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24.02.2013

Kommentar

Das Leiden verfolgter Christen

Menschen zelebrieren Messe in kleiner Kirche (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Christliche Weihnacht im Taliban-Gebiet, im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan
Die Zahl ist erschreckend: 100 Millionen Christen werden schätzungsweise weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt. Wo aber die Religionsfreiheit mit Füßen getreten wird, leiden auch die Menschenrechte. Ein Kommentar von hr2-Redakteur Lothar Bauerochse.
 

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Open Doors Tag 2013

27. April 2013
Kongress Palais Kassel
10:00 - 17:00 Uhr
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Die geschätzte Zahl von 100 Millionen verfolgter Christen hat die freikirchliche Organisation "Open Doors" in ihrem jährlichen Weltverfolgungsindex publiziert. Die Christen sind damit die weltweit am stärksten bedrohte Glaubensgemeinschaft. Das bestätigen auch unabhängige Menschenrechtsorganisationen wie etwa amnesty international. Vier von fünf Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, sind Christen.
 

Christen als Staatsfeinde

Information

Am Sonntag, 24.02.2013, erinnert die Evangelische Kirche in Deutschland an die Situation verfolgter Christen weltweit.
Die Bedrohung hat viele Gesichter. Auf Platz Eins der Länder mit den massivsten Christenverfolgungen steht seit Jahren unangefochten Nordkorea. Für die Steinzeit-Kommunisten gelten Christen als Staatsfeinde. Christliche Gemeinschaften können sich ausschließlich im Untergrund treffen. Geschätzte 50.000 bis 70.000 Christen sitzen in Arbeitslagern fest.

Aus Platz Zwei und Drei wechseln sich immer wieder Saudi-Arabien und Afghanistan ab. Der strenge wahabitische Islam Sausi-Arabiens lehnt alle anderen Religionen strikt ab. Die meisten Christen im Land sind Arbeitsmigrantinnen, Haushälterinnen aus den Philippinen zum Beispiel.

Ganz gefährlich wird es in Saudi-Arabien wie in Afghanistan für Muslime, die sich zum Christentum bekehren. Ihnen droht die Todesstrafe, und sie müssen damit rechnen, als Abtrünnige selbst von Freunden oder der eigenen Familie getötet zu werden.
 

Von China bis Mali

Es gibt auch Verbesserungen, im asiatischen Bhutan zum Beispiel hat der Druck seitens der buddhistischen Regierung deutlich abgenommen. Auch China ermöglicht inzwischen, dass die noch immer weitgehend im Untergrund lebenden Hauskirchen sich innerhalb gewisser Grenzen versammeln können. Dafür hat der Terror islamistischer Räuberbanden in Westafrika, in Niger und in Mali zum Beispiel, die Situation der Christen dramatisch verschärft.
 

Kein innerkirchliches Problem

Die christlichen Kirchen erinnern regelmäßig an die Verfolgung der Gläubigen in aller Welt. Aber das ist kein innerkirchliches Problem. In allen Ländern, in denen Gläubige verfolgt werden, geht fehlende Religionsfreiheit einher mit fehlenden Bürgerrechten und bedrohten Menschenrechten. Wo Gläubige in ihrem Glauben nicht frei leben können, dort gibt es oft auch keine Freiheit der Presse, keine freie Meinungsäußerung, keine Freiheit für Kunst, Bildung, Wissenschaft. Wo die Religionsfreiheit mit Füßen getreten wird, sind die elementarsten Menschenrechte bedroht. Deswegen ist es auch eine Aufgabe für Politik, Medien und Kultur, sich für verfolgte Christen einzusetzen, und es ist gut, dass sich mittlerweile auch die Bundesregierung und der Bundestag das Thema zu eigen gemacht haben.

Ein Kommentar von Lothar Bauerochse in hr2-kultur
 
Redaktion: nrc
Bild: © picture-alliance/dpa
Letzte Aktualisierung: 22.02.2013, 15:08 Uhr
 
 

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