt zudem die zahlreichen und wiederkehrenden Maßnahmen, die bisher zur Stabilisierung unternommen wurden", heißt es in der Begründung der GfdS . Zudem verweist sie auf den eigentümlichen Widerspruch in diesem Wort: Während Rettung eigentlich eine spontane Aktion sei, bezeichne Routine eine dauerhafte und wiederkehrende Aktion.
Von "Kanzlerpräsidentin" bis "ziemlich beste ..."
Während es die "Rettungsroutine auf Platz 1 schaffte, wird der "Kanzlerpräsidentin" Platz 2 zugewiesen. Es folgen "Bildungsabwendungsprämie", "Schlecker-Frauen", "wulffen", "Netzhetze", "Gottesteilchen", "Punk-Gebet", "Fluch-Hafen" und "ziemlich beste ...".
Themen aus Politik, Wirtschaft und anderen Bereichen
Die Gesellschaft wählt alljährlich Begriffe aus, die die öffentliche Diskussion eines Jahres besonders geprägt haben. Mit der Vergabe des Titels werde gezeigt, in welcher Weise charakteristische Themen aus Politik, Wirtschaft und anderen Bereichen des gesellschaftlichen Alltags 2012 sprachlich begleitet wurden. Ausschlaggebend ist, so die Gesellschaft, nicht die Häufigkeit, mit der ein Ausdruck in den Medien genannt wurde.
Im vergangenen Jahr setzte sich die Bezeichnung Stresstest durch. Die Wörter des Jahres wurden 1972 zum ersten Mal veröffentlicht. Seit 1978 werden die Wörter des Jahres im Sprachdienst, der von der GfdS herausgegeben wird, regelmäßig publiziert.
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